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Reisetipp La Palma - Wandern zwischen Vulkankratern

Haben Sie Lust, dem Novembergrau zu entfliehen? Dann hat unsere Reiseexpertin einen Tipp für Sie: La Palma. Die Insel des "ewigen kanarischen Frühlings" ist gerade jetzt ein lohnenswertes Reiseziel, denn sie ist nicht überlaufen und die Temperaturen sind auch im Winter mild. Tipps zu Unternehmungen, Übernachtungen und Kulinarik von Annette Eckl.

Stand: 01.11.2019

La Palma | Bild: Annette Eckl

La Palma - Wandern zwischen Drachenbäumen und Vulkankratern

"La Palma, die grünste der kanarischen Inseln, zählt meiner Meinung nach zu Recht zu den schönsten Inseln der Welt und zum UNESCO Weltkulturerbe."

Reiseexpertin Annette Eckl

Schwarze Strände an der Westseite der Insel

Der Ausbruch des Vulkans Teneguía im Jahr 1971 hat beeindruckende Spuren hinterlassen: Staunend steht der Urlauber vor der erkalteten, dunklen Lava, die sich bis ins Meer zieht. Die Wanderwege der Vulkanroute sind sicherlich das absolute Highlight für jeden La Palma-Urlauber. Dazu die unglaublich schönen schwarzen Strände, z. B. der Strand Charco Verde, der Strand in Puerto Naos mit Südseeatmosphäre oder Puerto de Tazakorte. Alle Freunde der schwarzen Sandstrände kommen auf der vom Wetter begünstigten Westseite voll auf ihre Kosten. Und natürlich ist es auch das Zusammenspiel von blauem Himmel und dicken Passatwolken, die den Reiz der Insel ausmachen. Wer weit genug oben ist, kann auf den Wolkenteppich hinuntersehen, der sich wie Watte über das Land legt oder wie ein Wasserfall über die Berge fällt.

Weihnachtsstern

Auch die Pflanzenwelt ist überwältigend: Pflanzen, die wir in Bayern mühsam großziehen, wachsen hier in überdimensionaler Größe, z. B. Kakteen, Weihnachtssterne oder Strelitzien. Die Weihnachtssterne sind auf La Palma so groß wie Bäume. Mit das Schönste sind für mich aber die Drachenbäume, die auffallendsten und charakteristischsten Pflanzen der kanarischen Inseln.“

Anreise mit dem Flugzeug

München - Santa Cruz de la Palma
Direktflüge
Preise: ab ca. 99 Euro einfach (Handgepäck)

Nürnberg - Santa Cruz
1 Zwischenstopp
Preise: ab ca. 220 Euro einfach (Handgepäck)

Empfehlenswert ist die Anmietung eines Autos vor Ort. Es gibt aber auch Inselbusse.

Unternehmungstipps

Dach und Herz der Insel - der Roque de los Muchachos und die Caldera de Taburiente

"Ausgangspunkt ist der Roque de los Muchachos, der mit 2426 m höchste Punkt der Insel ist und den wir nach einer langen Serpentinenfahrt erreichen. Dort stehen die bedeutendsten Sternwarten der nördlichen Hemisphäre, da sich La Palma durch geringe Lichtverschmutzung auszeichnet und für ihren unglaublich klaren Sternenhimmel bekannt ist.

Oben angelangt eröffnen sich tolle Weitblicke bis auf die Nachbarinseln El Hierro, La Gomera und Teneriffa. Dazu kommen die wirklich unglaublichen Tiefblicke in das Herzstück der Insel.

Roque de los Muchachos

Oben am Roque de los Muchachos, dem sogenannten Dach der Insel, wandern wir auf dem Höhenweg am Kraterrand der "Caldera de Taburiente" entlang. Das ist ein einmaliger Nationalpark und einer der größten Erosionskrater der Welt. Der Nationalpark ist geprägt von wilden Bächen, Wasserfällen und einer immergrünen Landschaft mit beeindruckenden kanarischen Pinien. Den besten Überblick gibt es von der "La Cumbrecita" auf 1287 m. Hier bestaunen wir den Kraterkessel mit rund 10 km Durchmesser und bis zu 1500 m hohen Felswänden. Der eineinhalbstündige Rundweg mit vielen Aussichtspunkten (z. B. Mirador de las Chozas) ist die perfekte kleine Runde für den großen Überblick.

Es ist jedoch immer eine Glückssache, hier freie Sicht zu haben. Oft ist die Caldera wolkenverhangen und manche haben schon viele Anläufe gebraucht, um einen freien Blick in den gewaltigen Kraterkessel zu bekommen.

Wichtig

Für die Zufahrt zur Cumbrecita benötigen Sie eine Genehmigung, die es im Besucherzentrum des Nationalparks (Centro de Visitantes de El Paso) gibt.

Achtung

Auf La Palma ist es immer möglich, dass es am Strand 25 °C hat und es in den Bergen zu einem blitzartigen Wetterumbruch mit Regen, starken Winden und einem Temperatursturz auf 10 °C kommt. Das sollte nicht unterschätzt werden. Und es kann bis in den April hinein bis auf 1500 m hinab schneien bzw. stark regnen."

Inselhauptstadt Santa Cruz und San Andrés y Sauces mit Meerwasserpool

In Santa Cruz

"Die Inselhauptstadt Santa Cruz mit ihren farbenfrohen Häusern im Kolonialstil lädt zum Bummeln und Flanieren ein. Mitten in der Stadt fällt ein Schiff ins Auge. Es handelt sich dabei um das Modell der berühmten Santa Maria, mit der Christoph Kolumbus im Jahr 1492 auf seiner vermeintlichen Indienreise den amerikanischen Kontinent erreichte. Im Inneren befindet sich ein kleines, sehenswertes Schifffahrtsmuseum, das Museo Naval.

Ein Besuch der Inselhauptstadt lässt sich gut mit einem Ausflug nach San Andrés y Sauces kombinieren, einem typisch altkanarischen Dorf mit Kopfsteinpflaster und Häusern im Kolonialstil aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Dort befindet sich auch die Iglesia de San Andrés Apóstol, die 1515 erbaut wurde und zu den ältesten Kirchen der Insel zählt."

Mein besonderer Tipp

Der Meereswasserpool Charco Azul

"Der Meereswasserpool Charco Azul. In dem natürlichen Felsschwimmbecken haben Sie die einmalige Gelegenheit, das Meer ohne starke Strömungen zu genießen."

Vom Vulkan San Antonio über den Vulkan Teneguía zu den Salinen

"Ausgangspunkt der spektakulären Tour ist der Vulkan San Antonio in Fuencaliente. Das dortige Besucherzentrum informiert über die Entstehung und die Naturgewalt von Vulkanen. Ein relativ einfacher Weg führt zum spektakulären Kraterrand, der vor rund 340 Jahren heiße Asche und glühende Lava ausspuckte.

Der Vulkan Teneguía

Über einen schmalen Kamm und einen spektakulären Grat steigen wir zum höchsten Punkt des Vulkans Teneguía auf, sozusagen auf den Spuren des bislang letzten Vulkanausbruchs auf La Palma 1971. An einigen Stellen kann man heute noch die Wärme spüren. Es fühlt sich wirklich besonders an, diese noch warmen Steine in den Händen zu reiben. Soweit das Auge reicht, sieht man Lavaflächen, dazwischen rot-orange-grüne Pflanzen, die in dieser kargen Landschaft überleben.

Leuchtturm Faro de Fuencaliente

Dann steigen wir weiter hinab zum Meer, zum Leuchtturm Faro de Fuencaliente, einem der ältesten Leuchttürme Europas und zu den Salinen. Das weiße Salz, das wie Schnee in der Sonne glitzert, ist ein toller Kontrast zum türkisen Meer.

Gehzeit: San Antonio Besuchercentrum - Salinen: ca. 3 Stunden (feste Schuhe sind unerlässlich)

Achtung

"Manchmal ist aufgrund des starken Windes der Vulkan San Antonio gesperrt und ein Aufstieg zum höchsten Punkt des Vulkans Teneguía nicht möglich."

Übernachtungsmöglichkeiten

"Auf La Palma gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geschmack und Geldbeutel, z. B.:

  • Appartements direkt am Meer auf der sonnigen Westseite (z. B. in Tazakorte oder Puerto Naos) für 2 Personen ab ca. 50 Euro
  • Appartement im Hotel an der Ostküste (z. B. in Playa de los Cancajos) mit Meerwasserpool ab ca. 100 Euro inklusive Frühstück
  • Fincas, etwas oberhalb an der Küste (z. B. in Las Manchas) mit Garten und Meerblick für 2 Personen ab ca. 40 Euro
  • alte, renovierte Bauernhäuser (turismo rurale) ab 50 Euro für 2 Personen"

Kulinarisches

Gegrillte Sardinen

"Typische, kanarische Hausmannskost sind u. a. gegrillte Fische (Dorade, Papageienfisch, kleine Sardinen), Napfschnecken, sogenannte Lapas und verschiedenste Eintöpfe (pucheros).

Besonders schmackhaft ist gegrillter Ziegenkäse, der meist mit Mandeln, etwas Honig oder Feigen serviert wird.

Papas arrugadas

Unbedingt probieren sollten Sie auf La Palma die typisch kanarischen Papas arrugadas (in Salzwasser gekochte, runzelige Kartoffeln, deren Haut inklusive der weißen Salzschicht gegessen wird). Die Kartoffeln werden mit verschiedenen Soßen angeboten. Alle enthalten Knoblauch, Olivenöl, Essig und einheimische Kräuter: mojo rosso (Safran, rote Chili – und Paprikaschoten) und mojo verde (Petersilie und Koriander).

Pimientos (gebratene Paprika mit Meeressalz)

Immer ein Genuss sind die
Gambas al ajillo (mit Knoblauch)
oder die Pimientos
(gebratene Paprika mit Meeressalz).

Die Nachspeisen sind teils sehr süß
und kalorienreich, z. B. der Klassiker
Mousse de Gofio:

Klassiker: Mousse de Gofio

Gofio ist so etwas
wie das kanarische Grundlebensmittel,
eine Mischung aus mehreren gerösteten
und gemahlenen Getreiden."


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