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Hunde Hunde aus dem Urlaub mitbringen

Die Urlaubszeit steht vor der Tür und viele zieht es Richtung Süden oder Südosten - in Länder, in denen Straßenhunde zum Alltagsbild gehören. Hundetrainern Anja Petrick gibt Tipps, worauf Sie achten sollten, wenn Sie im Urlaub Ihr Herz an einen Straßenhund verlieren sollten und ihn mitnehmen möchten.

Stand: 15.07.2019

Hundewelpe | Bild: picture-alliance/dpa

Wenn Sie "ein Herz für Tiere" haben

  • Sollten Sie schon vor Reisebeginn wissen, dass es in ein Urlaubsland geht, in dem streunende Hunde zum Straßenbild gehören (z. B. in Südosteuropa), können Sie sich im Vorfeld informieren, was Sie vor Ort für die Tiere tun können.
  • Sie können beispielsweise die Hunde füttern, oder Wurmmittel und Spot-On-Tropfen zur Abwehr von Flöhen, Zecken und anderem Ungeziefer verabreichen. Hierbei ist es jedoch wichtig, dass Sie sich sicher sind, das Gewicht des Tieres richtig einschätzen zu können, damit die Dosierung des Mittels nicht zu hoch ist. Sind Sie sich unsicher, spenden Sie lieber die Mittel an einen ansässigen Tierschutzverein.
  • Für das Tierwohl im Allgemeinen betrachtet, ist es am sinnvollsten, lokale Kastrations- und Bildungsprojekte zu unterstützen. Das ist eine nachhaltige Maßnahme, um die Überpopulation in den Griff zu bekommen und hilft im Zweifelsfall mehr, als ein einzelnes Tier zu "retten", indem man ihm ein Zuhause schenkt.

Hunde-Adoption

Nun kann es aber natürlich trotzdem passieren, dass Sie sich Hals über Kopf in einen Hund "verlieben" und sich ein Leben ohne ihn einfach nicht mehr vorstellen können. Dann kommt allerdings einiges auf Sie zu:

  • Das Leben mit einem Hund: Machen Sie sich bewusst, dass Sie mit der Adoption eines Hundes eine bindende Verantwortung für dieses Tier übernehmen - über viele Jahre hinweg! Hunde im Ausland sind ein freies Leben gewohnt, in Deutschland müssen sie an die Leine, auch das ist nicht "jedes Hundes Fall".
  • Herrenlos? Einen Hund "einfach so" mitzunehmen, geht natürlich überhaupt nicht. Zunächst muss geklärt werden, ob der Hund wirklich herrenlos ist, in vielen Ländern ist es üblich, dass die Hunde alleine Gassi-Gehen! Sie sollten mit dem Tier also zunächst einen Tierarzt aufsuchen, um überprüfen zu lassen, ob es gechippt oder tätowiert ist. Ebenso sollten Sie sich in der Nachbarschaft umhören, ob es einen Halter zu dem Hund gibt, da viele Menschen in solchen Ländern ihre Hunde nicht chippen oder tätowieren lassen. Sie können auch ein Tierheim oder einen Tierschutzverein vor Ort aufsuchen, der Ihnen den Kontakt zu einem Arzt herstellen und bei der Vorbereitung der legalen Ausreise behilflich sein kann.
  • Tierarzt: Wenn Sie schon beim Tierarzt sind, müssen Sie sich auch auf weitere Maßnahmen gefasst machen.

Hinweis

Ein Hund, der in Deutschland eingeführt werden soll, darf nicht jünger als 15 Wochen alt sein und muss einen EU-Heimtierausweis, einen Microchip sowie eine Tollwutimpfung vorweisen. Achtung: Die Tollwutimpfung muss mindestens 21 Tage alt sein! Sollte ihr Urlaub nicht so lange andauern, helfen Organisationen, indem sie zum Beispiel Flugpaten vermitteln und sich so lange um Ihren neuen Schützling kümmern.

  • Hunderasse: Nicht jeder Hund darf nach Deutschland eingeführt werden. Seit 2001 gilt für Hunderassen wie z. B. Pitbull-Terrier oder Staffordshire-Terrier das Hundeverbringungs- und Einfuhrbeschränkungsgesetz. Genaue Informationen finden Sie auf www.zoll.de. Achtung: Auch in der vermeintlich harmlosen Promenadenmischung kann eine "verbotene" Hunderasse stecken, im Verdachtsfall muss ein Gentest vorgelegt werden!
  • Heimreise: Sind Sie mit dem Auto unterwegs, müssen Sie lediglich darauf achten, dass Sie genug Futter und Wasser dabeihaben und dass der Hund einen gesicherten Platz in Ihrem Kraftfahrzeug hat. Bei einer Flugreise wird es komplizierter: Je nachdem, wie groß das Tier ist, kann es mit Ihnen in der Kabine oder aber im Frachtraum in einer Transportbox mitfliegen. Auch hier gilt es einzuschätzen, wie gut der Hund diese Strapazen überstehen würde!

Fazit

Einen Hund "einfach so" einzuführen, ohne oben aufgeführte Punkte zu beachten, ist nicht nur verantwortungslos, sondern auch strafbar. Man würde sich selbst, andere und auch das importierte Tier in Gefahr bringen. Je nachdem, wie die zuständige deutsche Veterinärbehörde entscheidet, muss der Hund ggf. sogar eingeschläfert werden.
Wenn Sie sich aber an die Regeln halten und die Chemie zwischen dem Urlaubshund und Ihnen stimmt, kann das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein.


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