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Pflanzen Naschbeeren auf dem eigenen Balkon anbauen

Durch den Garten schlendern und die eigenen Beeren ernten - köstlich! Doch was tun, wenn man nicht im Besitz eines Gartens ist? Kein Problem! Denn Naschbeeren können Sie sich auch ganz einfach auf dem Balkon in Kübeln anbauen. Wie das geht, erklärt Ihnen Pflanzenexpertin Brigitte Goss.

Stand: 05.05.2020

Saskatoonbeere | Bild: Brigitte Goss

Die eigene Beerenernte frisch vom Strauch ist köstlich. Doch was tun, wenn kein Garten zur Verfügung steht? Schwachwachsende Varianten von Gartenbeerensträuchern, wie Heidelbeeren, Himbeeren und Felsenbirnen ist die Lösung. Denn sie wachsen auch problemlos im Kübel und brauchen zudem wenig Pflege. 

Diese Beeren eignen sich für die Kübelbepflanzung:

Topf-Himbeeren

Himbeeren werden generell in Sommer- und Herbsthimbeeren eingeteilt. Doch es gibt auch zweimaltragende Sorten, die im Juni und dann nochmal ab August an den jungen Trieben Früchte tragen. Für den Kübel eignen sich besonders zweimaltragende Sorten.

Daneben sind inzwischen auch Himbeersorten auf dem Markt, die kompakt wachsen und dazu schön aussehen. Sie werden als Balkonhimbeeren angeboten, z. B. 'Little Red Prinzess' und 'Ruby Beauty'.

Beerenzeit
Je nach Sorte von Juni bis September/Oktober

Erde
Für Himbeeren im Topf eignet sich handelsübliche Blumenerde. Die Erde sollte gleichmäßig feucht, locker und humos sein.

Pflanzgefäß
Eine Topfgröße von 5 bis 10 Litern ist im ersten Jahr ausreichend.

Standort
Himbeeren wachsen ursprünglich im lichten Wald und lieben daher einen sonnigen, aber nicht zu heißen Standort. Halbschatten vertragen sie gut.

Düngen
Nur im Frühjahr und Frühsommer sollten Sie mit einem organischen Beerendünger nach Packungsangaben düngen.

Pflege
Himbeeren im Topf sind sehr robust und brauchen keinen besonderen Winterschutz. Lediglich im Frühjahr sollten Sie abgestorbene Pflanzenteile entfernen und entweder in einen 1-2 cm (im Durchmesser) größeren Topf umtopfen oder die Pflanze austopfen, teilen und wieder in frische Erde setzen.

Achtung:

Im letzten Jahr hatten Himbeeren unter Schädlingen, den sogenannten Wanzennymphen, zu leiden. Diese haben fast über Nacht die Beeren ausgesaugt. Wanzen sind Klimagewinner und wir müssen auch dieses Jahr mit dem Schaden rechnen. Daher empfiehlt sich ein Einnetzen gegen diese Schädlinge.

Zwerg-Heidelbeeren

Normale Kulturheidelbeeren brauchen einen relativ großen Kübel. Es gibt allerdings auch die kleinen Geschwister der Kulturheidelbeeren. Sie heißen 'Emil', 'Putte' oder 'North Country' und sind echte Schätze für den Kübelnaschgarten. Ihre Früchte sind durchgefärbt wie die der wilden Heidelbeeren, schmecken nach Waldbeeren und haben einen Durchmesser von ca. 1,5 cm.

Beerenzeit
Juli bis August

Erde
Rhododendronerde entspricht den Bedürfnissen der Heidelbeeren: Sie ist humos, durchlässig und vor allem sauer. Erdbeer- oder Beerenerde ist ebenfalls geeignet. In Töpfen mit 10 bis 20 Litern Fassungsvermögen können die Pflanzen viele Jahre stehen.

Standort
An einem sonnigen Platz bilden Heidelbeersträucher die meisten Früchte. Halbschatten wird aber auch gut vertragen.

Achtung!

Die Kübel dürfen in der Sommerhitze nicht zu stark aufheizen.

Dünger
Frisch gepflanzte Heidelbeeren brauchen die ersten 3 Monate keinen zusätzlichen Dünger. Im Folgejahr versorgen Sie die Pflanzen am besten mit Rhododendron- oder Zitrusdünger. Achten Sie dabei auf die Anwendungsempfehlungen. Salzhaltige bzw. mineralische Dünger sollten Sie nicht verwenden, weil das enthaltene Salz diesen Organismen schadet. Verwenden Sie auch keinen Kompost und Mist. Beide enthalten zu viel Kalk.

Tipp:

Bei der Nährstoffaufnahme werden die Heidelbeeren von Mykorrhizapilzen und Bakterien unterstützt. Diese Bodenlebewesen können Sie mit einer Mulchschicht aus Sägespänen fördern.

Gießen
Am besten gießen Sie die kalkempfindlichen Pflanzen mit Regenwasser.

Achtung!

Wichtig ist ein guter Wasserabzug, da die Beerensträucher Staunässe überhaupt nicht vertragen.

Pflege
Die Pflanze ist sehr winterhart und braucht auch im Winter keinen besonderen Winterschutz. Entfernen Sie nach Möglichkeit alle 2 bis 3 Jahre die ältesten Triebe.

Kleine Felsenbirnen

Felsenbirnen sind Beerensträucher. Der Name ist verwirrend, denn mit Birnen haben die Felsenbirnen nichts zu tun. Sie erinnern eher an Heidelbeeren und die Früchte schmecken auch so. Für den Kübel sind die Erlenblättrige Felsenbirne Amelanchier alnifolia, die auch als Saskatoonbeere im Handel erhältlich ist und die Zwergfelsenbirne Amelanchier ovalis ssp. pumila zu empfehlen.

Beerenzeit
Ende Juni bis Juli

Tipp:

Unbedingt vor Vogelfraß schützen!

Standort
An einem sonnigen Platz bilden Felsenbirnen die meisten Früchte. Halbschatten vertragen sie aber auch gut.

Achtung!

Die Kübel dürfen in der Sommerhitze nicht zu stark aufheizen.

Erde
Felsenbirnen wachsen in normaler Gartenerde oder Blumenerde. Die Pflanze ist recht anspruchslos.

Dünger
Im Frühjahr reicht in der Regel eine Gabe Kompost oder anderer organischer Dünger (je nach Packungsanweisung verwenden). Wiederholen Sie die Düngergabe im Frühsommer.

Gießen
Felsenbirnen sind nicht sehr wasserbedürftig, sollten aber nicht austrocknen.

Pflege
Erst nach vier bis fünf Jahren sollten die alten Äste ausgeschnitten werden.

Zur Info

Himbeeren, Heidelbeeren und Felsenbirnen sind übrigens selbstfruchtbar und können als Einzelpflanzen stehen.


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