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Garten Tipps rund um den Weihnachtsbaum

Bei den einen steht der Weihnachtsbaum schon seit Anfang Dezember im Wohnzimmer, andere stellen ihn erst an Heiligabend in die gute Stube. Was Sie bei Kauf, Transport, Pflege und beim Christbaumständer alles beachten sollten, erklärt Pflanzenexperte Andreas Modery.

Stand: 09.12.2019

Eine goldene Kugel hängt an einem Weihnachtsbaum auf dem Weihnachtsmarkt. Foto: Friso Gentsch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Friso Gentsch

Welche Christbäume werden angeboten?

Christbäume werden entweder "geschlagen" (also ohne Wurzeln) oder im Topf angeboten.
Der Christbaum hält sich besonders lange, wenn Sie sich schon beim Kauf für die richtige Sorte entscheiden, z. B. für eine robuste Nordmanntanne oder die Nobilistanne. Die Nordmanntanne hält die Nadeln von alleine und wirft sie nicht ab. Die Nadeln haben einen leichten Duft, pieksen nicht und können später im Garten als Schnee- und Winterschutz eingesetzt werden. Häufig werden auch Omorika-Fichten, Zuckerhut-Fichten und Blautannen angeboten. Regional sind auch Kiefern und Rotfichten erhältlich.

Das sollten Sie beim Kauf beachten

  • Christbaum im Topf:

Am besten wählen Sie einen Baum, der bereits im Topf gewachsen ist. Wurde der Baum im Freiland großgezogen und erst kurz vor Weihnachten gestochen, ist die Gefahr groß, dass der Wurzelballen dabei Schaden genommen hat. Die Anwachschancen sind mit unversehrtem Ballen höher. Die Größe des Ballens sollte in einem ausgewogenen Verhältnis zur Pflanze stehen, das heißt, er sollte nicht sehr klein sein. Außerdem sollte der Ballen fest sein und viele Faserwurzeln haben. Damit das Anpflanzen besser gelingt, sollten Sie eher einen kleineren Baum bis zu einer Höhe von 1,20 m wählen. Er übersteht in der Regel den Wurzel- und Verspflanzungsschock besser als ein großer Baum.

  • Geschlagener Christbaum:

Um beim Kauf zu erkennen, ob ein Baum frisch ist, sollten Sie ihn mehrfach auf den Boden stoßen. Wenn dabei Nadeln rieseln, wurde der Baum wohl schon vor einiger Zeit geschlagen. Eine frische Schnittstelle erkennen Sie an der hellen Farbe. Achten Sie darauf, dass der Baum nicht gespritzt wurde, damit er keine Schadstoffe im Wohnzimmer freisetzt.

Fingertest:

Nehmen Sie den vorderen Asttrieb zwischen Daumen und Zeigefinger und fahren Sie gegen die Wuchsrichtung. Ein frischer Baum verliert bei dieser Aktion keine Nadeln!

Das sollten Sie beim Transport beachten

Viele Weihnachtsbäume werden auf dem Autodach nach Hause transportiert. Dabei sollten die Bäume besser in Folie eingepackt werden, da der Fahrtwind ihnen sonst zu viel Feuchtigkeit entzieht.

Das sollten Sie bei der Aufbewahrung beachten

Weihnachtsbäume sollten bis zu ihrem "großen Auftritt" an einem kühlen Ort, z. B. auf der Terrasse, auf dem Balkon oder in der Garage aufbewahrt werden.
Wichtig: Der Baum sollte nach dem Kauf zuhause frisch angesägt und in einen mit Wasser gefüllten Eimer gestellt werden. Das Netz kann ohne Probleme noch bleiben.

So zögern Sie das Nadeln hinaus

Um die Äste zu schonen, sollte das Baumnetz von unten nach oben aufgeschnitten werden, damit sich das Geäst nicht in den Maschen verfängt. Bevor der Baum nun in seinen Ständer kommt, sollte sein Stamm erneut um wenige Zentimeter gekürzt werden. Über die frische Schnittstelle nimmt der Christbaum besser Wasser auf.

Damit der Baum nicht austrocknet und zu schnell seine Nadeln verliert, sollte er möglichst kühl stehen. Ein Platz vor der Heizung ist daher tabu und auch Zugluft sollte vermieden werden. Stattdessen braucht der Christbaum täglichen Nachschub an Wasser. Wer das Wasser mit Blumenfrisch anreichert, hat länger etwas von seinem Baum. Außerdem schadet es nicht, den Baum mindestens einmal am Tag mit Wasser einzusprühen.

Der richtige Baumständer

Bei den Weihnachtsbaumständern hat sich das Seilzugsystem durchgesetzt. Statt Flügelschrauben hält bei diesen Ständern ein Drahtseil den Baumstamm in der Senkrechten. Niemand muss mehr zwischen piksenden Ästen Schrauben in den Stamm eindrehen, da die Halterung per Fuß durch mehrmaliges Treten betätigt wird. So ist es einfacher, den Weihnachtsbaum aufzustellen. Der Ständer sollte ein Wasserreservoir haben, das regelmäßig aufgefüllt werden muss, damit der Baum nicht austrocknet.

Der Weihnachtsbaum im Topf

Um den Baum vor einem Temperaturschock zu bewahren, sollte man ihm etwas Zeit zum Akklimatisieren geben. Immerhin befindet er sich in den Wintermonaten in der Vegetationsruhe und wird im warmen Wohnzimmer übergangslos in den Sommer katapultiert. Ein paar Tage an einem schattigen, frostfreien und windgeschützten Ort, z. B. im kühlen Hausflur oder in der Garage, genügen zum Eingewöhnen. Die braucht der Baum sowohl vor dem Aufstellen als auch nach Weihnachten nochmal, bevor er wieder ins Freie gebracht wird.

Im Haus benötigt der gepflanzte Weihnachtsbaum einen möglichst kühlen Standort. Er sollte auch nicht länger als zehn Tage im Zimmer stehen. Wichtig ist, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Gewöhnlich muss er jeden zweiten Tag gegossen werden. Damit die Nadeln nicht abfallen, ist es notwendig, sie mehrmals täglich mit Wasser einzusprühen.

Darauf sollten Sie beim Dekorieren achten

  • Wer eine Lichterkette verwendet, sollte diese als erstes anbringen - am besten spiralförmig von oben nach unten.
  • Große Christbaumkugeln sollten nach unten, die kleineren nach oben gehängt werden.
  • Hängen Sie die Kugeln nicht ganz nach außen, da der Ast von ihrem Gewicht nicht nach unten gezogen werden darf.
  • Wer auch die inneren Äste schmückt, verleiht dem Baum dadurch Tiefe.
  • Wenn Sie zum Befestigen der Kugeln statt Draht Geschenkband verwenden, wird der Baum dichter dekoriert.
  • Glänzende Kugeln sollten in der Nähe von Kerzen stehen, dann glitzern sie noch mehr und der Baum wirkt heller. Ketten und Girlanden sollten weit außen auf die Äste gelegt und (wie die Lichterkette) spiralförmig von oben nach unten um den Baum drapiert werden.

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