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Pflanzen Mischkultur im Gemüsebeet: Diese Pflanzen passen zueinander

Mischkultur im Gemüsebeet liegt im Trend und birgt viele Vorteile. Üppige Ernten bekommt man auch auf kleinstem Raum, sofern man die Partnerwahl beachtet. Wer mit wem kann und wer nicht, verrät Gartenexpertin Brigitte Goss.

Stand: 09.05.2018

Mischkultur in einem Gemüsebeet mit Kopfsalat und Kohlrabi | Bild: picture-alliance/dpa

Pflanzen können sich gegenseitig Schädlinge vom Hals halten, sich im Wachstum fördern und nötige Anbaupausen verringern. Bei Gemüsepflanzen gibt es richtige Liebesbeziehungen, Vernunftehen und Charaktere, die so sanftmütig sind, dass sie mit jeder anderen Gemüseart eine gute Beziehung eingehen. Doch aufgepasst: Auch bei den Gemüsepflanzen gibt es Streithammel, die sich nicht mit jedem vertragen!

Gemüse, das mit jedem kann

  • Zucchini
  • Pflücksalat
  • Feldsalat
  • Basilikum
  • Karotten

Gartenhelden, die anderen behilflich sind

  • Spinat scheidet mit seinen Wurzeln "Saponine" aus, die den Beetpartnern guttun. Nur als Vor- und Nachkultur mit der eigenen Verwandtschaft (Mangold, Rote Bete) gibt es Probleme. Spinat kann im Frühjahr und Herbst gesät werden. Er lockert, bedeckt und schützt den Boden, wenn nichts anderes wächst. Er ist ein klassisches Wintergemüse. Im Sommer bildet er Blüten und schmeckt deshalb nicht gut.
  • Dill fördert die Keimfähigkeit anderer Samen und stärkt Möhren, Rote Bete, Gurken sowie Kohl und schützt sie vor Krankheiten.
  • Sellerie schützt Kohlarten vor Raupen.
  • Knoblauch beugt Pilzerkrankungen bei den Nachbarn, wie z. B. Erdbeeren, Tomaten und Gurken vor, nicht jedoch bei Bohnen, Erbsen und Kohlgewächsen.
  • Ringelblume und Tagetes pflegen den Boden und vertreiben schädliche Bodennematoden (Fadenwürmer).

Gemüse, das sich untereinander schlecht verträgt

  • Nachtschattengewächse (Tomaten und Kartoffeln): Die Ansteckungsgefahr durch Krankheiten, wie die Kraut- und Braunfäule, ist für diese Kombination sehr hoch.
  • Kohlgewächse (z. B. Kopfkohl, Kohlrabi, Mairübchen, Brokkoli, Blumenkohl, Rucola, Kresse, Radieschen): Sie können sich mit Schädlingen anstecken und brauchen eine Anbaupause von mindestens drei Jahren. Sind Schadorganismen aufgetreten, sollten sechs Jahre keine Kohlarten mehr angebaut werden.
  • Doldenblüher (Petersilie, Dill, Pastinake, Karotte, Sellerie): Dieses Gemüse braucht bei Monokultur vier Jahre Anbaupause.
  • Gänsefußgewächse (Spinat, Rote Bete, Mangold): Sie sollten nicht nacheinander und nicht nebeneinander angebaut werden. Die Wurzelausscheidungen lässt die eigene Verwandtschaft kümmern.
  • Buschbohne - Erbse: Diese beiden sollten nicht nacheinander und nicht nebeneinander angepflanzt werden. Auch ihre Wurzeln vertragen sich nicht.

Traumpartnerschaften im Gemüsebeet

  • "Der flotte Dreier" - Kohl, Sellerie und Tomate: Sie haben die gleichen Ansprüche an Nährstoffe und Wasser. Sellerie und Tomaten halten dem Kohl die Schädlinge vom Hals. Kohl schützt dafür Sellerie vor Sellerierost.
  • Bohne und Bohnenkraut: Bohnenkraut wehrt die Bohnenlaus ab.
  • Basilikum und Gurke: Basilikum schützt die Gurke vor Mehltaubefall.
  • Karotten und Zwiebeln: Sie gehen eine Vernunftehe ein. Unter Umständen halten sie sich gegenseitig Schädlinge vom Leib, haben aber unterschiedliche Bedürfnisse hinsichtlich Wasserversorgung bzw. Bodenfeuchte. Noch besser passen daher Karotten und Erbsen zueinander.
  • Brigittes Pflanztipp: Gemüsepflanzen brauchen selbst mit dem Lieblingspartner ausreichend Raum, um gut gedeihen zu können - wie in jeder Liebesbeziehung.

Beachten Sie auch die Fruchtfolge!

Neben der Mischkultur (Gemüse nebeneinander) ist die Fruchtfolge (Gemüse nacheinander) eine wichtige Strategie im Garten. Die klassische Aufteilung der Beete in vier Parzellen, wie man das von einem Bauerngarten kennt, macht es einfach. Die Beete werden rundherum Jahr für Jahr anders bestellt, so dass nach vier Jahren die Gemüsepflanzen wieder an derselben Stelle angebaut werden. So wird die Übertragung und die Überbeanspruchung des Bodens vermieden.


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