BR Fernsehen - Wir in Bayern


8

Garten Diese Pflanzen werden von Bienen geliebt

Gartenexperte Andreas Modery gibt Tipps, wie jeder in seinem Garten oder auf dem Balkon etwas für Bienen tun kann und erklärt, welche Pflanzen bei den Bienen besonders beliebt sind.

Stand: 30.04.2019

Blut-Johannisbeere mit Biene | Bild: picture-alliance/dpa

Bienen haben Ansprüche

Die Honigbiene nimmt eigentlich alles an, was blüht. Wildbienen sind dagegen Spezialisten, was das Nahrungsangebot betrifft, sie sind auf spezielle Arten angewiesen.

Zunächst sollten Sie also klären, welche Bienen überhaupt in Ihren Garten kommen, damit Sie nicht etwas anpflanzen, was gar nicht benötigt wird. Wer die Zeit hat, kann sich einfach mal in seinen Garten setzen und beobachten, welche Tiere dort zu sehen sind.

  • Wichtig ist, keine gefüllten Blüten und züchterisch veränderte Sorten zu pflanzen, die für Bienen nutzlos sind.
  • "Gefüllte Blüten": Bei vielen Pflanzen ist es züchterisch so gewollt, dass die Staubblätter auch Blütenblätter sind, sie bieten also nur Farbe. In diesen "gefüllten Blüten" finden Bienen dann keine Pollen und Nektar mehr. Achten Sie daher in Baumärkten und Gärtnereien darauf, nur blühende Pflanzen auszuwählen, an denen Bienen zu sehen sind.
  • Auch wer nur Frühjahrsblüher kauft, hat im Sommer nichts Blühendes mehr für die Bienen. Um den Bienen ganzjährig ein Nahrungsangebot zu schaffen, sollten aber die verschiedenen Blühzeiten berücksichtigt werden. Ein Staudenbeet kann so angelegt werden, dass zwischen März und Oktober immer etwas blüht.
  • Besonders empfehlenswert sind Wildstauden, die man in Wildstaudengärtnereien bekommt.

Pflanzen, die bei Bienen beliebt sind

… im Blumenbeet:

  • Schafgarbe
  • Akelei
  • Lavendel
  • Lupine
  • Wilde Malve
  • Astern
  • ungefüllte Dahliensorten

… Bäume und Sträucher:

  • Stachelbeere
  • Himbeere
  • Brombeere
  • Johannisbeere
  • Wilder wein
  • Efeu
  • Weißdorn
  • Schlehe

… im Gemüsebeet:

  • Ackerbohnen
  • Borretsch
  • Ringelblumen
  • Kürbisgewächse
  • Zwiebeln
  • Kohl
  • Möhren
  • Gewürzkräuter

… auf dem Balkon:

  • Kapuzinerkresse
  • Verbene
  • Männertreu
  • Wandelröschen
  • Löwenmäulchen

… Küchenkräuter:

  • Salbei
  • Rosmarin
  • Lavendel
  • Pfefferminze
  • Thymian

Das sollte ein bienenfreundlicher Garten zu bieten haben

Gartenhecken
Sie müssen nicht gleichmäßig grün und akkurat geschnitten, sondern durch verschiedene Gehölze gemischt sein. Eine Kombination aus verschiedenen Blühsträuchern bringt unterschiedliche Blühzeiten sowie Strukturen und immer unterschiedliches Aussehen mit sich. Außerdem stellt sie immer eine Futterquelle für Bienen und andere Tiere da, insbesondere mit den Früchten im Herbst und Winter. Die Mischung macht's!

  • Felsenbirne: Sie trägt von April bis Mai weiße Blüten und im Sommer süße, essbare Früchte. Im Herbst schmückt sie Ihren Garten mit einer schönen Laubfärbung.
  • Hundsrose: Sie zeigt im Juni und Juli ihre rosa Blüten. Später im Jahr bieten die Hagebutten reichlich Futter - auch für Vögel.
  • Gewöhnlicher Liguster: Er blüht im Juni weiß und ist bei Bienen sowie Schmetterlingen äußerst beliebt. Seine Früchte werden gerne von Vögeln verzehrt, für Menschen sind sie allerdings giftig.
  • Kornelkirsche: Sie blüht bei milden Temperaturen schon im Februar, ansonsten im zeitigen Frühling. Sie hat zart gelbe, duftende Blüten und essbare Früchte.
  • Berberitze, Weißdorn, Wolliger Schneeball, Eberesche und Wald-Geißblatt sind weitere geeignete Arten für eine naturnahe Hecke.

Wichtige Tipps:

  • Erkundigen Sie sich nach der Wuchshöhe und -form der einzelnen Blühsträucher. Wechseln Sie die Pflanzen nach ihren Wuchshöhen - niedriger wachsende Sorten sollten neben höheren Sträuchern stehen.
  • Halten Sie einen Abstand zu Grundstücksgrenzen ein und lassen Sie etwas mehr Platz, da die Hecke ansonsten schnell auf andere Grundstücke ragen kann.
  • Pflanzen Sie Sträucher immer etwas versetzt, sie wachsen dichter!

Kräuter
Bei diesen Kräutern sind Bienen, Wildbienen und andere Nützlinge "Stammgäste":

  • Rosmarin
  • Thymian
  • Anis
  • Fenchel
  • Kamille
  • Salbei
  • Melisse

Tipp:

Diese Kräuter sind sonne- und wärmeliebend und mögen magere Böden.

Teich/Wasserstelle
Schon die kleinste "Pfütze"“ bzw. Wasserstelle mit flachem Ufer und ein paar Wasserpflanzen bietet Wasser für Bienen und Vögel und einen Lebensraum für Frösche und Molche. Bereits eine Fläche von einem Quadratmeter genügt. Probieren Sie es aus!

Trockenmauer
Trockenmauern sind Natursteinmauern, deren Fugen nicht mit Mörtel gefüllt sind und deren Mauerfuß unbefestigt bleibt. Die Fugen können Sie bepflanzen, da sich an Trockenheit und mageren Boden angepasste Pflanzen hier wohl fühlen. In den kleinen Mauernischen finden viele nützliche Insekten wie z. B. Wildbienen und Hummeln einen Unterschlupf.

Lesesteinhaufen
Ein Lesesteinhaufen bietet - ähnlich wie eine Trockenmauer - Versteckmöglichkeiten, einen Sonnenplatz sowie ein Winterquartier für Bienen, Grabwespen, Eidechsen, Schlangen, Lurche und Ameisen. Auch für wärme- und trockenheitsliebende Pflanzen ist sie ein günstiger Standort. Die Errichtung eines Steinhaufens ist wesentlich einfacher, als der Bau einer Trockensteinmauer. Er sollte in sonniger Lage platziert und möglichst windgeschützt sein.

Totholzhaufen
Vor allem in größeren Gärten lässt sich an geeigneten Stellen Holz zu Reisig- oder Totholzhaufen aufschichten. Auch Laub, Wurzeln oder Aststücke können mit verwertet werden. Aber auch in kleinen Gärten gibt es die Möglichkeit, unter Sträuchern einen Totholzhaufen anzulegen. Dieser bietet Lebensraum und Unterschlupf für viele Insekten. Sie finden dort Entwicklungs-, Überwinterungs- und Nistmöglichkeiten sowie Rückzugsgebiete. Einige Wildbienenarten legen ihre Eier in das Totholz.

Winterquartier
Eine Angewohnheit vieler Gartenbesitzer ist es, ihren Garten "winterfest" zu machen, indem sie auch noch das letzte Blättchen in der braunen Mülltonne verschwinden lassen. Kein Zweig bleibt liegen, alle Stauden werden kurz gestutzt und die Erde blank und schutzlos dem Winter überlassen, und damit auch die in und auf dem Boden lebenden Bewohner. In der Natur kommt das nicht vor. Insekten, Würmer, Igel, Kröten und andere Tiere finden dort immer genügend Laub, Äste oder Mauerritzen, in denen sie sich im Winter gegen die Kälte schützen können. Viele Wildbienen zum Beispiel legen ihre Eier zwischen Frühjahr und Sommer in vorhandene oder selbst gebohrte Löcher in holzige Strukturen, in Stängel oder Steinnischen. Die Brut braucht eine Kälteperiode, bevor sie im Frühjahr als erwachsene Biene schlüpfen kann. Findet sie diese Schutzräume nicht, nützt ihr auch keine Blumenwiese im Sommer. Denken Sie daher auch in der kalten Jahreszeit an Biene und Co. Sie sind nur aus dem Auge, nicht aus der Welt! Lassen Sie also ruhig das Laub liegen und schneiden Sie Stauden nicht zurück - die Tiere werden es Ihnen danken.


8