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Garten Balkon und Garten mit Stauden gestalten

Sie wollen Ihren Balkon oder Garten in eine wunderschöne blühende Oase verwandeln? Gut geeignet sind mehrjährige Stauden. Doch nach welchen Kriterien sollten die Pflanzen ausgewählt und angeordnet werden, damit sie ein stimmiges Gesamtbild abgeben? Gartenexperte Andreas Modery gibt Tipps, wie Sie zum Gartenarchitekten werden.

Stand: 11.06.2020

Staudenbeet | Bild: picture-alliance/dpa/McPHOTO/H.-R. Mueller

Mehrjährige Sommerblumen, sogenannte Stauden, punkten durch ihre Sortenvielfalt mit unterschiedlichen Blütenformen und -farben. Mit ihnen lässt sich jeder Balkon oder Garten in ein wahres Blütenmeer verwandeln und sie sind zudem sehr pflegeleicht. Andreas Modery verrät, wie Sie mit der Größe, der Farbe und der Anordnung ein stimmiges Gesamtbild erzeugen können

Gestaltung nach der Größe der Stauden

Im Garten setzen Sie höhere Stauden (z. B. Rittersporn, Fingerhut oder Phlox) als sogenannte Leitstauden in den Beet-Hintergrund. Niedrigere, dafür aber umso buschiger wachsende Stauden (z. B. Glockenblume, Feinstrahlaster oder Storchschnabel), werden als Begleitstauden davorgesetzt. Die Lücken werden schließlich mit flach wachsenden Stauden (z. B. Teppich-Phlox, Frauenmantel oder Kriech-Günsel) gefüllt (Füllstauden).

Im Balkonkasten oder Kübel werden die "Großen" in die Mitte, "Begleiter" und "Füller" in Wellen (Wechsel mittelgroß und klein) gepflanzt.

Gestaltung nach den Blütenfarben der Stauden

Die Blütenfarben sind enorm wichtige Gestaltungselemente. Stehen Sie ganz am Anfang der Planung, stellt sich die Frage, welche Farbtöne das Gesamtbild bestimmen sollen.

Nehmen Sie Ihre persönliche Lieblingsfarbe als Ausgangspunkt und wählen Sie dazu die passenden Beetpartner aus.

Beschränken Sie sich auf wenige Farben und wiederholen Sie diese als Gruppen. So schaffen Sie trotz der Kontraste ein harmonisches Ganzes.

Für interessante Spannungen sorgen sogenannte Komplementärfarben: Gelb, Rot und Blau. Diese drei Grundfarben können auch gemischt eine große Wirkung erzielen, z. B. lilafarbene Duftnesseln neben gelbem Sonnenhut oder orangefarbene Sonnenbraut neben blauer Edeldistel.

Wirkung von gelben Blüten
Gelb sorgt für ein harmonisches Gesamtbild. Es erzeugt Nähe und holt daher entfernte Gartenbereiche näher an das Auge heran. Mit Gelb lassen sich aber auch lange, schmale Grundstücke optisch verbreitern.

Wirkung von blauen Blüten
Blau täuscht Ferne vor. Ein kleiner Garten oder eine Balkonbepflanzung mit blauen Blüten im Hintergrund gewinnt an Tiefe und wirkt optisch viel größer. Zudem bewirkt die Farbe Blau bei uns ein Gefühlt von Frische und Kühle.

Wirkung von roten Blüten
Wenn der Garten Ruhe ausstrahlen soll, dann sollten Sie Blüten in Rottönen wählen. Vor allem Rot und Orange verbreiten Wärme und sind trotzdem belebend.

Wirkung von weißen Blüten
Weiß wird zwar nicht als Farbe bezeichnet, sollte aber dennoch nicht vergessen werden. Weiße Blüten bringen dunkle Bereiche des Gartens zum Leuchten und sorgen für wichtige Lichtreflexe.

Tipps zum Pflanzenkauf

Kontrollieren Sie vor dem Kauf die Wurzeln. Entfernen Sie dazu den Topf, schauen Sie sich die Wurzeln an und riechen Sie an ihnen. Sie sollten kräftig sein, nicht weich und matschig, und nach frischem Waldboden duften.

Pflanztipps

Stellen Sie vor dem Einsetzen alle Pflanzen auf das Beet, um zu sehen, in welcher Anordnung und in welchen Abständen die Pflanzlöcher auszugraben sind. Denken Sie daran, ausreichend Abstand zwischen den einzelnen Stauden zu lassen, damit sie sich frei entfalten können.

Faustregel für die Pflanzenmenge im Beet pro m²

  • 2-3 hohe Stauden oder 5-8 mittelhohe Stauden
  • 7-10 niedrige Stauden oder 12-15 Bodendecker

Gönnen Sie den Stauden vor dem Einpflanzen ein Tauchbad im Wassereimer (den Wurzelballen so lange unter Wasser drücken, bis keine Blasen mehr aufsteigen), dann wachsen sie besser an.

Achten Sie beim Pflanzen darauf, dass die Oberfläche des Wurzelballens auf einer Linie mit der Erdoberfläche liegt. Setzen Sie die Pflanzen zu tief in die Erde, wird das Wachstum behindert.

Pflegetipps

Gießen: Stauden überstehen zwar auch ein paar Tage Trockenheit, dennoch lieben sie eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser.

Mulchen: Durch die Mulchschicht rund um die Stauden hält sich nicht nur die Feuchtigkeit länger in der Erde, der Boden bleibt dadurch auch lockerer und ungeliebte Wildkräuter haben kaum eine Chance.

Stützen: Hohe Stauden benötigen eine Stütze, die verhindert, dass Regen oder Wind die langstieligen Schönheiten umknicken. Wenn die Befestigung der stärkeren Blütentriebe an Bambusstäben nicht ausreicht, empfiehlt es sich, ein „Korsett“ zu bauen: Einfach mehrere Bambusstäbe rund um die Staude in die Erde stecken und mit einer Schnur oder einem Draht umwickeln. Im Handel sind auch fertige Stützringe erhältlich.

Rückschnitt für eine zweite Blüte

Gärtner nennen das Zurückschneiden von Stauden remontieren. Frühblüher reagieren auf den Rückschnitt mit einer neuen Blüte, z. B. Rittersporn, Lupinen, Gartenmargeriten, Feinstrahlastern oder Schafgarbe. Sie haben schon Ende Mai bzw. Mitte Juni ausgeblüht. Während des Sommers haben sie dann genügend Zeit, eine zweite Blüte zu bilden.

Die Schere kommt zum Einsatz, sobald die Blütenblätter verwelkt sind. So wird vermieden, dass die Staude ihre Energie in die Frucht- und Samenbildung steckt.

Geschnitten wird eine Handbreit über dem Boden. Dieser sogenannte Basisschnitt regt die Staude an, neue Blüten zu bilden. Aber seien Sie nicht enttäuscht, denn die zweite Blütenbildung kann - selbst bei guter Düngung - nicht mit der ersten mithalten.

Der Remontier-Schnitt ist zudem gut für die Gesundheit der Stauden und sorgt für einen Vitalitätsschub. Schließlich werden sie nach der ersten Blütenbildung anfälliger für Schädlinge und Pilze (z. B. Grauschimmel und Mehltau). Nach dem Rückschnitt zeigen sich die jungen Triebe gesund und in frischem Grün.

Staudenpflanzen aus der Sendung

Blaue Blüten:

  • Rittersporn (Leitpflanze)
  • Katzenminze (Begleitpflanze)
  • Blauer Bubikopf (Füllpflanze)

Weiße Blüten:

  • Phlox (Leitpflanze)
  • Cosmea (Begleitpflanze)
  • Sternmoos (Füllpflanze)

Rote Blüten:

  • Löwenmäulchen (Leitpflanze)
  • Rote Strohblume (Begleitpflanze)
  • Nelke (Füllpflanze)

Gelbe Blüten:

  • Dahlie (Leitpflanze)
  • Kokardenblume (Begleitpflanze)
  • Goldthaler (Füllpflanze)

Pflanzkübel:

  • blaue Katzenminze (Leitpflanze)
  • ockerfarbene Studentenblume (Begleitpflanze)
  • weißer Zauberschnee (Füllpflanze)

Wichtig ist nicht nur zu beachten, welche Größen und Blütenfarben zueinander passen, sondern auch wann die Stauden blühen. Planen Sie Ihr Staudenbeet daher am besten vorher auf dem Papier und legen Sie sich einen Pflanzplan mit Blütenfarbe und Blühzeitpunkt an.


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