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Auto So vermeiden Sie einen Motorschaden

Einen Motorschaden fürchtet jeder Autofahrer, weil damit fast immer hohe Reparaturkosten verbunden sind. Da liegt die Frage nahe, wie Motorschäden zu vermeiden sind. Kfz-Meisterin Sonja Bleuel gibt Fahr- und Pflegetipps.

Stand: 15.02.2018

Motorschäden vermeiden | Bild: Colourbox

Was ist die häufigste Ursache für einen Motorschaden?

Die häufigste Ursache für einen Motorschaden ist mangelnde Wartung und damit ist in erster Linie die regelmäßige Inspektion Ihres Autos gemeint. Denn nur bei den Überprüfungen in der Werkstatt können erste Symptome bzw. Ursachen für einen Motorschaden erkannt und behoben werden.

Ein Beispiel: der Check des Zahnriemens. Ist der Zahnriemen einmal gerissen, lässt der Motorschaden meist nicht lange auf sich warten. Da sich der gefürchtete Riss des Zahnriemens selten ankündigt, hilft nur eine regelmäßige, fachmännische Kontrolle bzw. der vom Hersteller empfohlene Austausch. Die Wechselintervalle variieren dabei zwischen 60.000 und 180.000 Kilometern. Spätestens nach 6 Jahren sollte aber auf jeden Fall ein Zahnriementausch erfolgen.

Ähnliche Wartungskriterien gelten für den Keilriemen bzw. für den Ölwechsel. Auch Motoröl verschleißt, d. h. die Motorölbestandteile (Additive) bauen sich im Laufe der Zeit ab, Staub, Verbrennungsrückstände und Abrieb sorgen für die Verschmutzung des Öls und schaden dann vor allem den beweglichen Motorteilen.

Worauf sollte man beim Autofahren bzw. der Autopflege achten?

Regelmäßig Motorölstand prüfen

Zu wenig Öl führt dazu, dass der Motor weder ausreichend geschmiert noch ausreichend gekühlt wird, wodurch die beweglichen Teile im Motor Schaden nehmen können. Ein Beispiel, der sogenannte "Kolbenfresser", bei dem sich "das Metall des Kolbens durch Gleitreibung an der Lauffläche des Zylinders so stark erhitzt, dass beide Bauteile geradezu miteinander verschmelzen", erläutert der TÜV diesen Schaden. Vor allem ältere Fahrzeuge haben einen erhöhten Ölverbrauch, der dann durch rechtzeitiges Nachfüllen ausgeglichen werden muss.

Tipp

Faustregel: Kontrollieren Sie den Ölstand nach jedem dritten Tankstopp.

Regelmäßig Kühlflüssigkeit prüfen

Auch zu wenig Kühlflüssigkeit kann zur Überhitzung des Motors und damit zu einem Motorschaden führen.

Momentan wichtig: Kühlwasser winterfest machen, denn natürlich führt auch gefrorenes Kühlwasser zu einer unzureichenden Kühlung des Motors. Tipp: Kleine Testgeräte, mit denen man kontrollieren kann, bis zu welchen Minusgraden das Kühlwasser frostsicher ist, gibt es an vielen Tankstellen oder relativ günstig im Fachhandel.

Im Sommer führt zu wenig Kühlwasser bzw. eine defekte Kühlanlage besonders im Stau zur Motorüberhitzung. Denn dann fehlt der kühlende Effekt des Fahrtwindes und die Motortemperatur kann schnell kritische Höhen erreichen. Leuchtet die Warnlampe, stellen Sie Ihr Fahrzeug schnellstmöglich ab und lassen den Motor abkühlen.

Abgase beobachten

Beachten Sie auch ab und zu, was hinter Ihrem Fahrzeug passiert. Erkennen Sie weiße, graue oder bläuliche Abgaswolken, kann das auf Motorprobleme hinweisen. Lassen Sie dann in einer Werkstatt die Ursachen für die verfärbten Abgase überprüfen.

Nicht durch tiefe Regenpfützen oder Wasserlachen fahren

Wenn Sie nicht erkennen können, wie tief eine Regenpfütze ist, umfahren Sie diese besser, da sonst ein Motorschaden durch Wasserschlag entstehen könnte. Bei vielen Autos befindet sich etwa auf Höhe der Stoßstange die Ansaugöffnung, durch die der Motor Luft zieht.

Motor warm fahren

Muten Sie Ihrem Motor keine hohen Drehzahlen zu, solange er seine Betriebstemperatur noch nicht erreicht hat. Motoröl ist in kaltem Zustand zähflüssig und erreicht erst wenn es warm ist, seine volle Fähigkeit, den Motor ausreichend zu schmieren und die beweglichen Teile im Motor zu schützen. Die richtige Betriebstemperatur liegt bei etwa 90 Grad.

Gleichmäßig fahren

Auch der häufige Wechsel zwischen hohen und niedrigen Drehzahlen kann dem Motor schaden. Bei Autos mit Gangschaltung empfiehlt es sich, lieber früh in den nächsthöheren und spät in den nächsten niedrigeren Gang zu schalten. Das schont den Motor und hilft beim Kraftstoffsparen.


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