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HNO Therapiemöglichkeiten bei Kehlkopfentzündung

Bei den meisten vergeht kein Winter ohne Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit. Dahinter steckt oft nur eine harmlose Erkältung, die nach ein paar Tagen wieder verschwindet. Es kann allerdings auch eine langwierige Kehlkopfentzündung auftreten. HNO-Arzt Dr. Thomas Meier-Lenschow gibt Tipps, wie Sie eine Kehlkopfentzündung vorbeugen und behandeln können.

Stand: 08.01.2019

Frau mit Regenschirm hustet | Bild: Colourbox

Der Kehlkopf

Der Kehlkopf ist das Organ, das die Atem- und Speisewege trennt und sich bei uns Menschen zur Stimmbildung weiterentwickelt hat. Äußerlich sichtbar ist der Kehlkopf am Hals durch den "Adamsapfel". Dieser ist ein vorspringender Teil des Schildknorpels, der den Kehlkopf nach vorne bedeckt und schützt.

Bei einer Kehlkopfentzündung, der sogenannten Laryngitis, ist die Kehlkopfschleimhaut akut oder chronisch entzündet. Die Infektion betrifft vor allem die Stimmlippen ("Stimmbänder"), deren Schwellung und entzündungsbedingte Veränderung die Symptomatik hervorrufen.

Symptome bei einer akuten Kehlkopfentzündung

  • Heiserkeit, die vom leichten Krächzen bis hin zum völligen Verlust der Stimme reichen kann.
  • trockener und rauer Husten
  • Halsschmerzen
  • teilweise kann es auch zu Fieber kommen
  • Atembeschwerden aufgrund der geschwollenen Stimmbänder - darunter leiden vor allem Kinder (Pseudokrupp) und nur selten Erwachsene
  • Breitet sich die Entzündung auf die Luftröhre aus, kann es auch zu Schmerzen hinter dem Brustbein kommen.

Symptome bei einer chronischen Kehlkopfentzündung

  • wechselnde Heiserkeit
  • die Stimme ist oftmals ungewöhnlich tief und ermüdet schnell
  • Gefühl, sich ständig räuspern zu müssen

Achtung: Eine chronische Kehlkopfentzündung kann bleibende Schäden an den Stimmbändern hinterlassen.

Ansteckungsgefahr

Die Erreger einer Kehlkopfentzündung sind meist Viren im Rahmen einer Erkältung, seltener Bakterien. Sie werden üblicherweise durch eine Tröpfcheninfektion (Husten oder Niesen) oder Schmierinfektion übertragen.

Behandlungsmethoden bei einer akuten Kehlkopfentzündung

  • Stimmruhe ("Schweigen wie ein Grab")
  • viel warme Getränke
  • befeuchtende Halsbonbons, Lutschpastillen
  • Inhalationen
  • entzündungshemmende Medikamente
  • gegebenenfalls ein Antibiotikum

Behandlungsmethoden bei einer chronischen Kehlkopfentzündung

  • anfangs wie bei der akuten Entzündung
  • Verzicht auf schädliche Einflüsse wie z. B. Rauchen
  • Logopädische Therapie
  • gegebenenfalls operative Therapie

Bei diesen Beschwerden sollten Sie zum Arzt

  • Meist ist eine Kehlkopfentzündung harmlos und geht nach ein paar Tagen vorüber.
  • Nehmen die Beschwerden allerdings schnell zu und kommt es zu Fieber oder Atembeschwerden, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.
  • Bei schwerer Atemnot oder gar Erstickungsanfällen muss umgehend ein Notarzt gerufen werden.
  • Auch eine länger als zwei Wochen andauernde Heiserkeit sollte vom HNO-Arzt untersucht werden.

Vorbeugung

  • Trinken Sie ausreichend (mindestens 2-3 Liter pro Tag, überwiegend warme/heiße Getränke), vor allem bei trockener Raumluft und in Erkältungszeiten.
  • Meiden Sie trockene Raumluft, da die Atemwege viel Feuchtigkeit benötigen.
  • Rauchen Sie nicht. Raucher sollten regelmäßig ihren Kehlkopf untersuchen lassen. Denn gezieltes und rechtzeitiges Erkennen von Veränderungen im Kehlkopf kann bleibenden Schäden vorbeugen.
  • Bei Berufen mit hoher Stimmbelastung sind stimmbildnerische Maßnahmen sinnvoll.

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