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Wandertipp Wanderung im Nationalpark Bayerischer Wald

"Wir in Bayern“-Wanderexperte Georg "Schorsch" Kirner verrät eine seiner persönlichen Lieblingstouren: eine abwechslungsreiche Rundwanderung im Nationalpark Bayerischer Wald, bei der Sie mit etwas Glück Luchse und Biber beobachten können.

Stand: 04.10.2016 | Archiv

Schorsch Kirner wandert im Bayerischen Wald | Bild: privat

Wie sieht die Wanderstrecke aus?

"Die Rundwanderung beginnt und endet am Parkplatz P1 beim 'Zwiesler Waldhaus' im Bayerischen Wald. Dort nehmen wir zunächst den 'Böhmerweg', der als Symbol ein Rad hat. Bei der ersten Abzweigung wechseln wir auf den Weg mit dem Siebenschläfer-Symbol, bis wir auf einen Weg treffen, der als Symbol einen Schwarzstorch trägt. Der Schwarzstorch-Weg bringt uns zu unserem Ziel, dem historischen Gasthaus 'Schwellhäusl', wo wir uns bei einer Rast stärken können. Der Rückweg der Rundwanderung erfolgt dann nur auf dem Schwarzstorch-Weg und ist wesentlich kürzer."

Was ist das Besondere an der Wanderung?

"Die Wanderung führt durch einen echten Urwald. Den gibt es nämlich nicht nur im Amazonas, sondern auch bei uns in Bayern. Wer einmal durch das Naturschutzgebiet Bayerischer Wald gewandert ist, wird überrascht sein, welche beeindruckenden Urwaldriesen es dort gibt, z. B. Fichten und Tannen, die zwischen 300 und 500 Jahre alt sind. Sehr imposant ist z. B. ein Baum, der mit seinen Fächerwurzeln einen Felsen umklammert.

Die älteste und größte Tanne Deutschlands, zu der extra ein kleiner Weg mit Hinweisschild vom Hauptwanderweg abgeht, steht im sogenannten 'Hans-Watzlik-Hain'. Sie ist ungefähr 500 Jahre alt und 53 Meter hoch.

An manchen Wegabschnitten geht es im wahrsten Sinne des Wortes 'drunter und drüber', denn überall liegen Bäume kreuz und quer, was ja für einen Urwald typisch ist. Einige Bäume sind erst vor Kurzem umgestürzt, andere müssen dort schon seit 50 bis 100 Jahren oder länger liegen und sind mit Pilzen, dickem Moos und Baumschwämmen bewachsen.

Zudem ist diese Region die Heimat des Luchses und mit etwas Glück bekommen Sie auch einen zu sehen. Oder einen Biber.

Neben der Einkehrmöglichkeit unserer Wanderung, dem historischen 'Schwellhäusl', hat nämlich eine Biberfamilie mit zwei Jungen Quartier bezogen. Der Name 'Schwellhäusl' leitet sich übrigens davon ab, dass an dieser Stelle über mehrere Generationen hinweg das Wasser der kleinen Bäche aufgestaut wurde, damit der Fluss anschwillt, auf dem dann die gefällten Bäume weggedriftet werden konnten.

Das 'Schwellhäusl' war früher die 'Drift-Klause', in der die Arbeiter wohnten. Heute beherbergt es ein Restaurant mit einer großen Auswahl an köstlichen Speisen. Ich habe mir die Biberplatte schmecken lassen, auf der u. a. ein kleiner Biber aus Kräuterquark war.

Besonders zu empfehlen ist auch das 'Dampfbier', das nicht aus der Flasche kommt, sondern aus einem Felsen gezapft wird. Auch der Rückweg zum Parkplatz ist spannend. Er führt an einem ganz besonderen Bach entlang. Der 4 km lange Bach, der direkt zum 'Schwellhäusl' führt, wurde vor über 200 Jahren zur Wasseranreicherung von Hand gegraben."

Für wen ist die Wanderung geeignet?

"Die Wanderung ist für jeden geeignet, der gut zu Fuß ist."

Welche Ausrüstung benötigt man?

"Sie benötigen bequeme, leichte Bergschuhe. Stöcke sind sehr zu empfehlen."

Wie lange dauert die Wanderung?

"Die Gehzeit für die 10 km beträgt etwa 3 Stunden. Ich empfehle jedem, sich für diese Wanderung viel Zeit zu nehmen, denn es gibt in diesem Urwald so viel zu sehen und es wäre schade, wenn man daran vorbeihetzen würde."

Welche Einkehrmöglichkeiten gibt es?

"Der Schwarzstorch-Weg bringt uns zu unserem Ziel, dem historischen Gasthaus 'Schwellhäusl', wo wir uns bei einer Rast stärken können."


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