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Physiotherapie Tennisarm: Übungen, die bei Schmerzen helfen

Epicondylitis humeri lateralis, bekannt als Tennisarm, kann sehr schmerzhaft und langwierig sein. Doch mit täglichem Training können Sie die Schmerzen gut in den Griff bekommen. Physiotherapeutin Andy Sixtus zeigt die wirksamsten Übungen.

Stand: 01.05.2019

Ellenbogen durch Rotation mobilisieren | Bild: Wir in Bayern

Wenn der Ellenbogen dauerhaft schmerzt, steckt meist ein Tennisarm dahinter. Der Fachausdruck Epicondylitis wird im Sprachgebrauch oft durch Tennisarm oder Tennisellenbogen vereinfacht. Der typische Patient für den Tennisarm ist zwischen 35 und 55 Jahren, Freizeitsportler, körperlich aktiv und/oder arbeitet viel am Computer. Durch Über- oder Fehlbelastung des Armes kann der Strecker des Handgelenks und der Finger am seitlichen Knochenvorsprung des Ellenbogens chronische Schmerzen entwickeln. Auch eine falsche Schlafhaltung oder einseitige Belastungen können Epicondylitis begünstigen.

Physiotherapeutin Andy Sixtus klärt auf und stellt Übungen vor, die Sie zuhause gegen Epicondylitis ausführen können.

Symptome des Tennisarms

Es handelt sich um einen Druckschmerz am Sehnenansatz und/oder einen flammenden Schmerz bei Bewegung und Belastung. Zum Beispiel, wenn man den Unterarm oder das Handgelenk streckt bzw. beugt. Oft zeigen sich die betroffenen Muskelgruppen gerötet und geschwollen.

Wie entsteht der Schmerz beim Tennisarm?

Der Schmerz konzentriert sich an der Stelle, wo die Sehnen der Unterarmmuskeln am Oberarm ansetzen. Diese werden durch die Überbeanspruchung gereizt, dabei kommt es zu kleinsten Mikrorissen in den Sehnenansätzen, diese sind sehr schmerzhaft und führen meist zu Entzündungen. Daher kommt der starke Schmerz im Bereich des Ellenbogens. Diese Schmerzen können bis in die Hand ausstrahlen.

Wie langwierig ist die Epicondylitis?

Patienten haben oft lange Zeit Schmerzen oder die Problematik ist wiederkehrend. Dies liegt auch daran, dass meist die Halswirbelsäule und die Brustwirbelsäule mitbeteiligt sind, was unbedingt bei der Physiotherapie zu berücksichtigen ist.

Wie sieht die Therapie aus?

Heilung erreicht man in etwa 80% der Fälle durch Physiotherapie, also Dehnungen, gezielte Muskelaufbauübungen, manuelle Therapie, Elektrotherapie, Faszientechniken und andere Therapieformen. Des Weiteren kann man die Entzündung durch kurzzeitige Ruhe sowie mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Salben und Medikamente behandeln. Oft wird auch mit Wärme/Kälte gearbeitet, mit Injektionen oder einer Stoßwellentherapie. Hierzu sollten Sie sich von Ihrem Orthopäden oder Physiotherapeuten individuell beraten lassen.

Übungen

1. Übung: Handgelenkstrecker dehnen

Diese Übung führen Sie am besten im Stehen durch. Legen Sie die Hände vor dem Körper ineinander, strecken Sie die Arme nach unten aus und ziehen Sie die innere Hand mit der äußeren nach innen ("einklappen"). Es entsteht ein Zug im Unterarm. Halten Sie die Dehnung zehn bis fünfzehn Sekunden lang. Danach wechseln Sie und legen die andere Hand nach innen/außen. Diese Übung wirkt am gesunden Arm präventiv.

2. Übung: Strecksehnen der Unterarmmuskulatur kräftigen

Nehmen Sie eine kleine Wasserflasche in die Hand des Tennisarms und legen Sie den Arm auf den Tisch. Dabei soll die Hand mit der Wasserflasche über die Tischkante hängen mit dem Handrücken nach oben. Heben Sie nun die Hand langsam so weit wie möglich an, die freie Hand darf dabei helfen, wenn Ihnen dies Schwierigkeiten bereiten sollte. Danach senken Sie die Hand mit der Wasserflasche langsam wieder ab. Wiederholen Sie die Übung zehn bis fünfzehn Mal, dann pausieren Sie kurz und wiederholen zwei weitere Durchläufe.  

3. Übung: Ellenbogen durch Rotation mobilisieren

Stellen Sie sich vor einen Tisch und legen Sie bei gestrecktem Tennisarm die Hand mit dem Handrücken nach unten auf die Tischplatte vor sich, so dass die Finger zu Ihnen zeigen. Nun greifen Sie mit der freien Hand im Gabelgriff (Daumen von den anderen Fingern abgespreizt) das Handgelenk auf der Tischplatte innen und stabilisieren das Handgelenk mit leichtem Druck. Achten Sie darauf, dass Handgelenk, Ellenbogen und Schulter des gerade aufgestützen Armes übereinander ausgerichtet sind, also auf einer senkrechten Linie liegen. Nun beginnen Sie mit einer sanften Rotationsbewegung des Tennisarms. Dabei drehen Sie die Innenseite von innen nach vorn. Wiederholen Sie die Rotationsbewegung zehn bis fünfzehn Mal.

4. Übung: Faszien lösen durch Massage

Eine leichte Akupressur-Massage können Sie mehrmals täglich zwischendurch selbst machen. So finden Sie den richtigen Punkt: Fahren Sie mit dem Finger vom Zeigefingerrücken des Tennisarms hoch bis auf Ellenbogenhöhe. Diese Stelle auf Ellenbogenhöhe ist der Punkt, den Sie mit zwei Fingern und leichtem Druck etwa zehn bis fünfzehn Sekunden lang massieren können.

Auch das Ausrollen der Arminnenseite hilft, Verklebungen der Faszien zu lösen. Benutzen Sie hierzu zum Beispiel einen kleinen Faszienball oder eine kleine Faszienrolle.


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