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Hundeerziehung Autofahren mit Hund - So funktioniert es

Mit Hunden Auto zu fahren, kann zur Zerreißprobe für die Nerven werden. Einige Hunde weigern sich, in das Auto zu steigen, andere winseln und kläffen bei der Fahrt oder übergeben sich sogar. Das muss aber nicht sein. Hundetrainerin Anja Petrick gibt Tipps, wie Sie Ihren Hund ans Autofahren gewöhnen und im Auto am besten sichern können.

Stand: 02.10.2020

Hund im Auto | Bild: picture-alliance/dpa/Wolfram Steinberg

Hunde müssen per Gesetz im Auto so gesichert werden, dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeuges nicht beeinträchtigt wird und die Insassen nicht gefährdet werden. Bei Verstößen droht ein Bußgeld.

Hundetrainerin Anja Petrick erklärt, wie Sie Hunde im Auto sichern können. Zudem gibt sie Tipps, wie Hunde, die nicht gerne im Auto mitfahren, ans Autofahren gewöhnt werden können.

Sicherung des Hundes im Auto

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Hunde im Auto zu sichern:

  • Hundebox

"Hundeboxen sind eine der sichersten Transportmöglichkeiten für Hunde. Die Transportboxen gibt es in verschiedenen Ausführungen: als Softbox aus Stoff, aus Metall oder Aluminium.

Welche Box die richtige für Ihren Hund ist, kommt auf Ihren Hund und Ihr Auto an. Nicht in jedes Auto passen Boxen und nicht jeder Hund mag eine Box.

Wichtig ist, dass die Box ausreichend groß ist. Ihr Hund sollte in der Transportbox liegen, sitzen, stehen und sich drehen können. Im Idealfall kann er sich in der Box sogar ausstrecken."

  • Hunde an die Transportbox gewöhnen

"Bevor Sie Ihren Hund das erste Mal im Auto in die Box setzen, sollte diese positiv besetzt sein, d. h. Ihr Hund sollte die Box mögen.
Am einfachsten geht dies, indem Sie die Box zu Beginn zu Hause aufstellen, z. B. im Wohnzimmer und in der Box immer etwas Tolles passiert, z. B. gibt es darin tolle Leckerlis oder etwas zum Kauen. Während dieses Schrittes bleibt die Tür immer geöffnet.

Wenn Ihr Hund dann schon gerne in die Box geht, können Sie die Tür für einen kurzen Moment schließen und dann gleich wieder aufmachen.

Funktioniert das gut, lassen Sie die Tür immer ein bisschen länger zu.

Entspannt sich Ihr Hund in der Box, können Sie diese ins Auto stellen und Ihren Hund nun in die Box im Auto einsteigen lassen.

Je nachdem, wie gut Ihr Hund das macht, können Sie direkt losfahren oder Sie üben auch wieder in kleinen Schritten:

  • Hund in die Box
  • Box kurz schließen und gleich wieder auf machen
  • die Zeit, in der die Box geschlossen ist, langsam verlängern
  • eine kurze Strecke fahren

Die Box so langsam und gut aufzubauen lohnt sich, da Ihr Hund lernt, dass sie ein guter Ort für ihn ist."

  • Kofferraum mit Hundegitter

"Natürlich kann Ihr Hund auch ohne Box im Kofferraum mitfahren, solange dieser groß genug für Ihren Hund und mit einem Gitter zu den Rücksitzen hin gesichert ist. Welches Gitter genau Sie nutzen hängt wieder von Ihrem Auto ab.

Tipp: Verwenden Sie ein richtiges Gitter. Die meisten Hunde können sich an einem Netz vorbeiwinden, um nach vorne zu gelangen."

  • Rücksitz mit Anschnallgurt

"Auch auf dem Rücksitz kann ein Hund transportiert werden. Hier muss er über einen Anschnallgurt, der am gut sitzenden Brustgeschirr befestigt wird, gesichert werden.

Ich empfehle zusätzlich einhängbare Decken. Diese werden am Rück- und Vordersitz befestigt und bilden eine Art Wanne, damit der Hund nicht in den Fußraum fallen kann."

Ein- und Aussteigen

"Achten Sie darauf, dass Ihr Hund ruhig ein- und aussteigen lernt. Zum Aussteigen gebe ich immer das Signal 'Warte', leine meine Hunde an und gebe sie erst frei, wenn ich sicher bin, dass die Straße frei ist.
Wenn Sie dies immer machen, wenn Sie Ihren Hund aussteigen lassen, wird er irgendwann ganz automatisch warten und nicht gleich raus starten, sobald die Tür aufgeht. Das kann im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten.

Tipp: Wenn Sie ein Auto haben, das höher ist oder einen Hund, der nicht gut springen kann oder sollte, empfehle ich, eine Rampe anzuschaffen. Diese kann an das Auto angelehnt werden und Ihr Hund kann ganz bequem ein- und aussteigen, ohne dass er sich verletzt oder der Sprung ins Auto auf seine Knochen geht."

Wenn Ihr Hund nicht gerne Auto fährt

"Damit Autofahren für Ihren Hund positiv konnotiert ist, sollte am Ende jeder Autofahrt etwas Schönes, aber nicht zu Aufregendes passieren. Sie fahren z. B. zum Lieblings-Gassiweg und beim nach Hause kommen gibt es Futter.

Achtung: Wenn Ihr Hund eine starke Abneigung oder wirklich Panik vor dem Auto haben sollte, suchen Sie sich bitte einen positiv arbeitenden Hundetrainer, der mit Ihrem Hund an diesem Problem arbeitet."

Tipps gegen Übelkeit beim Autofahren

"Fragen Sie Ihren Tierarzt oder eine Tierheilpraktikerin nach einem Mittel gegen Übelkeit.
Zusätzlich ist es gut, mit Ihrem Hund den Gleichgewichtssinn zu trainieren, indem Sie mit ihm über Wackelbretter gehen oder Balance-Übungen beim Spazierengehen einbauen."

Viel Spaß mit Ihrem Hund wünscht Ihnen „Wir in Bayern“ und Hundetrainerin Anja Petrick!


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