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Garten Pflanztipps für Stauden und Gehölze

Im Herbst ist für manche Blüher der beste Pflanzzeitpunkt, da der Boden noch Wärme vom Sommer besitzt und so die Wurzeln zur Bildung von sogenannten Feinwurzeln animiert. Was Sie beim Pflanzen von Stauden und Gehölzen beachten sollten, erklärt Gartenexperte Andreas Modery.

Stand: 30.08.2019

Kalifornien, Baumschule Sonoma Horticultural Nursery, Rhododendron. © : Honorarfrei lediglich für Ankündigungen und Veröffentlichungen im Zusammenhang mit obiger BR-Sendung bei Nennung: "Bild: BR". Andere Verwendungen nur nach entsprechender vorheriger schriftlicher Vereinbarung mit dem BR-Bildarchiv, Tel. 089 / 5900 3040, Fax 089 / 5900 3284. | Bild: BR/BR

Vorteile des Herbstbodens

Der Boden besitzt im Herbst noch die Wärme des Sommers und animiert dadurch zur Bildung von sogenannten "Feinwurzeln". Diese sorgen nicht nur für eine bessere Standhaftigkeit, sondern verbessern auch die Aufnahme von Wasser und Mineralelementen. Die Folge: Die Pflanze akklimatisiert sich schnell, entwickelt sich zügiger und ist somit blühfreudiger und robuster.

Pflanzen, die jetzt eingesetzt werden können

Empfehlenswert ist das Anlegen eines Heidegartens. Das heißt, wir nehmen hier verschiedene Moorbeetpflanzen. Hierzu gehören Rhododendron, alle Azaleen, Heidel- und Preiselbeeren sowie Lavendelheide. Besonders schön ist dazu die Kombination aus herbstblühender Besenheide und winterblühender Schneeheide (Erica darleyensis und Erica carnea). Schneeheide blüht von November bis April in Weiß, Rot und Rosa. Auch die Glockenheide (Erica gracilis) gehört in den Bestand eines herbstlichen Heidegartens, die Pflanze ist allerdings nicht winterfest und erfriert bei geringen Minustemperaturen.

Tipps zum Pflanzenkauf

Kontrollieren Sie vor dem Kauf die Wurzeln: Entfernen Sie den Topf - schauen Sie sich die Wurzeln an und riechen Sie an ihnen. Sie sollten kräftig sein, nicht weich und matschig, und nach frischem Waldboden riechen.

Beetvorbereitung

Die Familie der Erikagewächse braucht sauren Boden, die Feuchtigkeit soll gut gehalten werden, aber es darf keine Staunässe entstehen. In den Boden sollte genügend Luft hineinkommen, außerdem müssen die Böden einigermaßen nährstoffreich sein. Bodenpilze und Bakterien, mit denen die Heide eine Lebensgemeinschaft bildet, müssen günstige Bedingungen vorfinden. Damit sich aber nicht die zwei gefürchteten Pilzkrankheiten Botrytis und Fadenpilz ausbreiten, sollten die Heidegewächse weiter auseinandergepflanzt und luftiger stehen.

Pflanzanordnung

Stellen Sie vor dem Einsetzen alle Pflanzen auf das Beet, um zu sehen, in welcher Anordnung und in welchen Abständen die Pflanzlöcher auszugraben sind.

Das perfekte Pflanzloch

Damit die Pflanzen den Boden besser durchwurzeln können, ist das Pflanzloch bis zu der vierfachen Größe des Wurzelballens auszuheben. Der vorhandene Boden ist dann zur Hälfte mit Rindenhumus zu vermengen, damit genügend organisches Material um die Wurzel zur Verfügung steht. Dem Wurzelballen muss aber während warmer Tage im Bedarfsfall Wasser zugeführt werden. Bei größeren Ballenpflanzen ist auch ein Gießrand auszuschachten, damit während des Bewässerns kein Wasser abfließen kann. Das Wasser soll langsam in das Pflanzloch einsickern.

 Moorbeetpflanzen

Der Boden sollte regelmäßig durch eine für diese Pflanzen entwickelte Moorbeeterde (Rhododendronerde) ersetzt werden. Nur ein speziell ausgerichtetes Substrat garantiert den Pflanzen nachhaltig ein saures Milieu. Hierzu gehören Rhododendron sowie alle Azaleen, Heidel- und Preiselbeeren sowie Lavendelheide.

Wichtig für die spätere Bodengare ist eine Abdeckung mit Rindenmulch. Vor dem Ausbringen sind aber vorhandene Wurzelunkräuter wie Distel, Brennnessel oder Löwenzahn zu entfernen.

Folgende Schichthöhen sind hierbei zu beachten:

  • Gehölze: Schichtdicke von 7-10 cm mit Rindenmulch 10-40 mm
  • Stauden: Schichtdicke von 1,5-2,0 cm mit Rindenmulch extra fein 0-18 mm

Im Hinblick auf die sogenannte Stickstoff-Fixierung sollte unbedingt 30-50 g Hornspäne/m² vor dem Ausbringen der Mulchmaterialien ausgestreut werden.

 Staudenpflanzen

Es lohnt sich, den Gartenboden gründlich mit der Grabgabel zu lockern (etwa 30-40 cm tief) und die Erde mit Kompost und nährstoffhaltiger Gartenerde zu verbessern. Reservieren Sie höheren Blumen-Stauden einen Platz in den hinteren Reihen und niedrigen Begleit-Pflanzen einen Platz weiter vorne. Gönnen Sie den Blumen-Stauden vor dem Einpflanzen in gute Garten-Erde ein Tauchbad im Wassereimer (den Topf so lange unter Wasser drücken, bis keine Blasen mehr aufsteigen), dann wachsen sie besser an. Pflanzen Sie nur so tief, dass der Topfballen ebenerdig mit der Beetoberfläche abschließt. Den Ballen gut andrücken und reichlich wässern.

 Faustregel für die Pflanzenmenge im Beet pro m²

  • 2-3 hohe Stauden oder 5-8 mittelhohe Stauden
  • 7-10 niedrige Stauden oder 12-15 Bodendecker

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