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Reisetipp Wanderfrühling auf der Sporadeninsel Skiathos

"Skiathos hat mit die schönsten Strände Griechenlands und ist ein einmaliges Wanderparadies", schwärmt Reiseexpertin Annette Eckl. Jetzt im Frühling, wenn die Insel zu einem Blütentraum erwacht und die sonnenhungrigen Urlauber sie noch nicht belagern, ist die perfekte Reisezeit. Annette Eckl mit Tipps zu Unternehmungen, Übernachtungen und Kulinarik.

Stand: 03.04.2019

Skiathos - Traumstrände zwischen Klöstern und Erdbeerbäumen

Skiathos liegt auf den nördlichen Sporaden in Mittelgriechenland in der Ägäis. Die Insel hat mit die schönsten Strände Griechenlands und ist ein richtiges Wanderparadies. Der deutsche Wanderführer Ortwin, der seit vielen Jahren auf der Insel lebt, hat diese sozusagen wanderbar gemacht. Er hat alte Esel- und Ziegenpfade mühsam wieder freigelegt. Insgesamt 200 Kilometer Wanderwege gibt es dank ihm mittlerweile. Von einfachen Strand-Touren, über Gipfelbesteigungen bis zu Inseldurchquerungen und Panorama-Höhenwegen ist alles dabei. Das Wandern auf der Insel ist eine reine Aromatherapie. Auf den nur 48 Quadratkilometern Fläche gibt es so viele Heilkräuter wie sonst kaum in Europa, z. B. Meerfenchel, Oregano, Beinwell und Besenginster. Skiathos wird auch als die grüne Insel bezeichnet. Die üppige Vegetation der Insel besteht hauptsächlich aus Aleppo-Kiefern, Platanen, Olivenbäumen, Steineichen und Erdbeerbäumen.

Anreise

Mit dem Flugzeug: z. B. Direktflüge ab München

Unterwegs auf der Insel: Die Insel ist gut mit öffentlichen Bussen zu erkunden. Es gibt nur eine Hauptstraße, die Haltestellen sind durchnummeriert. Das macht die Sache recht einfach.

Unternehmungen

Skiathos Stadt - enge Gassen und ein malerischer, alter Hafen

Ein Besuch von Skiathos-Stadt ist der perfekte Einstieg für die Erkundung der Insel. Uns erwarten tolle Tiefblicke aufs Meer, verwunschene Gassen mit steilen Treppen, viele Kirchen und landestypisch weiß gestrichene Häuser mit blauen Türen und zinnoberroten Ziegeldächern, die zum Teil auf Felsen gebaut sind. Wie aus dem Bilderbuch präsentieren sich der alte Fischerhafen und die schönen Tavernen direkt am Meer. Mein besonderer Tipp: Der kurze Aufstieg zur Kirche Agios Nikolaos, die hoch gelegen auf einem kleinen Hügel thront und einen tollen Blick über die Stadt bietet. Eine wunderschöne Oase ist die kleine Halbinsel Bourtzi mit den Resten einer venezianischen Festung. Dort gibt es schöne, schattige Plätze unter großen Bäumen und atemberaubende Blicke auf die Bucht der Stadt. Der Besuch von Skiathos-Stadt ist gut mit einem Abstecher zum Kloster Evangelistria, einem der bedeutendsten Inselklöster, zu verbinden. Das Kloster liegt malerisch inmitten von Olivenhainen und Weinbergen. Auf der schmalen Straße, die hinaufführt, verkehrt ein Bus (ab eine Woche vor Ostern täglich).

Kap Kastro - Ruinen und atemberaubende Tiefblicke

Ein Höhepunkt war für mich die Wanderung zum spektakulären, einsamen Kap Kastro im äußersten Norden der Insel. Hoch oben auf steil aufragenden Felsen liegen die Ruinen des ehemaligen Hauptortes der Insel, tief unten das schäumende, türkise Wasser. Früher konnte der Ort nur über eine Zugbrücke erreicht werden, da die Inselbewohner sich damals u. a. aus Angst vor Piraten dorthin zurückgezogen hatten. Heute ist das Kap über schmale Küstenwege und steile Stufen zu erreichen. Durch die Überreste der Stadt führen kleine Pfade. Einige Kirchen und Häuser wurden sogar restauriert. Das Kap Kastro ist landschaftlich einer der beeindruckendsten Orte der Insel. Überall eröffnen sich schwindelerregende Tiefblicke. Der Abstieg führt durch die typische Macchia Vegetation zum Kastrostrand. Dort können wir uns in der urigen Taverne am Strand stärken. Esel, blaue Stühle, Wind und Meeresgischt im Gesicht - idyllischer geht es kaum.

Zurück nach Skiathos-Stadt: mit dem Boot

Ausgangspunkt der Wanderung: Kloster Evangelistria

Gehzeit: ca. 3,5 Std.

Kürzere Alternative: Vom Parkplatz bei der Kirche Agios Ioannis ist es nur ein kurzer Weg zum Kap Kastro.

Tipp

Unterschätzen Sie Wanderungen auf der Insel nicht, denn es gibt oft steile Steige und einsame Wege und man braucht einen guten Orientierungssinn. Es gibt jedoch die Möglichkeit, geführte Wanderungen mit dem Wanderführer Ortwin Widmann zu buchen, der die Insel wie seine Westentasche kennt und die Wanderwege markiert hat. Er kümmert sich auch um die Instandhaltung der Wege.

Kosten für geführte Wanderungen: 18 Euro/Person

Kontakt: widmann@otenet.gr

Mystischer Zauberwald - heilige Wasserquellen und verwunschene Bäume

Im mystischen Zauberwald durchqueren wir kleine Bachläufe und kommen an einer heiligen Quelle vorbei. Hier haben Mönche auf den großen Felsen, aus dem das Wasser sprudelt, ein Kreuz gezeichnet. Seitdem gilt es als heiliges Wasser. Der Zauberwald-Höhenweg führt uns zum Kloster Kechria mit uralten Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert. Im Innenhof sprudelt wieder eine Quelle mit frischem Trinkwasser. Wir bestaunen die Ruinen der alten historischen Ölmühlen. Der Weg führt durch meterhohe Farne und Schachtelhalme, vorbei an moosbewachsenen, knorrigen, alten Bäumen, die wie verwunschene Wesen aus der Mythologie aussehen. Diese urwaldähnliche Natur entfacht die Fantasie: Gnome und Feen könnten sich hier verstecken. Wir lassen uns verzaubern, auch von den Skulpturen, die eine Künstlerin noch zusätzlich in den Wald "hineingezaubert" hat. Am Ende der Wanderung erwartet uns das Meer an der Nordküste und der schöne Strand Laigaries.

Ausgangspunkt: Agios Antonios

Gehzeit: 4,5 Stunden (Rundwanderung, einfach der Beschilderung mit der Nummer 11 folgen)

Übernachtungsmöglichkeiten

Auf Skiathos gibt es ein großes Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geschmack und Geldbeutel, z. B.:

  • Studios/Appartements: Einfaches Studio für 2 Erwachsene mit Pool in Strandnähe in Koukounaries ab 30 Euro
  • Hotel in Skiathos-Stadt: Doppelzimmer mit Balkon ab ca. 40 Euro

Achtung

In der Hauptsaison (Juli/August) verdoppeln sich die Preise meist.

Kulinarisches

Was gibt es Schöneres, als am Ende oder während einer Wanderung in einer Taverne einzukehren? Eine besondere Spezialität ist "Kleftikó", ein Gericht aus dem traditionellen Steinbackofen, z. B. Lamm. Auf Skiathos kommt vieles aus dem Backofen und wird im Tontopf serviert, z. B. "Stifado", Rindfleisch oder Lamm mit Zwiebeln und etwas Zimt. Weitere Klassiker sind frittierte Sardellen sowie der beliebte griechische Bauernsalat. Typisch ist auch Käse in allen Variationen: frittierter oder gebratener Käse, Schafskäse in Blätterteig oder kleingehackter Käse, pikant gewürzt.


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