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Garten Weihnachtsbaum-Recycling

Gartenexperte Andreas Modery zeigt Ihnen, dass der ausgediente Christbaum nicht gleich auf dem Müll landen muss. Im eigenen Garten lässt sich er sich nämlich noch vielseitig einsetzen!

Stand: 23.12.2019

Alte Christbäume liegen auf einer Wiese in London. | Bild: picture alliance / empics

Der Christbaum als Multitalent

Die Weihnachtslieder sind gesungen, die Geschenke ausgepackt und die Verwandtschaft wieder abgereist. Weihnachten ist vorbei und mancher überlegt: Wohin mit dem ausgedienten Tannenbaum? Es gibt die Möglichkeit der Entsorgung über zentrale Sammelplätze oder im zerkleinerten Zustand in die Biotonne. Aber der ausgediente Christbaum kann im Garten noch vielseitig eingesetzt werden - ein wahres "Multitalent"!

Zerkleinern ist das A und O

Daran, den Baum zu zerlegen, werden Sie kaum vorbeikommen. Schneiden Sie also mit einer Astschere die Zweige direkt am Stamm ab. Übrig bleiben Stamm und Tannenreisig.

Achtung: Diese Tipps gelten nur für Tannen, da sie ihre Nadeln im trockenen Zustand nicht abwerfen!

Nun haben Sie vielfältige Möglichkeiten der Weiterverwendung.

Wintermantel für Rosen und Immergrüne

Tannenzweige eignen sich als guter Frostschutz für empfindliche Pflanzen. Werden die abgeschnittenen Äste auf das Beet verteilt, bieten sie eine schützende Decke für Bodenzwiebeln und Stauden. Auch Rosen oder winterharte Kübelpflanzen wie Buchs oder Rhododendron freuen sich über eine wärmende Tannenzweig-Ummantelung. Sollten Sie eine Fichte haben, Vorsicht: Diese eignet sich nicht, da sie alle Nadeln verlieren würde, der pH-Wert in der Erde würde sinken und Ihre Rosen würden zu kränkeln beginnen!

Ab in den Häcksler

Wenn Sie keine Verwendung für die Zweige haben, können Sie sie auch kleinhäckseln. Dieses Häckselgut bringen Sie z. B. rund um die Rhododendren im Garten aus. Sie werden feststellen: Ihre Moorbeetpflanzen (Rhododendron, Azaleen, Heidepflanzen etc.,) haben noch nie so schön geblüht, wie nach diesem nadeligen Weihnachtsmahl - der Trick ist, dass die Nadeln und Holzspäne für ein herrlich saures Milieu sorgen. Einer der besten Rhododendron-Dünger der Welt! Natürlich darf das nadelige Häckselgut gut gemischt mit anderen Gehölzschnitzel auch als Mulch ausgebracht werden.

Und der Stamm?

Nachdem Sie die Äste entfernt haben, taugt der alte Stamm durchaus noch z. B. als Bohnenstange. Wenn Sie Kinder oder Enkelkinder haben, freuen die sich bestimmt über einen kleinen Fahnenmast! Von der Entsorgungsvariante, den alten Weihnachtsbaum im Kamin oder Holzofen zu verheizen, raten Schornsteinfeger allerdings ab. Brennholz sollte in der Regel zwei bis drei Jahre lagern, getrocknet und gespalten sein, bevor es eingeschürt wird. Selbst wenn der Weihnachtsbaum bereits vor einigen Wochen geschlagen wurde: Er enthält immer noch zu viel Feuchtigkeit zum Verbrennen. Wenn er auch für seinen eigentlichen "Weihnachtsdienst" zu alt ist, um im Ofen zu prasseln ist er zu jung.

Bäume im Topf

Wenn Sie einen Weihnachtsbaum mit Wurzelballen hatten, können Sie ihn bereits jetzt in Ihren Garten pflanzen. Dazu sollten Sie am besten noch vor Weihnachten ein ausreichend großes Loch im Garten ausgehoben haben, damit Sie den Baum auch bei gefrorenen Böden auspflanzen können.

Wichtig: So lange der Baum im Haus steht, müssen Sie ihn unbedingt ausreichend gießen!

Viel Spaß beim Recycling!


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