BR Fernsehen - Wir in Bayern


5

Pflanzen Usambaraveilchen und ihre Verwandten

Usambaraveilchen haben eine große Verwandtschaft. Ursprünglich aus den Usambara-Bergen in Tansania stammend, haben viele von ihnen den Weg in unsere Wohnzimmer gefunden. Pflanzenexpertin Brigitte Goss gibt Tipps, wie Sie diese Veilchen richtig pflegen und sogar vermehren können.

Stand: 19.10.2018

Usambaraveilchen gehören zu Großmutters Lieblingsblumen. | Bild: BR/BR

Das Usambaraveilchen - Saintpaulia ionantha

Das 19. Jahrhundert war die Zeit der Pflanzensammler und -jäger. Kolonialmächte begründeten in dieser Zeit ihre Pflanzenleidenschaft und brachten unbekannte Pflanzen mit in ihre Heimat. In Deutschostafrika, dem heutigen Tansania, wirkte der deutsche Kolonialbeamte Baron Walter von Saint Paul Illaire. Im Jahr 1890 entdeckte er im tropischen Regenwald des Usambaragebirges das Usambaraveilchen. Er schickte einige Samen an den Chefgärtner des königlichen botanischen Gartens Herrenhausen in Hannover. Dieser gab der Pflanze zu Ehren ihres Entdeckers den Namen Saintpaulia.

Pflegetipps

Damit sie gut gedeihen, ist etwas Fingerspitzengefühl erforderlich:

  • Im Zimmer benötigen Usambaraveilchen einen hellen Standort. Direkte Sonne an einem Südfenster vertragen sie allerdings nicht.
  • Für eine langanhaltende Blüte benötigen sie das ganze Jahr über Temperaturen um 20° C.
  • Gießen Sie mit zimmerwarmem und weichem Wasser direkt in den Topf oder in den Untersetzer, benetzen Sie die Blätter dabei nicht. Das weiche, behaarte Laub ist empfindlich und reagiert bei kaltem Wasser sowie starker Sonne mit Blattflecken.
  • Halten Sie den Topfballen gleichmäßig feucht, vermeiden Sie aber sowohl Staunässe als auch Trockenheit.
  • Wenn Sie Ihr Usambaraveilchen einmal die Woche mit einem Blumendünger versorgen, blühen die Pflanzen wochen- bzw. monatelang.

Vermehrung

Usambaraveilchenblätter brechen beim Transport leicht ab. Ist Ihnen das Malheur passiert, sollten Sie das Blatt nicht wegwerfen! Stecken Sie es einfach in einen Topf mit nährstoffarmer Erde. Blumenerde können Sie mit einer Zugabe von Sand oder Perliten abmagern.

Stellen Sie den Topf bei 20-25° C an einen hellen, nicht zu sonnigen Platz. Sie brauchen das Blatt nicht mit Folie abzudecken. Es reicht, wenn Sie darauf achten, dass die Erde nicht austrocknet. Je nach Jahreszeit entwickeln sich aus dem Blattstiel nach 2-3 Monaten 2-6 kleine Pflänzchen. Trennen Sie die Jungpflanzen nach ein paar Wochen und pflanzen Sie jede separat, sodass sich die typischen Blattrosetten bilden können.

Die Verwandten des Usambaraveilchens

Drehfrucht - Streptocarpus

Optisch ist die Drehfrucht eine klare Konkurrentin zu den Orchideen. Durch Züchtung sind in den letzten Jahren Sorten mit wunderschönen und großen Blüten entstanden. Sie brauchen allerdings einen Platz am Fenster, sonst blühen sie nicht. Leider sind sie richtig neugierige Fenstergucker und drehen ihre Blüten nur Richtung Licht.

Die Drehfrucht gedeiht am besten in einem kleinen Topf mit einer sehr durchlässigen Erde. Umtopfen ist somit nicht nötig. Gegossen wird mit lauwarmem Wasser, sodass die Pflanzen nie ganz austrocknen, aber auch nie zu feucht sind. Die Wurzeln der Drehfrucht reagieren sehr empfindlich auf Staunässe.

Tipp

Wenn die Pflanzen nicht gut aussehen, sollten Sie eher auf das Gießen verzichten und sie lieber trocken halten.

Ohne regelmäßige Düngergaben blühen die Pflanzen nicht nach. Im Sommer sollte einmal in der Woche, im Winter alle zwei Wochen mit einem Flüssigdünger für Zimmerpflanzen nachgedüngt werden.

Vermehrung

Die Vermehrung der Drehfrucht ist etwas ungewöhnlich:

  • Füllen Sie in eine leere, durchsichtige Obstschale mit Deckel etwas Vermehrungserde mit Perliten vermischt.
  • Die Erde sollte leicht feucht sein.
  • Ein Blatt der Drehfrucht wird an der Blattspreite (flächiger Teil des Blattes, der oberhalb vom Stiel sitzt) geteilt, die Mittelrippe ausgeschnitten und in Abschnitten von 3-5 cm abgeschnitten.
  • Die Blätter werden für 15 Min. in lauwarmes Wasser gelegt, damit sie sich voll Wasser saugen. Dann werden sie mit der Schnittfläche in die Erde gesteckt, sodass noch etwas "Blatt" herausschaut.
  • Die Schale sollte verschlossen und an einen sehr hellen Platz gestellt werden.
  • Nach etwa drei Monaten entstehen kleine, neue Pflänzchen.
  • Die Vermehrungsbox sollte in der Zwischenzeit etwa einmal pro Woche kontrolliert werden.

Das afrikanische Veilchen - Streptocarpus saxorum

Es ist eine absolut pflegeleichte Pflanze. Sie blüht unaufhörlich mit ihren blauen Blüten und sollte wie die große Streptocarpus-Schwester regelmäßig gedüngt werden. Trockene Zeiten übersteht sie besser als Dauernässe. Auch das afrikanische Veilchen sollte mit handwarmem Wasser gegossen werden.

Vermehrung: Es lässt sich leicht mit Kopfstecklingen vermehren.

Gloxinie

Gloxinien sind pure Nostalgie. Sie sind üppig in ihren samtig-barocken Blütenfarben. Damit sie blühen, brauchen sie unbedingt Helligkeit und Dünger. Im Herbst gibt es noch schöne, große Pflanzen, die so üppig sind, dass sie kaum auf die Fensterbank passen. Doch nach der Blüte ziehen sie sich zurück. Man könnte meinen, dass sie eingehen, doch das ist eine ganz natürliche Reaktion. Sie bilden nämlich eine Knolle, verlieren die Blätter und ziehen ein. Wer die Knollen nicht wegwerfen möchte, lässt sie einige Monate eingepackt in Zeitungspapier in einem nicht zu trockenen Raum ausruhen und pflanzt sie dann im Frühjahr wieder ein. Die modernen Sorten überstehen diese Ruhezeit allerdings meist nicht.


5