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Online Schnäppchenjagd am "Black Friday"

Am kommenden Montag, 25. November 2019, beginnt wieder die sogenannte "Cyber Week", in die auch der "Black Friday" fällt. Bis zu 90 Prozent können Schnäppchenjäger dann angeblich sparen. Doch stimmt das wirklich? Und worauf sollten Sie bei Ihren Käufen unbedingt achten? Tipps von Online-Experte Nico Hilebrand-Thorbecke.

Stand: 15.11.2019

Das Bild, eine Fotomontage, zeigt die Schaufenster eines Berliner Kaufhauses mit Black-Friday-Werbung.  | Bild: dpa-Bildfunk/6Minutes Media GmbH/mydealz.de

Was ist der „Black Friday“?

Der "Black Friday" (Schwarzer Freitag) stammt aus den USA. Traditionell ist er nach Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest. Er eröffnet dort das Weihnachtsgeschäft und findet überwiegend in den Geschäften statt. Der ursprünglich als eintägiges Shopping-Event gedachte "Black Friday" wird teilweise auf mehrere Tage ausgedehnt. In der "Cyber Week" vom 25. November bis 2. Dezember 2019 haben Schnäppchenjäger dann Hochkonjunktur. In Deutschland existiert der "Black Friday" seit 2006, im Gegensatz zu den USA findet er hauptsächlich online statt.

Woher stammt der Begriff?

Es gibt mehrere Erklärungen, woher die Bezeichnung "Black Friday" stammt:

  • In den 1950er Jahren soll die Polizei in Philadelphia das Chaos (Staus, überfüllte Bürgersteige, Belagerung der Geschäfte), das am Freitag nach Thanksgiving in der Stadt herrschte, als "Black Friday" bezeichnet haben.
  • Der Ausdruck ist zudem aus der Finanzwelt bekannt: Am 29. Oktober 1929 brach in New York die Börse zusammen, was eine Weltwirtschaftskrise auslöste. Obwohl der Tag ein Donnerstag war, fiel der Börsencrash wegen der Zeitverschiebung in Europa auf einen Freitag und wurde so zum "Black Friday".
  • Manche führen die Bezeichnung auf die Menschenmassen zurück, die auf den Straßen und in den Einkaufszentren waren und aus der Ferne wie eine einzige schwarze Masse erschienen.
  • Eine andere Theorie zur Herkunft der Bezeichnung ist, dass die Händler durch den starken Umsatz an diesem Tag die Chance bekommen, wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Wie viel lässt sich an diesem Tag sparen?

Am "Black Friday" bieten verschiedene Händler und Onlineplattformen (z. B. Amazon, Ebay, Mediamarkt, Saturn) oder auch Einzelhändler vor Ort Rabatte an. Was viele Verbraucher aber nicht wissen: Manche Händler tricksen gerne bei ihren Rabattangaben.
Verbraucher sollten daher unbedingt beachten:

  • Behalten Sie stets im Hinterkopf: Keiner hat etwas zu verschenken!
  • Werbeversprechen sollten Sie immer hinterfragen.
  • Wie hoch der Preisnachlass ist, berechnen Händler nicht anhand des Marktpreises, sondern anhand des (meist wesentlich teureren) unverbindlichen Verkaufspreises (UVP). Erkundigen Sie sich also schon im Vorfeld über die gängigen Preise und Preisnachlässe.

Wo ist besondere Vorsicht geboten?

  • Den Kaufrausch nutzen auch kriminelle Händler. Bei ungewöhnlich günstigen Angeboten sollten Sie vorsichtig sein. Diese Händler kassieren bevorzugt per Vorkasse oder Kreditkarte, liefern die Waren dann aber nicht.
  • Sichere Zahlungsmittel sind SEPA-Lastschrift, PayPal oder Rechnungskauf.
  • Achten Sie auch auf Lieferkosten und Widerrufsregeln.
  • Lassen Sie sich nicht von Sätzen wie "Das Angebot läuft bald ab" unter Druck setzen. Damit wollen Händler ihre Angebote nur attraktiver machen.

Wo lassen sich am "Black Friday" die größten Schnäppchen machen?

Apps und Software bieten das größte Schnäppchenpotential, gefolgt von Reisen und Lebensmitteln. Niedrigere Rabatte hingegen gibt es auf beliebte Weihnachtsgeschenke wie Spielzeug oder Elektronikartikel. Die Nachfrage ist hier so groß, dass die Preise nicht stark gesenkt werden.

Übrigens

Am Samstag, 30. November 2019, findet der Kauf-nix-Tag statt.


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