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Pflanzen Bodendeckerstauden erleichtern die Gartenarbeit

Unordnung und Unkrautwuchs ist das Grauen für viele Gartenbesitzer. Wer wenig Zeit hat, den Garten in Ordnung zu halten, kann, anstatt die Gartenflächen mit Vliesen und Steinschüttungen zu bedecken, Beete und vor allem Beetränder mit Bodendeckerpflanzen schön und pflegeleicht in Szene setzen.

Stand: 02.10.2019

Blauer Bubikopf | Bild: picture-alliance/dpa

Pflanzenteppiche sind pflegeleichte Alleskönner

Bodendeckerpflanzen bleiben flach, wachsen kaum in die Höhe, aber in die Breite, und bilden einen Teppich, der sich über den Boden schmiegt.

Die Teppichpflanzen lassen kein Unkraut aufkommen, schlucken Staub und teilweise auch herabfallendes Laub - Warum also nicht alles unter den Blütenteppich kehren?

Die Bodendeckerstauden verringern im Sommer das Austrocknen des Bodens und bieten Insekten Nahrung. Sie schützen den Boden vor Auswaschung und halten ihn bei Wind und Starkregen fest. Sie sind auch praktischer Naturschutz: So manches Krabbeltier, wie z. B. der Marienkäfer, finden unter dem schützenden Pflanzenmantel ein behagliches Winterquartier.

Die Bodendecker sind geniale Gartengestalter. Die niedrigen Pflanzenbegleiter rollen den Prachtstauden den "roten Teppich" aus, geben Staudenbeeten als Abschluss einen disziplinierenden Rahmen und schließen Bepflanzungslücken.

In der Grabgestaltung sind die Blüten- und Grünteppiche unverzichtbar. Sie können gerade bei großen Grabstellen großflächig den Boden bedecken, sind eine kostengünstige Dauerbepflanzung, verringern die Gießarbeit und sind in erster Linie einfach eine geschmackvolle Grabgestaltung.

Pflanztipps

Pflanzzeit
Ganzjährig, Hauptsache der Boden ist nicht gefroren. Allerdings ist der Herbst eine bevorzugte Zeit, weil der Boden noch warm ist und die Pflanzen gut einwurzeln können.

Pflanzung
Boden vor dem Pflanzen von Wildkräutern befreien, gut lockern und immer sehr sorgfältig einebnen. Damit die Pflanzen gut anwachsen können, den Boden am besten mit guter Pflanzerde mischen oder bedecken.
Wenn die Bodendecker schnell einen dichten Teppich bilden sollen, dann am besten dicht pflanzen. Je nach Pflanzenart bis zu 16 Pflanzen pro Quadratmeter.

Düngen
Düngen ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Bodendeckerpflanzen sind eher schwachwachsend, so dass die vorhandenen Nährstoffe im Boden ausreichen.


Grabbepflanzung
Gräber werden frühestens 6 Wochen nach der Beerdigung bepflanzt. Am besten erst mit Wechselbepflanzung, die im Frühjahr wieder entfernt wird, bestücken (beispielsweise Heide).

Vor dem Pflanzen die Flächen sehr gut einebnen.

Achtung

Klassische Graberde ist nicht für das Pflanzen geeignet! Es gibt spezielle Grabpflanzerde.

Winterpflege
Wintergrüne Stauden können unter herabfallendem Laub ersticken. Deshalb evtl. locker mit Reisig bedecken, das schützt außerdem auch vor der Wintersonne.

Sommerpflege
Wuchernde Pflanzenteile abschneiden und einkürzen.

Pflanzenteppiche für die Sonne

Teppich-Myrthenaster (Aster ericoides 'Snowflurry')

Wenn sich die Blüten der Teppich-Myrthenaster von September bis Oktober öffnen, könnte man tatsächlich glauben, dass der erste Schnee gefallen ist. Sie bildet dichte Teppiche, wächst stark in die Breite und wird nur 5 bis höchstens 10 cm hoch. Bei der Pflanzung reichen 9 Pflanzen pro Quadratmeter aus. Im Sommer bilden sich lange Triebe, die man zur besseren Verzweigung der Pflanze am besten einkürzt.

Thymian

Vom Thymian gibt es viele Arten. Je nach Nutzung des Beetes kann man den klassischen Gewürzthymian oder flachwachsende Thymianarten, wie den Kaskadenthymian (Thymus longicaulis) pflanzen. Thymian wird je nach Art zwischen 5 bis 20 cm hoch. Einige Arten breiten sich von selbst gut aus. Sie brauchen einen vollsonnigen Standort und durchlässigen, humosen Boden, der etwas mit Sand gemischt werden kann. Mit einem leichten Winterschutz aus lockeren Reisigzweigen kommen diese immergrünen Kräuter gut über den Winter.

Dichtblütiger Ziest (Stachys monnieri, „Zwerg“)

Der kleine Ziest ist teilweise wintergrün und bildet dichte Matten mit einer Höhe von bis zu 10 cm. Er blüht von Juli bis September lila.

Alle Blüten der Stachys-Arten bieten hervorragendes Bienen- und Hummelfutter. Die Einfassungspflanze verträgt zeitweise Trockenheit.

Wollziest (Stachys byzanthina)

Die Pflanzen mit den dichtbehaarten Blättern sind echte Gartenhelden. Sie gedeihen noch in der größten Sommerhitze. Die Blattrosetten werden 10 cm hoch. Die Blüten heben sich von den Blättern bis zu 30 cm in die Höhe. Die Pflanzen brauchen lediglich einen durchlässigen Boden. Im Sommer können die abgeblühten Blütenstände entfernt werden. Das wollige Laub wird von vielen tierischen Gartenbewohnern als Baumaterial verwendet.

Silber-Fiederpolster (Cotula hispida)

Das silberlaubige Pflanzenpolster wird nur 5 bis 10 cm hoch. Es gedeiht sogar in steinigen und nährstoffarmen Böden. Das Fiederpolster eignet sich sogar als Fugenfüller von Trittplatten und an Straßenrändern aufgrund seiner Salzverträglichkeit. Zu lange Trockenheit verträgt es allerdings nicht. Die kleinen Blüten spenden Nektar und Pollen für Bienen und kleine Insekten.

Pflanzenteppiche im Halbschatten

Gaudich oder blauer Bubikopf (Isotoma fluviatilis)

Die sehr flachwachsende Staude – sie wird nur 5 cm hoch – ist etwas für die wärmen Gegenden, denn sie ist nur bis minus 15 °C winterhart.

Sie wächst gut auf gleichmäßig feuchten Standorten und verträgt den vollen Schatten. Dort wo sie mehr Sonne bekommt, blüht sie in weißen und blauen Blüten.

Virginia - Goldkörbchen (Chrysogonum virginianum)

Das Goldkörbchen ist ein wahrer Dauerblüher. Mit 25 cm Wuchshöhe gehört es nicht zu den ganz flachen Bodendeckern. Es möchte einen lockeren, humosen Boden mit gleichmäßiger Feuchte. Trockenheit verträgt es nicht und sollte in regenarmen Gebieten im Sommer ausreichend gewässert werden. Dafür blüht es mit den Zinnien ähnlichen Blüten von Mai bis September.

Extratipp: Bodendeckerpflanzen vermehren

Teppichpflanzen, die lange Triebe bilden (z. B. Thymian, Teppichmyrthenaster, Isotoma), lassen sich besonders leicht selbst vermehren. Lange Triebe drückt man an einer Stelle fest in die Erde und beschwert ihn mit einem Stein. Nach einigen Wochen im Sommer bilden sich so an dieser Stelle neue Wurzeln. Dann können die Pflanzen einfach von der "Mutterpflanze" abgetrennt werden. Viele Bodendeckerpflanzen vermehren sich ohne unser Zutun selbst und bilden durch Seitensprossen neue, kleine Pflanzen, sogenannte "Stolonen".


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