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Wirtshaustipp Restaurant "resihuber" in München

Wolfgang Schneider stellt ein Biorestaurant in München Sendling vor. Die saisonale wie regionale Küche konnte unseren Wirtshaustester restlos überzeugen.

Stand: 28.12.2018 | Archiv

resihuber von innnen | Bild: Wir in Bayern

Das Besondere an diesem Wirtshaus

"Nach opulenten Gerichten und üppigen Weihnachtsbraten gönnen wir uns zu Jahresbeginn etwas durchweg Vegetarisches. Wobei es im 'resihuber' auch Fleisch und Fisch gibt. Alle Lebensmittel sind hier, genau wie das Restaurant, biozertifiziert, das gilt für die gelben Rüben genauso wie für das Rindfleisch, und die Fische stammen aus Wildfang. Das Restaurant im Münchner Stadtteil Sendling gehört zu den 'VollCorner' Bioläden, von denen es in München knapp 20 gibt. Die Inneneinrichtung aus hochwertiger Eiche wirkt gediegen, freundlich und einladend. In diesem lichten, wohl proportioniertem Raum bin ich sehr gerne gesessen! Zum Namen des Restaurants: Die gebürtige Dachauerin Resi Huber schmuggelte unter Einsatz ihres Lebens Nahrungsmittel, Medikamente und Briefe für KZ-Häftlinge. Sie verstarb mit 80 Jahren in Sendling. Ihr zu Ehren heißt der Platz am Schnittpunkt Implerstraße/Thalkirchner Straße Resi-Huber-Platz. Ihrer geistigen Haltung und Lebensleistung will auch das Biorestaurant durch die Namensgebung Respekt bekunden."

Küchenart

"An erster Stelle stehen hier die biologischen Lebensmittel aus der Region. Zu dieser klaren Ausrichtung gehört selbstredend auch eine saisonale Küche, die Küchenchef Sven Balzer als 'biologisch und fein' beschreibt. Er liebt den 'Cross Over'-Küchenstil, schätzt deutsche Gerichte genauso wie mediterrane oder asiatische. Hier ist alles handgemacht, das gilt für's Brot und das Eis genauso wie für die Soßen, Spätzle oder Nudeln. Da ich ein Freund übersichtlicher Speisekarten bin, gibt's von mir einen großen Pluspunkt für jeweils fünf Vorspeisen und Hauptgerichte sowie drei Desserts auf der Abendkarte. Die Mittagskarte kommt sogar noch etwas reduzierter daher. Wichtig ist für den Küchenchef, 'das freudlose Körner-Image los zu werden, das den Bio-Restaurants oft noch anhaftet. Denn das Wichtigste ist, schmecken muss es!"

Wolfgang Schneiders Vorspeise

"Vegetarische Küche kann durchaus etwas aufwändiger sein als die herkömmliche und viel Zeit in Anspruch nehmen, denn hier muss jede Menge Gemüse gekonnt zerkleinert und verarbeitet werden. Zum Beispiel bei der Rohkost-Gemüse-Pilzlasagne, vom Koch in einen Ring geschichtet. Bestandteile sind Kräuterseitlinge und Champignons, weiße und Gelbe Rüben, Kohlrabi, Kürbis, Gelbe Beete und Pastinaken, außerdem eine Crème von Cashewnüssen und Mandelmilch mit Zitrone abgeschmeckt. Serviert wird das Ganze mit einem Salatbouquet. Sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch so."

Wolfgang Schneiders Hauptspeise

"Das gleiche gilt für meine Hauptspeise, das Rote-Beete-Gulasch mit Grünkohlknödel. Gewürfelte Rote Beete wird dazu mit Zwiebel angeschwitzt, dann abgelöscht mit Gemüsebrühe und Rote-Beete-Saft, etwa 10 bis 15 Minuten geköchelt. Ein Schuss Essig sowie Meerrettich bringen Frische und Schärfe. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer und Muskat. Dazu gibt's einen Grünkohlknödel, der meines Erachtens - in seiner veganen Variante - perfekt gelungen war. Denn abgebunden wurde hier nicht mit Ei, sondern mit einer pürierten Masse aus Zwiebeln, Basmati-Reis und Hafermilch. Serviert wird diese durchaus farbenprächtige Rot-Grün-Kombination mit Sonnenblumencrème, Weißer Beete und getrockneten Schwarzkohlblättern. Das hat wirklich sehr gut geschmeckt und das Überraschende war für mich, dass ich erst fünf bis sechs Stunden später wieder Hunger verspürt habe."

Preise

"Biologische Lebensmittel sind teurer als konventionelle. Bei Geflügel und Schweinefleisch macht das gut 50 Prozent mehr aus, bei allen anderen Lebensmitteln gut 30 Prozent. So hat die Rohkost-Gemüse-Pilzlasagne 8,50 Euro gekostet, das Rote-Beete-Gulasch 15,50 Euro. Weitere Hauptgerichte zwischen 15 Euro und 27 Euro."

Adresse

Resi-Huber-Platz
81371 München
08945201670p
servus@resihuber.de
www.resihuber.bio


Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag: 11.00 bis 23.00 Uhr
Samstag: 8.00 bis 23.00 Uhr
Sonntags, montags und feiertags geschlossen.


Anreise

"
Das 'resihuber' finden Sie direkt am U-Bahnhof Brudermühlstraße (U3). Zwischen Nürnberg und München liegen etwa 170 Kilometer. Ich empfehle einen der schnellen ICEs, der für diese Strecke lediglich eine Stunde und zehn Minuten braucht."

Freizeittipp

"Wir sind dorthin gegangen, wo der Grünkohl für den Grünkohlknödel wächst, nämlich auf das 145 Hektar große Gut Obergrashof bei Dachau, das zu den Stadtgütern Münchens gehört. Auf 70 Hektar werden dort - nach Demeter-Richtlinien - etwa 50 verschiedene Gemüse angebaut. Im Außenklimastall stehen etwa 70 Murnau-Werdenfelser-Rinder, eine robuste, alte oberbayerische Landrasse. Und direkt neben dem Eingang zum Hofladen erwarten Sie Friesische Milchschafe, denn Obergrashof kann besichtigt werden. Anmeldung zur Hofführung unter 08131-20011 oder unter umweltbildung@obergrashof.de."


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