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Haushalt Was darf nicht in den Abfluss?

Manche verwechseln die Toilette gerne mit einem Müllschlucker und füttern ihn ganz ungeniert mit diversen Abfällen. Das ist zwar äußerst bequem, kann aber weitreichende Folgen haben - für den Abfluss und die Umwelt. Hauswirtschaftsmeisterin Christiane Klimsa erklärt, was Sie besser nicht in den Abfluss geben sollten.

Stand: 16.09.2020

Frau reinigt verstopften Abfluss in einem Waschbecken. | Bild: picture alliance / dpa Themendienst

So ein Abfluss, allen voran das WC, ist doch äußerst bequem: Immer bereit, zentral in der Wohnung und mit einer Spülung ist alles weg… Doch halt! Der Abfluss (auch die Toilette) ist kein Müllschlucker!
Abflüsse können verstopfen und alles, was eigentlich nicht hinein sollte, kann Schäden am Rohrleitungssystem, in der Kläranlage bis hin zu weitreichenden Umweltproblemen anrichten. Schützen Sie daher den Abfluss und die Umwelt und werfen Sie nicht alles hinein.

Das gehört NICHT in den Abfluss:

  • Küchenabfälle: Sie locken Ratten an, die durch die Abflussrohre bis ins Haus gelangen können.
  • Fette, Öle und Soßen: Fett bindet Feststoffe, was dazu führt, dass das Rohr verstopft. Das gilt übrigens auch für Kaffeesatz, der ebenfalls Fette enthält. Wenn Öle (z. B. Frittierfett) erkalten, werden sie hart und können dadurch ebenfalls das Rohr verstopfen.

Tipp:

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  • Hygieneartikel: Windeln, Slipeinlagen, Tampons, Feuchttücher, Wattestäbchen, Papiertaschentücher o. ä. gehören nicht in den Abfluss. Sie lösen sich nur sehr langsam auf, können irgendwo hängenbleiben und so einen Engpass bilden, an dem sich dann schnell weitere Teile anlegen und eine Rohrverstopfung auslösen. Geben Sie daher nichts in den Abfluss, was verklumpen oder verkanten könnte.

Gut zu wissen:

Papiertaschentücher sind inzwischen reißfest und fusselfrei. Das ist zwar einerseits toll, weil ein vergessenes Taschentuch in der Wäsche nicht mehr alle Teile mit Papierfusseln übersät. Landet es in der Toilette, kann es dadurch aber auch die Rohre verstopfen.

  • Haare
  • Medikamente: Diese können oftmals noch nicht einmal in unseren Kläranlagen abgebaut werden. Sie reichern unser Wasser beispielsweise mit Hormonen an oder schicken Keime regelrecht ins "Training", sodass diese resistent werden. Daher gehören weder Tabletten- noch Hustensaftreste in den Abfluss.

Tipp:

Alte Medikamente nimmt jede Apotheke an.

  • Chemikalien: Rohrreiniger, Lacke (auch Nagellack!), Farbverdünner, Säuren oder Laugen etc. gehören nicht in den Abfluss.

Tipp:

Reste von Lacken, Reinigern o. ä. gehören ins Giftmobil oder werden an Wertstoffhöfen angenommen.

  • Textilien: Auch wenn es sich nur um eine einzelne Socke, eine Strumpfhose mit Laufmasche o. ä. handelt - bitte nicht in der Toilette entsorgen!
  • Feste Stoffe: Zigarettenkippen, Flaschenverschlüsse, Korken, Katzenstreu, Vogelsand, etc. gehören nicht in den Abfluss.

Tipps für den Abfluss:

  • Legen Sie am besten in jeden Ausguss einen Siebeinsatz, um damit Haare und gröberen Schmutz abzufangen.
  • Spülen Sie Ausgüsse regelmäßig mit heißem Wasser.
  • Bröseln Sie regelmäßig Brausetabs für Zahnspangen in den Ausguss. Auch biologisch abbaubare Abfluss-Sticks entfernen auf Enzymbasis mit Hilfe spezieller Mikroorganismen organische Ablagerungen sehr wirkungsvoll.
  • Verwenden Sie bei Toiletten nicht immer die Wasserspartaste, denn wenn die Rohre nicht gut durchgespült werden, können diese verstopfen.
  • Achtung: Finger weg von chemischen Reinigern, denn diese sind umweltschädlich, können das Rohr beschädigen, entwickeln gesundheitsschädliche Dämpfe und u. U. zu weiteren Verhärtungen oder gar kleinen Explosionen führen , wenn sie überdosiert oder mit anderen Mitteln gemischt wurden.
  • Verwenden Sie auch keine Cola zum Reinigen von Rohren, da der enthaltene Zucker in der Kläranlage schwer abgebaut werden kann.
  • Mit einem sogenannten Pümpel (Saugstampfer) können Sie leichte Verstopfungen lösen.

Tipp:

Kleben Sie alle Überläufe zu oder verschließen Sie diese mit einem nassen Lappen.


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