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Reisetipp Winterliches Meran

Wer Natur und Berge genauso wie einen gemütlichen Stadtbummel und eine stimmungsvolle Einkehr schätzt, findet in Meran ein wunderbares Winterreiseziel. Reiseexpertin Annette Eckl hat ihre Lieblings-Tipps für einen Besuch im vorweihnachtlichen Südtirol zusammengestellt.

Stand: 30.11.2018

Blick auf Meran vom Panoramaweg  | Bild: Annette Eckl

Reiseexpertin Annette Eckl hat für Sie ihre Lieblingstipps für eine winterliche Meran-Reise zusammengestellt.

Thermenstadt Meran - Wandern, Wein & vorweihnachtliches Flair

Diese Reise ist perfekt für die dunkle Zeit, für den Übergang zwischen Herbst und Winter, um noch den Hauch mediterranen Gefühls mit Palmen und den gelb leuchtenden Weinbergen vor teils schon schneebedeckten Gipfeln der Texelgruppe zu genießen. Es müssen schließlich nicht immer die großen Südtirol-Wandertouren sein - jetzt gehen wir einfach die verschiedensten Panoramawege und Promenaden: gemütliches Genusswandern mit tollen Ausblicken!

Einer der Wege geht zum Beispiel entlang der Passer, die sich durch Meran schlängelt, vorbei an der historischen Wandelhalle, bis hinauf zum Aussichtspunkt Pulverturm und wieder zurück durch das älteste Stadtviertel Merans, Steinach.

Einen der schönsten Blicke ins Tal haben wir vom Dorf Tirol aus, perfekt kombinierbar mit einer Wanderung zum imposant auf einem Felsen liegenden Schloss Tirol.

Besonders gefällt mir, dass sich die Wege beliebig kombinieren lassen, je nach Wetter, Laune und Kondition.

Meran ist bekannt für seine Jugendstil-Villen und schönen Parks. Hier gehört natürlich das Bummeln in der berühmten Laubengasse mit den vielen Geschäften, Trattorien und Weinstuben dazu.

Im Winter ist es in Meran besonders stimmungsvoll, wenn es auf dem Weihnachtsmarkt (Mercantino di Natale) dunkel wird. Vor dem Kurhaus an der Passerpromenade ist es bis zum 6. Januar richtig romantisch. Aber auch innen ist das Kurhaus beeindruckend und gilt als das inoffizielle Wahrzeichen Merans, das im Jugendstil erbaut wurde. Kein Wunder, dass sich hier schon Kaiserin Sissi wohlgefühlt hat - nach ihr wurde übrigens auch ein Panoramaweg benannt.

Der besondere Pluspunkt von Meran im Winter ist die Therme. Fünfzehn Pools sorgen für Entspannung: warmes sprudelndes Wasser, ein dampfendes Außenbecken, das besonders am Abend sehr schön beleuchtet ist, ein Solebecken, Whirlpool und die 33 Grad warmen Thermalbecken mit radonhaltigem Quellwasser, das aus den Bergen vom Vigiljoch oberhalb von Lana kommt und gut für Haut und Atemwege sein soll. Dazu gibt es einen großen Saunabereich und in der Vorweihnachtszeit einen beeindruckend beleuchteten Eislaufplatz vor der Therme.

Anreise

Mit dem Auto:

  • München - Meran: ca. 310 km, 3 Std.10 Min. über Brenner/Bozen
  • Nürnberg – Meran: ca. 480 km, 5 Std. über Brenner/Bozen

Mit der Bahn:

  • München - Meran: 4 Std. 40 Min., Umsteigen in Bozen: z.B. 49,90 Euro einfach
  • Nürnberg - Meran: 6 Std., Umsteigen in München und Bozen: z.B. 69,90 Euro einfach

Unternehmungen

Romantische Wege und mediterrane Palmen

Die Passer verleiht Meran sein besonderes Flair. So starten wir direkt vor dem Kurhaus an der Passer-Promenade, die dann nahtlos in die Winterpromenade übergeht. Diese heißt so, weil sie auf der Sonnenseite liegt und wir jeden Strahl in der dunklen Jahreszeit gut gebrauchen können. Auf dieser Seite gehen wir einfach 15 Minuten an der Passer entlang und genießen das Rauschen des Flusses und das Grün der Palmen, die schöne Wandelhalle mit den Verzierungen im Jugendstil bis wir schließlich zu den alten Villen Merans gelangen und zum ältesten Viertel der Stadt, Steinach.

Es gibt viele Variationen von wunderschönen Panoramawegen, die auch miteinander kombinierbar sind - alle gut zu machen und mit tollen Aussichten.

Einer davon ist der Tappeinerweg, der berühmte Weg oberhalb Merans, benannt nach dem Kurarzt Franz Tappeiner, der schon vor mehr als hundert Jahren wusste, wie wichtig es ist, seinen Kreislauf ein bisschen in Schwung zu bringen und diesen Weg anlegte. Er geht direkt in Meran los, mit leichtem Anstieg in Serpentinen hinauf und mit schönem Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge. An Palmen, einladenden Einkehrmöglichkeiten und einem Kräutergarten vorbei, geht es bis hin zum Pulverturm, wo man mit dem besten Blick auf die Stadt belohnt wird!

Blumenpracht und Tropenfeeling: die Raffeiner Orchideenwelt in Gargazon

Die Raffeiner Orchideenwelt ist die perfekte Alternative zu den Gärten von Schloss Trauttmansdorff, die gerade Winterpause haben.

In Gargazon (ca. 12 km von Meran entfernt) betreten wir die von außen eher unscheinbare, tropische Welt voller Blüten und Farben. Alles ist überdacht, so ist der Besuch bei jedem Wetter eine tolle Option. Bei angenehm warmen 22 Grad und Blumenduft gibt es hier Tropenflair pur. Über 500 verschiedene Arten farbenfroher und exotischer Orchideen, Wasserfälle, Hängebrücken und viele romantische Sitzgelegenheiten im Grünen zeigen, wie viel Liebe zum Detail hier in jeder Ecke steckt. Die Schildkröten begeistern vor allem die Kinder - eine tolle Sache für die ganze Familie. Insgesamt erwarten uns 15.000 Grünpflanzen. Ganz besonders süß sind die vielen Papageien, denen wir ganz nahe kommen und sie in Ruhe beobachten können. Es ist wie ein Ausflug in eine andere Welt und Orchideen als Mitbringsel für zu Hause gibt es natürlich auch.

Panoramawandern zum Schloss Tirol

Mitten in den Weinbergen, hoch oben über Meran, thront das Schloss Tirol, das im 12. Jahrhundert die Stammburg der Grafen aus Tirol war.

Die Panoramawanderung dorthin ist ein sehr schöner Ausflug, der direkt in Meran mit dem nostalgischen Sessellift startet. Damit geht‘s schon mal ein ganzes Stück nach oben (569 m) Richtung Dorf Tirol. Allein diese Fahrt im Einzelsessellift ist ein Erlebnis mit beeindruckenden Ausblicken auf Meran, das Etschtal, und die umliegenden Gipfel.

Oben angekommen geht es entlang des Weinweges durch die Weinberge mit den in der Sonne glänzenden, gelben Blättern. Die Trauben sind zwar längst abgeerntet, aber das Licht und die Stimmung sind um diese Zeit besonders schön und halten noch bis in den Dezember hinein an.

Wir wandern durch Dorf Tirol - die vielen hübschen Cafés sind immer gut für eine kleine Rast. Dann geht es weiter auf dem Schlossweg, der seinem Namen alle Ehre macht: der Blick auf das Schloss, das sich majestätisch auf einem riesigen Felsen erhebt, ist gigantisch - davor die Weinberge, dahinter die schneebedeckten Gipfel.

Ein Tunnel, das sogenannte Knappenloch, führt durch den Burgberg hindurch und schon sind wir da!

Einen Abstecher wert ist auch die romantische Brunnenburg unterhalb des Schlosses mit dem Landwirtschaftlichen Museum - hier kommt man sich vor wie in einem Märchen.

Alternative zum Sessellift: mit dem Auto nach Dorf Tirol fahren, dort parken, und 20 Minuten bis zum Schloss laufen.

Übernachtungsmöglichkeiten

Ich empfehle Appartements in den schönen, alten Jugendstilvillen aus dem 19. Jahrhundert, recht zentral gelegen und teilweise sogar mit Sauna oder Dampfbad, ab 100 Euro/ Tag sind solche Appartements buchbar.

Eine Alternative, besonders für Familien gut geeignet, sind Bauernhöfe, die Ferienwohnungen anbieten. Eine gute Orientierung bietet das Qualitätssiegel "Gallo Rosso" ("Roter Hahn"), oftmals gibt es hofeigene Produkte wie Wein, Apfelsaft oder Honig, zwischen 60 und 90 Euro/ Tag.

In Meran und zentrumsnaher Umgebung gibt es zahlreiche familiengeführte Hotels. Mit Balkon oder Wintergarten und inklusive Frühstück kann man hier mit um die 120 Euro/ Zimmer rechnen.

Essen & Trinken

Südtiroler Küche ist ja bei uns Bayern sehr beliebt, vor allem die Klassiker Speck, Schlutzkrapfen und Speckknödel.

Das Besondere um diese Zeit sind die Wildgerichte, wie z.B. Hirschgamsgulasch und Rehrücken und die Maroni (Esskastanien), die überall angeboten werden.

Auch die klassische italienische Küche mit Risotto und Pasta in allen Variationen findet man in den vielen Trattorien der Meraner Laubengasse und Innenstadt. Einige davon sind besonders stimmungsvoll, da sie in alten Gewölben sind - fantastisch für alle, die historisches Ambiente lieben.

Meraner Land und Vinschgau sind zudem berühmt für gute Weine. An eine Wanderung durch die Weinberge bietet es sich an, eine Kellereiführung anzuschließen, z.B. in der Kellerei Meran Burggräfler. Der Wein wird hier in Holzfässern gelagert, Verkostung und Weinbergblick inklusive. Typische Sorten der Region sind Lagrein, Vernatsch und Weißburgunder.

Meran ist voll von einladenden Vinotheken, Enotheken und Buschenschänken, all das, was Südtirol so besonders macht.

Und für alle Bierfreunde: es gibt auch lokal gebraute Biere in den sogenannten Birrerien - verschiedenste Biersorten vom Fass und sogar ein Weihnachtsbier.


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