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Hunde So trainieren Sie Ihrem Hund das Hochspringen ab!

Das Hochspringen zur Begrüßung ist eine weit verbreitete (Un-)Sitte unter Hunden. Manche Menschen finden das süß, doch andere, die zum Beispiel Angst vor Hunden haben, überhaupt nicht. Doch wie lässt sich diese lästige Angewohnheit abtrainieren? Hundetrainerin Anja Petrick zeigt, wie es funktioniert.

Stand: 19.06.2020

Ein kleiner Hund mit einem blauen Hundemantel lehnt sich, nur auf den Hinterpfoten stehend, an einem Männerbein an. | Bild: Wir in Bayern

Viele Menschen kennen das: Sie haben einen jungen Hund, der zur Begrüßung gerne an anderen Personen hochspringt. So lange er klein und süß ist, mag das okay sein, doch ein ausgewachsener Bernhardiner oder Labrador kann einen erwachsenen Menschen mit einer solchen "Begrüßung" durchaus umwerfen. Über matschige Pfotenabdrücke auf der Kleidung freut sich jedenfalls niemand. Und für Personen, die Angst vor Hunden haben, kann dieses Anspringen sogar richtig schlimm sein.

Es gibt also viele gute Gründe, dem Hund diese Unsitte abzutrainieren!

… und so geht's:

Bitten Sie eine befreundete Person, mit Ihnen zu üben. Zu Beginn ist es einfacher, eine gestellte Situation inklusive Hochspringen zu inszenieren, damit Ihr Hund in Ruhe und in seinem Tempo lernen kann, was von ihm verlangt wird.

Schritt 1

  • Ihr Trainingspartner kommt ein paar Schritte auf Sie und Ihren angeleinten Hund zu, und zwar so nahe, dass Ihr Hund noch nicht in die Leine springt, um zu ihm zu kommen.
  • Für dieses ruhige Verhalten loben und belohnen Sie Ihren Hund!
  • Manchen Hunden fällt es leichter, wenn Sie ihm ein Kommando wie "Steh" oder "Sitz" geben. So wird er zu einem Alternativ-Verhalten "gezwungen", anstatt hochzuspringen.

Schritt 2

  • Wenn dies mit größerem Abstand gut funktioniert, arbeitet sich Ihr Trainingspartner langsam näher ran und steigert die Ablenkung, indem er die Aufmerksamkeit mit Worten und Gesten versucht, auf sich zu lenken.
  • Sollte das mit der ersten Person unter großer Ablenkung gut funktionieren, bitten Sie eine zweite Person, Ihnen zu helfen, indem Sie die Übungen mit dieser wiederholen.
  • Gleichzeitig wird Ihr Timing als Hundehalter*in verbessert und Sie achten beim Spazieren darauf, Ihren Hund rechtzeitig abzurufen und anzuleinen, wenn Ihnen für Ihren Hund spannende Menschen begegnen.

Wichtig: Je weniger Ihr Hund in das falsche Verhalten verfällt, desto besser ist es! Warten Sie also nicht ab, bis er etwas falsch macht, sondern geben Sie ihm ein Alternativ-Verhalten, welches Sie loben und belohnen können.

Dieses Training ist zwar vom Grundaufbau nicht sehr kompliziert, benötigt allerdings sehr viel Zeit und Geduld. Gerade junge Hunde tun sich mit dieser Übung sehr schwer.

Dennoch: Viel Erfolg!

Richtig mit Anspringen umgehen

Sollten Sie selbst vom Hund einer anderen Person zur Begrüßung angesprungen werden, bleiben Sie ruhig. Verschränken Sie die Arme oder stecken Sie die Hände in die Hosentaschen. Drehen Sie sich weg, ignorieren Sie den Hund! Je weniger Aufmerksamkeit er bekommt, umso besser. Das Wegdrehen gehört unter anderem zu den Beschwichtigungssignalen der Hunde, die meisten akzeptieren das.


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