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Pflanzen Lavendel-Kunde

Lavendel ist die Duft-Pflanze der Toskana und der Provence. Doch auch in unseren Gefilden wächst sie prächtig, wenn man weiß, wo sie am besten gedeiht und wie man sie pflegt. Dank winterharter Sorten ist sie nicht nur für den Balkon, sondern auch für den Garten geeignet und bringt mediterranes Flair ins Grün.

Stand: 30.05.2018

Lavendel | Bild: colourbox.com

"Wir in Bayern"-Gartenexperte Andreas Modery stellt eine der beliebtesten Gartenpflanzen vor, die bei ihm sofortiges Fernweh hervorruft, den Lavendel: "Lavendel steht für mich für die Provence, er hat einfach einen unverkennbaren Duft. Probieren Sie es einmal aus: Augen zu, am Lavendel schnuppern, und schon ist es da, das Fernweh!"

Lavendel als Garten- und Balkonpflanze mit Tipps zur richtigen Pflege

Lavendel ist weder ein Ziergehölz noch eine Staude, sondern ein sogenannter Halbstrauch. Gemeint ist damit eine Pflanze, die mit der Zeit von unten beginnt zu verholzen, deren neue Triebe und Zweige aber zunächst nicht verholzt sind. In der Jugend krautig, dann holzig.

Lavendel - ein besonderer Name

Lavendel hat seinen Namen aus dem Lateinischen - lavare: waschen.

Die Aromen des ätherischen Öls, das für den Duft verantwortlich ist, werden seit dem Altertum als Badezusatz genutzt. Apropos Duft:  Wer glaubt, dass Lavendel immer gleich duftet, der irrt! Der Duft steht in Abhängigkeit zu Wetter und Temperatur. Je trockner und wärmer die Luft ist, desto intensiver können wir die Aromen des Lavendel in der Nase aufnehmen.

Garten-Lavendel

Der Garten-Lavendel kommt in verschiedenen Sorten vor, mit großen oder kleinen Blüten in Violett, Weiß, Rosa oder Blau.
Wichtig: immer frostharte Sorten auswählen.

  • "Miss Katherine": Dieser Lavendel hat die schönsten pinkfarbenen Blüten. Seine Besonderheit: Die jungen Blüten sind sternförmig gemustert.    
  • "Melissa Lilac": Die behaarten Blütenkelche vermitteln den hellvioletten Blüten eine Opulenz. Dieser Lavendel wächst locker und ist eine ideale Dufthecke.
  • "Silver Sands": Er hat ein silbergraues Laub sowie filigrane, dunkelviolette Blütenrispen und versprüht einen süßlich-aromatischen Duft. Sein Blütenzauber wird bis Ende August anhalten. Diese Sorte eignet sich für Einfassungen und Wege.  

Ein Platz an der Sonne

Lavendel liebt und braucht im Garten sonnige Plätze und magere, nährstoffarme Böden. Will man den Lavendel verwöhnen, dann gibt man ihm einmal im Jahr eine Portion Gartenkalk in seinen sandigen Boden, jedoch niemals Dünger!

Winterschutz

Gefährdet wird der Garten-Lavendel im Winter nicht etwa durch Frost, sondern vielmehr durch Sonne. Sie erwärmt die Erde rund um den Lavendel, was wiederum seine "Initialzündung" für Blattbildung ist. Die Folge sind Frostschäden. Deshalb bekommt der Lavendel im Spätherbst einen "Bodenmantel" mit Laub, Reisig oder Mulch, dann übersteht er den Winter unbeschadet.

Rückschnitt

Damit der Lavendel nicht verkahlt und holzige Beine bildet, braucht er einmal im Jahr direkt nach der Blüte einen ordentlichen Rückschnitt. Bei dieser Aktion kann er bis zur Hälfte seiner Größe gestutzt werden. Wichtig: achten Sie auf den sogenannten Schnittpunkt, der noch im Grünbereich des Lavendel liegen muss. Wird ins alte, silberne Holz geschnitten, ist der Lavendel beleidigt und treibt nicht mehr aus.

Lavendel im Topf

Wer nicht über einen Garten verfügt, kann den Halbstrauch wunderbar im Balkonkasten oder Kübel kultivieren. Hier bevorzugt der Lavendel Kräutererde. Geeignete Sorten für den Balkon sind:

  • "Little Lady": nur etwa 45 Zentimeter hoch, doch trotz minimaler Fläche maximaler Auftritt! Wunderschöne Blüten in pastelligem Violett.
  • "Arctic Snow": blüht von Juni bis August und zieht mich mit seinem strahlenden Weiß zwischen grau-grünem Laub in den Bann.
  • "Peter Pan": Wer dunklere Farbtöne mag, dem sei diese Sorte empfohlen. Sie bildet Blüten in intensivem Lila aus und lässt sich wunderbar kombinieren mit Kräutern wie Thymian, Rosmarin oder Salbei - perfekt mediterranes Feeling auf dem Balkon!

Tipp

Mit einer Drainageschicht aus Kieseln, Blähtonkugeln oder Tonscherben stellt man sicher, dass das Wasser im Topf gut abfließen kann, denn Staunässe vertragen die Wurzeln nicht und sollte unbedingt vermieden werden.

Rose & Lavendel: "Dream-Team" mit unterschiedlichen Wünschen

Ein optisch wunderbar zum Lavendel passender Partner ist die Rose. Die Rose profitiert von der Gesellschaft des Lavendel, denn er sorgt mit seinen ätherischen Düften dafür, dass sich Blattläuse in seiner Umgebung nicht wohlfühlen und damit auch die Rosen in Ruhe lassen.

Aber:
Rosen haben andere Standort- und Pflegewünsche als der Lavendel. Die Rose liebt nährstoffreiche Böden und Dünger und das regelmäßige feuchte Nass. Lavendel will hingegen keinen Dünger und keine Wassergaben. Bei getrennten Kübeln unproblematisch, doch mein Tipp für den Garten: Lavendel einfach im Topf zwischen die Rosen ins Beet stellen. Das lockert optisch auf und die Rose kann vom Blattlaus-Schutz des Lavendel profitieren.

Tipps zum Trocknen von Lavendel

Getrocknete Lavendelblüten sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern lassen sich z. B. in der Küche verwenden oder in Stoffsäckchen verpackt zum Schutz vor Motten im Kleiderschrank aufbewahren.

  • Lavendel während der Blüte ernten
  • Die Blüten dürfen nicht feucht sein beim Abernten, da sie sonst schimmeln
  • Die Stängel mindestens zehn Zentimeter unterhalb der Blütenrispe abschneiden
  • Stängel mit einem Gummiband zu kleinen Sträußen binden
  • Kopfüber an einem gut belüfteten, schattigen Ort aufhängen oder auf einem Tablett einzeln zum Trocknen auslegen
  • Nicht im Backofen oder in der direkten Sonne trocknen, da sonst die ätherischen Öle mit dem Duft verloren gehen und sich zudem die Haltbarkeit reduziert
  • Die schonende Trocknung dauert ungefähr eine ganze Woche
  • Um den getrockneten Lavendel für den Verzehr (z. B. in Salz oder als Tee) oder zur beruhigenden Wirkung (Duftsäckchen fürs Kopfkissen) zu verwenden, sollte man den Echten Lavendel nehmen. Als Ungezieferschutz, z. B. im Kleiderschrank, eignen sich auch alle anderen duftenden Lavendelsorten

Moderys Lavendel-Kumquat-Cocktail

  • 1 Handvoll frische Kumquats (Zwergorangen)
  • 2 EL getrocknete Lavendelblüten
  • 0,2 l Sekt

Zubereitung
Kumquats in feine Scheiben schneiden. Sekt kurz aufkochen, dann vom Herd nehmen und kurz abkühlen lassen
Lavendelblüten und Kumquatscheiben zu dem noch warmen Sekt geben und Mischung abgedeckt über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Mischung abseihen.
Zum Genuss je nach Geschmack eine kleine Menge pro Glas mit Prosecco aufgießen.

"A votre santé", wünscht Andreas Modery!


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