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Geld Kinder sinnvoll finanziell absichern

Viele sehen schwarz, was die finanzielle Absicherung ihrer Kinder oder Enkelkinder betrifft und möchten einen Beitrag dazu leisten. Welche guten und sicheren Möglichkeiten gibt es? Finanzexperte Sebastian Hanisch erklärt, worauf man bei Versicherung und Geldanlage für die Kleinen achten sollte.

Stand: 18.06.2019

Kinder befüllen Sparschwein | Bild: picture-alliance/dpa

Tipp 1: Eltern absichern

Wenn Eltern ihren Kindern Sicherheit geben wollen, sollten sie zunächst dafür sorgen, dass sie selbst gut abgesichert sind. Vorgesorgt werden muss insbesondere für den Fall, dass Eltern durch Krankheit oder Tod als Verdiener ausfallen. Die beste finanzielle Absicherung für Kinder ist nämlich in erster Linie der Verdienst der Eltern:

  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist insbesondere für den/die Hauptverdiener/in der Familie sinnvoll.
  • Eine Risikolebensversicherung bedeutet für die Familie eine gewisse Sicherheit im Todesfall eines Elternteils.

Die Absicherung der Eltern ist besonders wichtig, falls die Familie eine eigene Immobilie bewohnt, die noch abbezahlt wird.

Tipp 2: Unfall und Invalidität absichern

Es ist die absolute Horrorvorstellung für Eltern: Das eigene Kind verletzt sich bei einem Unfall so schwer, dass es z. B. an den Rollstuhl gefesselt ist. Wenigstens die finanzielle Belastung (etwa für den rollstuhlgerechten Umbau des Hauses) etwas abfedern kann eine Kinderunfallversicherung. Allerdings: Häufiger als durch einen Unfall werden Kinder durch Krankheiten invalide. Einen umfangreicheren Schutz bieten daher Kinderinvaliditätsversicherungen. Da solche Verträge sehr unterschiedlich ausgestaltet sind, sollten Angebote genau verglichen werden. Und: Leider bieten viele Gesellschaften diese Versicherungen nicht oder nur "versteckt" an. Außerdem betragen die Prämien einige hundert Euro im Jahr.

Tipp 3: Haftpflichtversicherung ist ein Muss

Eine private Haftpflichtversicherung ist für jeden absolut empfehlenswert, da durch eine eigene Unachtsamkeit im schlimmsten Fall ein Schaden in Millionenhöhe entstehen kann. Kinder lassen sich bei den Eltern sehr einfach mitversichern. Bis zu einem Alter von 7 Jahren gelten Kinder allerdings als "nicht deliktfähig" (im Straßenverkehr sogar bis zum Alter von 10 Jahren). Das heißt, sie müssen für verursachte Schäden nicht haften. Eltern müssten im Schadensfall nur haften, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Damit der Geschädigte aber nicht auf den Kosten sitzen bleibt, sollte man prüfen, ob die Versicherung auch bei Schäden durch noch nicht deliktfähige Kindern zahlt.

Tipp 4: Nicht notwendig: Ausbildungsversicherung

Mit einer Ausbildungsversicherung wollen Eltern (oder Großeltern) für die Kleinen schon früh Geld ansparen, damit später zum Beispiel das Studium finanziert werden kann. In die Versicherung wird auch dann weiter einbezahlt, wenn der Einzahler verstirbt. Das klingt sinnvoll, ist aber im Prinzip nichts anderes als eine besondere Form der Kapitallebensversicherung gekoppelt mit einer Risikolebensversicherung. Die Gebühren sind häufig hoch. Besser ist daher, eine Risikolebensversicherung für den/die Hauptverdiener abzuschließen und für die Kinder zum Beispiel mit ETF (börsengehandelter Fond) Geld anzusparen.

Tipp 5: Ein Sparbuch ist keine gute Geldanlage

Für die Enkel ein Sparbuch eröffnen und jedes Jahr an Weihnachten und zum Geburtstag eine kleine Summe einzahlen - das war für viele Großeltern in den vergangenen Jahrzehnten die Standard-Geldanlage für die lieben Kleinen, schließlich soll das Geld für die Enkel vor allem sicher angelegt werden. Das ist nachvollziehbar, bringt aber wenig Rendite. Ein eigenes Girokonto für den Nachwuchs ist zwar ein gutes Mittel, um Kindern den Umgang mit bargeldlosem Zahlungsverkehr beizubringen. Gerade, wenn für das Kind schon möglichst früh der Grundstein für ein kleines Vermögen gelegt werden soll (etwa als Anteil für den Kauf einer eigenen Wohnung), sollte man unter anderem breitgestreut in Aktien investieren. Gut geeignet sind hier ETF-Sparpläne. Damit können Anleger in verschiedenen Branchen und Ländern in Aktien investieren. Kursrückschläge lassen sich aussitzen, wenn das Geld eben erst im Erwachsenenalter, zum Beispiel erst in 20 oder 25 Jahren, gebraucht wird.

Tipp 6: Vorsicht bei Goldgeschenken

Um für Kinder ein Vermögen aufzubauen und gleichzeitig etwas zu haben, was man ihnen etwa an Weihnachten unter den Baum legen kann, schenken Großeltern oder Paten gerne Silberschmuck oder Goldmünzen. Damit schenkt man Kindern "solide" Werte, so ist oft die Überlegung. Doch hier sollte man genau aufpassen: Oft sind beworbene "wertvolle und seltene Sammlermünzen" alles andere als eine gute Geldanlage. Sie sind nur zu einem Bruchteil des Kaufpreises wieder veräußerbar. Auch Schmuck ist in dem Sinn keine gute Geldanlage. Wer Kindern Gold schenken möchte, sollte das lieber in Form von Anlagemünzen tun. Besonders verbreitet sind etwa der "Krügerrand", der "Wiener Philharmoniker" oder der "Maple Leaf". Und wer lieber Gold-Barren als Anlage verschenkt, sollte nicht zu kleine wählen. Hier ist der Preisaufschlag zu hoch.


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