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HNO Tipps gegen Stimmprobleme im Alter

Ältere Menschen haben häufiger mit Stimmproblemen wie Heiserkeit oder Stimmschwäche zu kämpfen. Die Stimme versagt beim Vorlesen, das Mitsingen in der Kirche strengt an. Dadurch reduzieren sie ihre Aktivitäten und ziehen sich immer mehr aus ihrem sozialen Umfeld zurück. HNO-Arzt Dr. Thomas Meier-Lenschow klärt über Stimmprobleme im Alter auf.

Stand: 18.06.2019

Hals eines äteren Mannes wird untersucht | Bild: picture-alliance/dpa

Wie verändert sich die Stimme im Alter?

Bei Frauen:

  • Absinken der mittleren Sprechstimmlage, d. h. der Stimmklang wird tiefer

Bei Männern:

  • Anstieg der mittleren Sprechstimmlage, d.h. der Stimmklang wird heller/höher

Bei Frauen und Männern:

  • Abnahme der Stimmlautstärke
  • Abnahme des Stimmvolumens, der Steigerungsfähigkeit der Stimme und des Stimmumfangs (niedrigster Ton bis höchster Ton), Zunahme des Tromolos ("Stimmzittern"), Verlust der Intonationssicherheit

Welche Ursachen haben Stimmprobleme im Alter?

  • Elastizitätsverlust aller Kehlkopfstrukturen
  • Kehlkopfmuskulatur wird schwächer
  • Verknöcherung des Schildknorpels
  • hormonell bedingte Veränderungen (u. a. Schleimhauttrockenheit, Schilddrüsenunterfunktion)
  • Medikamente (v. a. mit austrocknender Wirkung)
  • lange Jahre aufsteigende Magensäure
  • im Laufe des Lebens schädigendes Einflüsse auf den Kehlkopf (Rauchen, hochprozentige Alkoholika)

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

  • Ausschluss einer Unterfunktion der Schilddrüse und ggf. Behandlung
  • Vitamin D für den Muskelaufbau
  • Stimmtraining
  • Logopädische Therapie
  • Fitnesstraining
  • Vermeidung von schädigenden Einflüssen wie beispielsweise Rauchen und starke Alkoholika
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um ein Austrocknen der Kehlkopfstruktur zu vermeiden
  • Singen, z. B. im Chor
  • evtl. operative Therapie

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