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HNO Allergien im Winter - das sollten Sie wissen!

Heuschnupfengeplagte atmen nach dem Frühling und Sommer meist richtig auf, denn dann ist erfreulicherweise Schluss mit der lästigen Allergie. Von wegen! Bei manchen geht es ab Herbst erst so richtig los. HNO-Arzt Dr. Thomas Meier-Lenschwo klärt über Allergien im Herbst und Winter auf.

Stand: 27.11.2018

Frau putzt sich mit Taschentuch die Nase | Bild: picture-alliance / dpa

Längere Allergie-Zeit

Wir kennen die allergische Bindehautentzündung und den allergischen Schnupfen vor allem in der Zeit der Baumblüte im Frühjahr und der Gräserblüte im Sommer, daher auch der Name "Heuschnupfen". Früher waren Herbst und Winter erfreulicherweise eine allergiefreie Zeit. Doch in den letzten Jahren klagen immer mehr Allergie-Geplagte über diese Beschwerden auch im Herbst und Winter, bei manchen fängt die Symptomatik sogar im Herbst erst an.

Gründe für längere Allergie-Zeit

Der Klimawandel und eine sich ändernde Flora mit Neophyten (Einzug bisher nicht gekannter Pflanzen in Bayern) ändern das Allergenspektrum. Ein wärmerer Frühling und der milde Herbst der letzten Jahre lassen Pollen früher fliegen und später ihren Flug einstellen. Die Hasel kann ihre Pollen schon im Dezember/Januar streuen, die Kräuterpollen fliegen bis in den Oktober hinein. Ein eingeschleppter Neophyt, das Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) gibt seine Pollen bis weit in den Oktober hinein ab. Sporen von Pilzen wie Alternaria alternata oder Cladosporium herbarum (Schimmelpilze) halten sich bis November in der Luft und verursachen dieselben Allergiebeschwerden wie Pollen.

Somit liegt das ganze Jahr über etwas in der Luft, was Beschwerden wie beim Heuschnupfen verursacht. Die Winterpause für Allergiker schrumpft dann auf wenige Wochen zusammen.

Sporen und Pollen sind meist auf den Außenbereich beschränkt, der Rückzug nach drinnen sollte den Allergiegeplagten helfen. Doch hier konzentrieren sich die Allergene der Milben und gegebenenfalls von Haustieren. Vor allem im Herbst nimmt die Belastung durch Milbenallergene durch geändertes Lüftungsverhalten und andere Faktoren zu.

Symptome

  • juckende Augen
  • laufende oder verstopfte Nase
  • lästiger Niesreiz
  • manchmal auch Husten und Atemwegserkrankungen
  • Bindehautentzündung

Diagnostik

Bei Schnupfen in der typischen Erkältungszeit muss man, bei etwas untypischem Verlauf, auch an eine Allergie denken. Ein Allergie-Hauttest und gegebenenfalls eine Labordiagnostik auf spezifische Antikörper gegen die vermuteten Allergene bringen Arzt bzw. Ärztin und Patient/in auf die richtige Spur.

Therapie

Die Behandlung unterscheidet sich nicht wesentlich von der Therapie beim "typischen Heuschnupfen"

  • oral oder lokal verabreichte Antihistaminika
  • Sprays mit Cortison-ähnlichen Wirkstoffen
  • Schutzbezug fürs milbenbelastete Bett

Tipp

Ursächlich hilft nur die Hyposensibilisierungsbehandlung, die das Problem an der Wurzel, also bei der übersteigerten Antwort des Immunsystems, packt.


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