BR Fernsehen - Wir in Bayern


10

Allgemeinmedizin Tipps gegen Sodbrennen

Sodbrennen ist in Deutschland eine Volkskrankheit. Das Fatale daran: Unbehandelt kann es ernsthafte Gesundheitsschäden zur Folge haben. Tipps von Allgemeinarzt Dr. Klaus Tiedemann, wie Sie Sodbrennen behandeln und vorbeugen können.

Stand: 31.12.2019

 Mann isst ein Stueck Pizza und trinkt dazu Rotwein | Bild: picture-alliance/dpa/Silvia Marks

Sodbrennen

Normalerweise verhindert ein Schließmuskel am Mageneingang, dass die Magensäure in die Speiseröhre gelangt und diese angreift. Ist der Schließmuskel undicht, kann Magensäure in die Speiseröhre gelangen und diese verätzen.
Sodbrennen kann aber auch durch eine vermehrte Magensäureproduktion ausgelöst bzw. verschlimmert werden.
Die Betroffenen leiden vor allem nachts unter dem aufsteigenden Magensaft . Der Grund: Die Magensäure kann im Liegen leichter zurückfließen als in aufrechter Position. Deshalb führt auch Bücken häufig zu Sodbrennen.

Ursachen

  • Vermehrte Säureproduktion durch: Zu viel, zu fettes, zu süßes, zu saures oder zu stark gewürztes Essen. Auch Alkohol, Kaffee und Nikotin fördern die Produktion von Magensäure und hemmen die Funktion des Schließmuskels.
  • (Altersbedingte) Funktionsstörungen des Schließmuskels
  • Übergewicht und Verstopfung, da dabei ein großer Druck auf den Magen ausgeübt wird
  • Bei Schwangerschaften drückt oft die vergrößerte Gebärmutter auf den Magen.
  • Medikamente, die die Magenschleimhaut reizen, z. B. Schmerzmittel
  • Medikamente, die die Produktion von Magensäure anregen (z. B. Hustenlöser mit Acetylcystein und bestimmte Antibiotika)
  • Häufig ist ein Zwerchfellbruch für Sodbrennen verantwortlich. Dabei rutscht der obere Teil des Magens in den Brustkorb.
  • Psychische Störungen oder Belastungen (z. B. Stress)

Wann zum Arzt?

Wenn Sie mehrmals pro Woche über mehrere Wochen hinweg an Sodbrennen leiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Außerdem sollten Sie sich in Behandlung begeben, wenn das Sodbrennen mit folgenden Symptomen einhergeht:

  • Schmerzen
  • Krämpfe
  • Appetitverlust
  • Gewichtsabnahme
  • (Blut) Erbrechen

Folgen von unbehandeltem Sodbrennen

  • Chronischer Husten und Atemwegserkrankungen
  • Chronische Entzündung der Speiseröhre
  • Wenn die Entzündung längere Zeit besteht, kann das zu Blutungen, Vernarbungen und Geschwüren in der Speiseröhre führen. Das wiederum kann Speiseröhrenkrebs zur Folge haben.

Behandlung

  • Chronisches Sodbrennen kann mit Medikamenten, die die Produktion von Magensäure hemmen oder neutralisieren sehr gut behandelt werden, z. B. Pantoprazol, Omeprazol, Talcid oder Gaviscon.
  • Führt die Einnahme von Medikamenten nicht zur Besserung, kann der Schließmuskel operativ gestärkt und, wenn ein Zwerchfellbruch zugrunde liegt, dieser operativ behoben werden.
  • Ist das Sodbrennen auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen , kann eine psychotherapeutische Behandlung Abhilfe schaffen.

Tipps zur Vorbeugung

Wenn Sie zu Sodbrennen neigen, sollten Sie…

  • möglichst nicht zu viel auf einmal essen, sondern lieber öfter kleinere Portionen.
  • sehr fette, stark gewürzte oder besonders süße Speisen und Getränke mit Kohlensäure, Kaffee und Nikotin meiden.
  • kurz vor dem Schlafengehen auf Snacks verzichten.
  • keinen oder wenig Alkohol trinken. Meiden Sie vor allem Sekt und Weißwein.
  • Ihren Oberkörper beim Schlafen hochlagern, z. B. mit Hilfe eines zusätzlichen Kissens. In dieser Position kann die Magensäure nicht so leicht in die Speiseröhre fließen.
  • lockere Kleidung tragen. Enge Gürtel drücken den Mageninhalt nach oben.
  • auf besonders säurehaltiges Obst verzichten, z. B. Ananas, Zitronen oder sehr saure Äpfel.
  • abnehmen, wenn Sie übergewichtig sind.
  • Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen meiden.
  • auf regelmäßigen Stuhlgang achten.

10