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Pflanzen Schnitt zur Verjüngung von Zimmerpflanzen

Gerade im Winter fristen unsere grünen Mitbewohner oft ein jämmerliches Dasein. Die Luft ist trocken, das Licht spärlich und sind die Pflanzen nicht mehr jung, werden sie auch kaum mehr beachtet. Pflanzenexpertin Brigitte Goss hat Tipps, wie Sie unansehnliche Zimmerpflanzen mit wenigen Handgriffen wieder zu neuem Leben erwecken können.

Stand: 23.01.2019

Efeutute | Bild: picture-alliance/dpa

Drachenbäume beschneiden

Drachenbäume sind äußerst genügsame Pflanzen. Sie wachsen und gedeihen auch an ungünstigen, lichtarmen Standorten, brauchen wenig Wasser, Dünger und Pflege. Im Sommer können Sie an einen halbschattigen Standort auch als Kübelpflanze draußen stehen. Lediglich alle 2-3 Jahre sollten sie umgetopft werden.

Allerdings werden diese langlebigen Pflanzen mit den Jahren oft lang und unförmig. Diese dickfleischigen Triebe können radikal mit einer scharfen Schere zurückgeschnitten werden:

  • Setzen Sie die Schere tief an.
  • Achten Sie darauf, dass die Schnittfläche glatt und ohne Risse ist.
  • Verschließen Sie die Schnittflächen von dicken Trieben mit Baumwachs.

Unterhalb der Schnittstelle wachsen nach ein paar Wochen die ersten grünen Austriebe.

Tipp

Das Schnittgut ist viel zu schade, um es zu entsorgen. In Wasser gestellt bildet es in ein paar Wochen Wurzeln. Eine andere Methode ist, die Triebe in 3 bis 4 cm lange Teilstücke zu zerschneiden. Diese werden waagrecht in eine Schale mit Erde gelegt und nur leicht bedeckt, gut angegossen, abgedeckt und an einen warmen Platz gestellt.

Neuer Schnitt für Benjamini

Die Birkenfeige (Ficus benjamini) steht wohl in fast jedem Haushalt oder Büro. Die grüne Allrounderin ist zwar unkompliziert, doch in den Wintermonaten fehlt ihr Licht und es fällt immer ein Teil der Blätter ab. Birkenfeigen verkahlen deshalb meist von innen. Gerade im ausgehenden Winter ist es deshalb eine gute Zeit, die Pflanzen mit sensiblen Schnitten wieder in Form zu bringen und sie zu einem Neuaustrieb anzuregen.

  • Schneiden Sie zuerst abgestorbene Äste und Zweige heraus.
  • Um lange, überhängende Triebe zu kürzen und in Form zu bringen, schneiden Sie diese bis zu einer stammnahen Verzweigung zurück. Dabei können Sie durchaus mehr als zwei Drittel der Astlänge kürzen.
  • Damit die baumartige Gestalt der Pflanze erhalten bleibt, sollten Sie so schneiden, dass schöne, dichte Verzweigungen erhalten bleiben. 

Achtung

In Birkenfeigen steckt ein hautreizender, klebriger, weißer Milchsaft. Durch den Schnitt fangen die Pflanzen an, diesen Milchsaft auszubluten. Tragen Sie deshalb beim Schneiden am besten Handschuhe und halten Sie kleine Fetzen von Küchentüchern bereit, die Sie sofort auf die Schnittfläche "kleben", damit der klebrige Milchsaft nicht auf den Boden tropft. Nach ein paar Stunden können Sie diese "Pflanzenpflaster" dann wieder entfernen.

Zimmerlianen kürzen

Efeutute und Philodendron sind äußerst beliebte Zimmerpflanzen. Die dunkelgrünen oder weißbunten Blätter verbreiten einen Hauch von Tropenfeeling. Sie sind unverwüstlich und wachsen auch in düsteren Zimmern.

Mit den Jahren werden die Triebe jedoch immer dünner und länger, alte Blätter sind schon längst abgefallen. Übrig bleibt nur noch ein Lianengewirr. Hier ist eine Radikalkur fällig:

Schneiden Sie die Triebe über einem Blatt bzw. einer Blattachsel ab.

Tipp

  • Die abgeschnittenen Triebe eignen sich hervorragend für die Anzucht neuer Pflanzen.
  • Schneiden Sie die "Lianen" in 5-10 cm lange Stücke. Die Stücke werden relativ dicht, ca. 8-10 Stecklinge in einem 12 cm Topf, mit Blumenerde gesteckt. Wichtig ist dabei, dass Sie diese Stecklinge mit mindestens einer Blattachse in die Erde stecken.
  • Oft haben Efeutute und andere Philodendron-Arten kleine Luftwurzeln. Sie wachsen relativ schnell an. Geben Sie eine durchsichtige Haube bzw. einen Plastikbeutel als Verdunstungsschutz über die Stecklinge und stellen Sie diese an einen warmen, hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Noch ein Tipp

  • Drachenbäume, Efeutute und Philodendron sind echte Luftverbesserer in geschlossenen Räumen. Mit einer dicken Staubschicht können sie ihren Job aber nicht erledigen.
  • Bei den großen Blättern kann ohne Probleme ein feuchter Staublappen zum Einsatz kommen.
  • Auch ein Duschbad mit lauwarmem Wasser steigert die Vitalität der grünen Mitbewohner.

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