BR Fernsehen - Wir in Bayern


5

Jucken, Brennen, Schmerzen im Auge Hornhautentzündung - Symptome und Behandlung

Eine Hornhautentzündung im Auge sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Unbehandelt droht ein dauerhafter Verlust der Sehkraft, schlimmstenfalls sogar vollständiges Erblinden. Augenärztin Dr. Alexandra Király-Bösl erklärt, wie Sie eine Hornhautentzündung erkennen, wie diese behandelt wird und vor allem, wie Sie sie vorbeugen können.

Stand: 14.11.2019

Frau betrachtet ihr Auge im Spiegel Foto: David Inderlied/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/David Inderlied

Hornhautentzündung

Die durchsichtige, aus mehreren Schichten bestehende Hornhaut befindet sich vor der Pupille und Iris. Sie schützt und stabilisiert das Auge. Zudem sorgt sie zusammen mit der Linse dafür, dass das einfallende Licht auf der Netzhaut gebündelt wird. Die Hornhaut ist also maßgeblich daran beteiligt, dass wir scharf sehen können.
Bei einer Hornhautentzündung, einer sogenannten Keratitis, sind eine oder mehrere Schichten der Hornhaut entzündet.

Symptome

  • gerötetes Auge
  • Fremdkörpergefühl
  • (starke) Schmerzen
  • Brennen
  • Juckreiz
  • tränendes Auge, evtl. mit Absonderung von wässrigem oder weißem Sekret
  • Lichtempfindlichkeit
  • Sehstörungen
  • Lidkrampf (reflexartiges Zusammenkneifen des Augenlids)
  • Bei schweren Hornhautentzündungen: eingeschränktes Sehvermögen durch Hornhauttrübungen

Mögliche Ursachen

Es gibt sowohl infektiöse als auch nichtinfektiöse Auslöser einer Hornhautentzündung:

  • Am häufigsten wird eine Hornhautentzündung durch Bakterien (z. B. Streptokokken, Staphylokokken, Pneumokokken oder Chlamydien) verursacht, die durch winzige Verletzungen in die Hornhaut eindringen. Besonders gefährlich ist eine Infektion mit dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa, das die Hornhaut innerhalb kürzester Zeit zerstören kann.
  • Viren, vor allem das Herpes-simplex-Virus (das auch Lippenherpes verursacht) oder das Herpes-Zoster-Virus (das auch Windpocken und Gürtelrose auslöst) können im Auge eine Hornhautentzündung verursachen.
  • Seltener lösen Pilze (z. B. der Hefepilz Candida albicans oder der Schimmelpilz Aspergillus), die in die Hornhaut eindringen, eine Entzündung aus.
  • Selten wird eine Hornhautentzündung auch durch Parasiten, wie Akanthamöben, ausgelöst. Diese kommen im Wasser, z. B. im Schwimmbad oder See und sogar im Leitungswasser vor. Deswegen dürfen Kontaktlinsen auch nicht mit Leitungswasser in Berührung kommen.
  • Normalerweise schützt ein dünner Tränenfilm das Auge vor Austrocknung. Bei Patienten mit trockenen Augen gelangen schneller Keime ins Auge. Trockene Augen können z. B. durch Rheuma verursacht werden.
  • Auch eine hohe UV-Strahlung (z. B. im Solarium oder Hochgebirge) kann die Hornhaut schädigen und eine Hornhautentzündung verursachen.
  • Diabetes kann ebenfalls der Auslöser für eine Hornhautentzündung sein.

Risikofaktoren

  • Hauptrisikofaktor für eine Hornhautentzündung sind (weiche) Kontaktlinsen. Werden diese zu lange getragen oder unzureichend gereinigt, können Keime ins Auge gelangen. Zudem trocknen Kontaktlinsen die Hornhaut aus und führen dazu, dass diese weniger gut mit Sauerstoff versorgt wird, was die Hornhaut wiederum anfälliger für Erreger macht.
  • Auch ein geschwächtes Immunsystem erhöht das Risiko für eine Hornhautentzündung, vor allem bei älteren Menschen.

Mögliche Komplikationen

Eine Hornhautentzündung muss unbedingt augenärztlich behandelt werden. Je früher das geschieht, desto geringer ist die Krankheitsdauer und das Risiko für Komplikationen. Unbehandelt können Hornhautnarben und Geschwüre an der Hornhaut entstehen, was zu bleibenden Sehschäden bis hin zum Verlust des Sehvermögens führen kann. Zudem kann die Entzündung auf tiefere Schichten der Hornhaut übergreifen und z. B. eine Entzündung der Regenbogenhaut hervorrufen.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.

  • Sind Bakterien der Auslöser, wird die Hornhautentzündung mit Antibiotika (Augentropfen oder Salbe) behandelt.
  • Eine virale Hornhautentzündung wird mit Virostatika (antiviralen Medikamenten) behandelt.
  • Sind Pilze oder Akanthamöben die Ursache, kommen Antimykotika zum Einsatz.
  • Trockene Augen können mit künstlicher Tränenflüssigkeit behandelt werden.
  • Zusätzlich kann eine Hornhautentzündung mit Kortison behandelt werden.
  • In einigen Fällen ist es auch nötig, die Pupillen mit Medikamenten weit zu stellen.
  • Ist die Hornhautentzündung bereits weit fortgeschritten bzw. drohen Komplikationen, wird diese in der Regel nicht mehr lokal am Auge behandelt. Dann werden dem Patienten die benötigten Medikamente in Form von Tabletten oder Injektionen verabreicht.

Vorbeugung

  • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich Ihre Hände.
  • Fassen Sie ich nicht mit den Fingern ins Auge.
  • Achten Sie auf sorgfältige Kontaktlinsenhygiene: Kontaktlinsen müssen täglich gründlich in frischer Kontaktlinsenflüssigkeit gereinigt werden. Die Haftschalen dürfen nicht mit Leitungswasser in Berührung kommen, da es Akanthamöben enthalten kann.
  • Tragen Sie Kontaktlinsen nie länger als vom Hersteller empfohlen.
  • Schützen Sie Ihre Augen mit einer Sonnenbrille vor hoher UV-Strahlung, vor allem im Hochgebirge.
  • Verwenden Sie künstliche Tränen, wenn Sie an trockenen Augen leiden. Zusätzlich hilft es, gerade jetzt in der Heizperiode, ein Schälchen mit Wasser auf die Heizung zu stellen und so die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.

5