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Pflanzen So halten Ihre Tulpen länger frisch

Ab Winterende bis in den Mai machen Tulpen sowohl als Schnittblumen als auch im Topf auf der Fensterbank eine gute Figur. Damit wir möglichst lange Freude an diesen Blumen haben, sollten Sie ein paar Tipps von unserem Pflanzenexperten Andreas Modery einhalten.

Stand: 18.01.2021

Ein Strauß gelber Tulpen in einer Vase auf dem Fensterbrett. | Bild: BR/Markus Konvalin

Die Frühlingsblume, die schon seit rund 400 Jahren die Menschen in Europa begeistert, ist ein wahres Farbwunder. Dank gezielter Züchtungen gibt es unter den Tulpen mittlerweile weit über 4.000 unterschiedliche Arten und Sorten - es dürfte also für jeden Geschmack etwas dabei sein. Zudem lassen sich Tulpen, gerade jetzt nach den eiskalten Tagen, hervorragend mit Ziersträuchern kombinieren.

Farbauswahl

Auch die Farbauswahl ist beeindruckend: Von Weiß und zarten Pastelltönen über leuchtend Gelb und Rot bis hin zu Dunkelviolett. Manche Sorten sind zwei-, andere mehrfarbig und zudem mit unglaublichen Musterungen.

Die frischen Blumen sind nicht nur schön anzusehen und wecken die Vorfreude auf die wärmere Jahreszeit, ein solcher Farbtupfer in der Wohnung kann angeblich sogar unser Seelenleben positiv beeinflussen:

  • Weiß soll eine klärende Wirkung auf Gedanken und Gefühle haben.
  • Violett soll unsere Entschlusskraft fördern.
  • Rot und Orange sollen anregend und leistungssteigernd wirken.
  • Gelb soll heiter stimmen.

Blütenform

Auch hinsichtlich Blütenform haben die Zwiebelgewächse einiges zu bieten: Neben den einfachen Tulpen gibt es gefüllte, die mit ihrer Vielzahl an Blütenblättern und häufig auch mit einem zarten Duft auf sich aufmerksam machen. Bei gefransten Tulpen sind die Blütenränder interessant gezackt und Lilienblütige wirken durch ihre schlanke, nach oben spitz zulaufende Blütenform besonders elegant. Exotisch kommen die sogenannten Papagei-Tulpen daher: Ihre eigenwilligen, mehrfarbigen Blütenblätter ähneln den bunten Flügeln der flatternden Vögel.  

Frisch gekauft und schon gleich schlapp? Versuchen Sie den Zeitungspapier-Trick!

Aus Sicht der Händler ist es extrem wichtig, dass die Tulpe so lange wie möglich knospig bleibt, da sich Tulpen, die bereits blühen, nicht mehr verkaufen lassen. Aus diesem Grund bekommen die Tulpen während des Transports und Verkaufs nur wenig Wasser. Schneiden Sie die Tulpe zu Hause frisch an und versorgen Sie sie mit reichlich Wasser, so bekommt die Tulpe das Signal: "Es kann losgehen!"

Und so funktioniert der Zeitungspapier-Trick:

  • Legen Sie die "schlappen" Tulpen auf einen Bogen Zeitungspapier. Achten Sie dabei darauf, dass die Stiele absolut gerade liegen. Auch die Blätter dürfen nicht eingeknickt sein.
  • Rollen Sie anschließend den Tulpenbund fest und eng in das Zeitungspapier ein. Die Stielenden sollten noch ein paar Zentimeter herausragen.
  • Jetzt kommt der entscheidende Schnitt: Schneiden Sie mit einem scharfen Messer (bitte keine Schere verwenden) die Stielenden frisch an. Ohne diesen "Rückschnitt" können die Tulpenstiele kein Wasser aufnehmen!
  • In diesem engen Zeitungskorsett geht es für die kommenden zwei Stunden in eine Vase mit frischem Wasser.
  • Die schlappen Tulpen sind so durstig, dass sie sehr schnell das Wasser aufnehmen. Dabei verfestigt sich ihr Stiel. Wenn sie beim Wasserziehen in einer geraden Form stehen, dann behalten sie diese auch danach bei. Stehen sie jedoch mit geneigtem Stiel in der Vase, dann verfestigen sie sich in der krummen Form. Mit diesem kleinen Trick können Sie schlappe Tulpen schnell wieder zum aufrechten Stehen bringen.

Tipp:

Sie können dieses Verfahren beschleunigen, indem Sie die Blätter und das Zeitungspapier vor dem Einrollen noch mit etwas Wasser besprühen. Nach dieser Zeit im Korsett stehen die Tulpen dann wieder perfekt.

Die 10 Tulpen-Gebote:

  1. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Tulpen frisch sind. Auch wenn sich der Tulpen-Bund knackig und fest anfühlt - werfen Sie bitte einen Blick auf die Schnittstellen: Diese dürfen an den Stängelenden nicht weiß und trocken aussehen! Wer ganz sichergehen will, reibt die Blätter und Stängel ganz leicht aneinander. Ist ein leises Quietschen zu hören, ist das ein untrügliches Zeichen, dass es sich um frisch geerntete Blumen handelt.
  2. Damit die Blüten der Zwiebelblumen in der Vase schön groß werden und gut aufgehen, sollten die Knospen beim Kauf bereits etwas von ihrer Farbe zeigen. Komplett grüne Tulpen sind noch sehr unreif und entwickeln sich möglicherweise in der Wohnung nicht optimal.
  3. Die Vasen müssen innen immer sauber sein, denn Bakterien befallen sonst die Blumen und verstopfen die für die Wasserversorgung wichtigen Leitungsbahnen in den Stängeln. Bevor sie ins Wasser kommen, ist es ratsam, die Tulpen mit einem scharfen Messer frisch anzuschneiden. Scheren sind für diese Arbeit nicht empfehlenswert, denn hier besteht die Gefahr, dass die Leitungsbahnen gequetscht werden.
  4. Tulpen benötigen keine besondere Schnittblumennahrung. Sie sind aber durstige Geschöpfe und brauchen viel Wasser. Trotzdem sollte die Vase nur etwa ein Drittel gefüllt sein. Bei Bedarf kann jederzeit nachgegossen werden. Glasvasen sind hier von Vorteil, denn da hat man den Wasserstand immer im Blick.
  5. Wer Tulpen mit anderen Schnittblumen mischen möchte, sollte bedenken: Tulpen wachsen in der Vase weiter! Sie könnten ihre Kollegen also schon bald überragen. Bei einem fest gebundenen Strauß sieht das zumeist nicht sehr schön aus. In einem lockeren Arrangement kann es aber sehr reizvoll sein.
  6. Aufgrund des Wachstums und der biegsamen Stängel räkelt sich ein Tulpenstrauß nach einigen Tagen oft lasziv über den Vasenrand. So entstehen sehr malerische Bilder. Besonders bei kurzen, runden Vasen kommt es zu diesem Effekt. Wer dagegen einen aufrechten Stand der Tulpen bevorzugt, sollte eine hohe Vase aussuchen.
  7. Tulpen halten bei idealen Bedingungen etwa sieben bis zehn Tage. Je kühler sie stehen, umso länger kann man sich an ihnen erfreuen. Wechseln Sie regelmäßig das Wasser und schneiden Sie die Stiele an, denn das hält Tulpen frisch. Wenn Tulpen ihre Köpfe hängen lassen, schneiden Sie die Stiele mit einem scharfen Messer an (Wichtig, sonst können die Stiele kein frisches Wasser aufnehmen!) und stellen Sie sie so eingewickelt für ein bis zwei Stunden in frisches Wasser.
  8. Stellen Sie den Tulpenstrauß nie neben eine Obstschale mit Äpfel und Birnen. Das vom Obst abgebebene Reifegas Ethylen lässt die Schnittblumen schneller welken.
  9. In einem Tulpenstrauß machen sich auch die Zweige frühlingsblühender Gehölze sehr schön. Ob Forsythie, Zierkirschen & Co. - die Kälte hat sie in die "Blüh-Startlöcher" durch spezielle Enzym- und Hormonbildung gebracht. Wenn sie jetzt geschnitten werden und in der Vase in warme Zimmer kommen, beginnen sie zu blühen!
  10. Vorsichtig mit Narzissen! Frisch angeschnitten geben sie ein Sekret ins Vasenwasser ab, das die Leitungsbahnen in den Stängeln anderer Blumen verstopft und sie schnell verderben lässt. Wer sie aber trotzdem mit den Tulpen kombinieren möchte, sollte die Narzissen zuvor für 24 Stunden separat ins Wasser stellen. Danach werden die Stiele abgewaschen und können ohne erneutes Anschneiden zusammen mit den Tulpen arrangiert werden.

Viel Freude mit den Tulpen wünschen Andreas Modery und "Wir in Bayern"!


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