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Garten Alternative Düngung - eine gute Resteverwertung

Pflanzen lieben Dünger, doch muss es die Chemiekeule aus dem Gartencenter sein? Natürlich nicht! Gartenexperte Andreas Modery stellt zahlreiche alternative Düngemethoden vor, allesamt umweltfreundlich, nachhaltig und preisgünstig. Denn der beste Dünger fällt unter anderem in der Küche als "Abfall“ an.

Stand: 18.05.2020

Nahaufnahme Fraunhände, die einen Setzling halten | Bild: picture alliance/VisualEyze

Dünger sind Stoffgemische, die das Angebot an Nährstoffen für die Pflanzen erhöhen. Mit Dünger "füttert“ man sozusagen seine Pflanzen und fördert somit deren Gesundheit, Ertrag und Qualität. Gleichzeitig erhält man die Fruchtbarkeit des Bodens.

Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen mineralischen und organischen Düngern:

  • Mineralische Dünger werden synthetisch hergestellt. Sie bestehen aus Salzen, die in Granulat, als Pulver oder in flüssiger Form eingesetzt werden.
  • Gartenfreunde, die mit der Natur gärtnern wollen, verzichten meist auf Mineraldünger. Sie verwenden organischen Dünger wie z. B. Komposterde, die für einen höheren Stickstoffgehalt mit Hornmehl oder -spänen ergänzt werden kann. Doch die Möglichkeiten, mit anderem organischen Material zu düngen, sind beinahe unbegrenzt.

Organische Düngermethoden:

Bananenschalen-Dünger

Zur schnellen Zersetzung im Boden sollten Sie die Bananenschalen in kleine Stücke schneiden oder mit der Küchenmaschine klein häckseln. Anschließend können Sie die Schalen zunächst an einem luftigen Ort trocknen lassen, bis Sie die benötigte Menge haben oder gleich und direkt als Dünger verwenden.

Bewahren Sie die Schalen nicht in einem geschlossenen Gefäß oder Folienbeutel auf, damit sie nicht schimmeln.

Wichtig:

Nur die Schalen von Bio-Bananen verwenden! Im konventionellen Bananenanbau werden regelmäßig Fungizide zur Bekämpfung der Pilzkrankheit Sigatoka Negra ausgebracht.

Zum Düngen arbeiten Sie die Schalenstückchen einfach im Wurzelbereich der Pflanze flach in die Erde ein.

Der Effekt der Bananenschalen äußert sich in gesünderen, blühfreudigeren Pflanzen, die dank des hohen Kaliumanteils besser durch den Winter kommen.

Da der Stickstoffgehalt sehr gering ist, können Sie Ihre Pflanzen die ganze Saison hindurch mit Bananenschalen düngen. Eine Überdüngung ist dabei kaum möglich, zumal Sie wohl ohnehin nicht genug "Bananendünger" zusammenbekommen, um beispielsweise ein ganzes Rosenbeet damit zu düngen. Rund 100 Gramm pro Pflanze sind eine gute Dosis.

Tipp für Zimmerpflanzen:

Bananentee Ihre Zimmerpflanzen können Sie mit einem Flüssigdünger aus Bananenschalen versorgen. Dazu zerkleinern Sie die Schalen und kochen rund 100 g mit 1 L Wasser auf. Lassen Sie den Sud anschließend über Nacht ziehen und seihen Sie die Schalenreste am nächsten Tag mit einem feinen Sieb ab. Diesen "Bananen-Tee“ sollten Sie dann im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnen und damit Ihre Zimmerpflanzen gießen.

Düngen mit Kaffeesatz

Durch den hohen Stickstoffgehalt ist Kaffeesatz der ideale Dünger für Geranien und Rhododendron. Er versorgt die Wurzeln mit zusätzlichem Phosphor und Kalium, regt den Stoffwechsel an, stärkt das Wachstum und fördert die Samenbildung. Harken Sie den feuchten Kaffeesatz gut in die Erde ein, da er sonst schnell zu schimmeln anfängt.

Tipp für den Kompost:

Auch auf dem Komposthaufen macht sich Kaffeesatz gut. Er lockt Regenwürmer an, die für eine schnelle Kompostierung sorgen.

Als "Königin der Blumen“ gehört der Rhododendron zu den Starkzehrern. Geben Sie ihm maximal eine halbe Tasse Kaffeesatz im Monat, und auch diese nur als kleine Ergänzung zu einer Düngung mit bspw. Tannen- oder Fichtennadeln, eine reine "Kaffee-Düngung" wäre zu einseitig!

Hortensien sollen idealerweise buschig und reichlich blühen. Dies funktioniert aber nur, wenn sie ordentlich mit Nährstoffen versorgt werden, schließlich stellen sie hohe Ansprüche an den bevorzugt sauren Boden. Kaffeesatz eignet sich deshalb optimal als ebenfalls ergänzende Düngung, denn er ist leicht sauer. Dossierung wie beim Rhododendron.

Milch im Gießwasser

Wenn Sie Ihrem Gießwasser ein wenig Magermilch beimischen, nehmen die Pflanzen über die Wurzeln die Aminosäuren der Milch auf und fördern so das Pflanzenwachstum. Besonders Tomaten lieben das milchige Wasser. Zusätzlich schützt diese Mischung vor schädlichen Pilzen, nicht nur bei Tomaten, sondern auch bei Rosen und Stauden. So beugen die Aminosäuren sogar dem Mehltaubefall vor.

Wichtig:

Wer Pflanzen mit Milch düngen will, muss möglichst frische Milch im Verhältnis 1:8 mit Wasser verdünnen. Frischmilch enthält im Gegensatz zur H-Milch noch die benötigten Mikroorganismen.

Nehmen Sie zum Düngen mit Milch einfach den Restmilchbestand aus der Flasche, verdünnen Sie diesen mit Wasser und besprühen Sie Ihre Pflanzen damit. Auf diese Weise wird auch die Milchflasche noch sinnvoll ausgespült.

Schafwolle als Dünger

Verschmutze Partien der Schafwolle werden beim Scheren oft aussortiert, sie sind allerdings reich an Nährstoffen und deshalb der perfekte Dünger: Stickstoff, Kalium, etwas Schwefel, in geringen Mengen Phosphat und Magnesium. Da Phosphat nur schwer ausgewaschen wird, ist in den meisten Böden genügend oder sogar zu viel davon vorhanden. Daher ist ein Mehrnährstoffdünger wie ungewaschene Schafwolle hier durchaus sinnvoll!

Die meisten organischen Dünger setzen 75% des verfügbaren Stickstoffs innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen frei, bei Schafwolle wird diese Stickstoffabgabe um rund 20 Tage verlängert - ein perfekter Langzeitdünger.

Doch die Wolle hat auch noch andere Qualitäten: Sie kann das 3,5-fache des Eigengewichts an Wasser speichern, schreckt Schnecken durch ihre Struktur und Wühlmäuse mit ihrem Geruch ab, und verbessert außerdem die Qualität des Bodens.

Die ungewaschene Schafwolle ist der ideale Dünger für Starkzehrer wie Kartoffeln, Paprika, Tomaten, Kohlarten, aber auch für Stauden oder Kübelpflanzen. Sie ist über den Gartenfachhandel zu beziehen.

Zupfen Sie die Schafwolle in kleinen Flocken auseinander und verteilen Sie diese direkt um die Pflanze herum. Decken Sie die Wolle mit etwas Erde ab, damit sie nicht sofort vom Winde verweht oder von Vögeln zum Nestbau entwendet wird. Ordentlich angießen! Die Wolle quillt auf und gibt die Nährelemente frei.

Übrigens:

Zahlreiche "Küchenabfälle“ eignen sich hervorragend als natürlicher Dünger, z. B. das ungesalzene Wasser von gekochten Kartoffeln, Eiern oder Gemüse. Während des Kochens geben diese Mineralstoffe an das Wasser ab. Kalt gegossen wird hiermit das Pflanzenwachstum gefördert. Auch abgestandenes Mineralwasser ist ein Genuss für die Pflanzen. Es ist reich an Mineralstoffen und die Rest-Kohlensäure löst den Kalk im Boden.

… viel Erfolg beim Düngen!


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