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Kräuter Heilen mit Rosmarin

Wussten Sie, dass Rosmarin nicht nur ein äußerst beliebtes Küchenkraut, sondern auch eine stärkende Heilpflanze ist? 2011 wurde er zur Heilpflanze des Jahres gewählt. Kräuterexpertin Daniela Wattenbach verrät ein paar Hausrezepte mit Rosmarin, mit denen Sie so manches Wehwehchen behandeln können. Und leicht herzustellen sind sie auch!

Stand: 17.12.2019 | Archiv

Rosmarin  | Bild: mauritius images / Cultura

Geschichte des Rosmarins

"Tau des Meeres" wurde der ursprünglich aus den Bergen des Libanons stammende Rosmarin seit der Antike genannt. Seine Heimat ist der Mittelmeerraum. Aber auch in den hiesigen Gärten gefällt es ihm immer besser, was wohl an den milder werdenden Wintern liegt. Sein Standort muss dennoch warm und geschützt sein, damit er in den Frostnächten nicht erfriert.
Im Altertum hatte Rosmarin eine besondere kultische Bedeutung: Zusammen mit Lorbeer und Myrte wurde er in Siegeskränze geflochten. Auch galt er als Symbolpflanze für Liebe und Unsterblichkeit. Rosmarin hat in Europa eine lange Tradition im Volksbrauchtum und begleitete alle wichtigen Stationen des Lebens: Geburt, Brautzeit, Hochzeit und Tod.
Rosmarin gehört zu der Familie der Lippenblütler. An den verholzten Zweigen sitzen immergrüne Blätter, die aussehen wie Nadeln. Die lila Blüte, die sich meist zwischen März und Mai zeigt, ist besonders schön.

Wirkung

  • durchblutungsfördernd (eignet sich daher für alle, die leicht frösteln)
  • regt den Kreislauf an und ist ein regelrechter Muntermacher (eignet sich daher gegen niedrigen Blutdruck und Erschöpfung; Wirkt besser als starker Kaffee!)
  • wirkt anregend auf die Galle
  • hilft bei rheumatischen Beschwerden
  • stärkt das Herz, Gedächtnis und Immunsystem

Inhaltsstoffe

ätherische Öle, v. a. Campher, Cineol und Bitterstoff
Achtung: In der Schwangerschaft und bei hohem Blutdruck darf Rosmarin nicht angewendet werden!

Rosmarin-Badeextrakt

Wirkung
Dieses Bad ist sehr aktivierend, wärmend und kreislaufanregend. Es sollte daher nicht am Abend genommen werden. Es könnte den Schlaf beeinträchtigen. Auch einem sich ankündigenden Muskelkater kann damit entgegengewirkt werden.

Zutaten

  • 50 g Rosmarinblätter
  • 1 l Wasser

Zubereitung
Rosmarinblätter mit Wasser zum Sieden bringen, 30 Minuten ziehen lassen, abseihen und einem warmen Vollbad zufügen.

Rosmarin-Tee

Wirkung
Gegen Erschöpfungszustände und niedrigen Blutdruck. Nach einer Erkältung oder Grippe kann dieser Tee wieder auf die Beine helfen.

Zutaten

  • 1 TL Rosmarinblätter
  • 250 ml kochendes Wasser

Zubereitung
Die Rosmarinblätter mit kochendem Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen.

Anwendung
Jeweils morgens und nachmittags eine Tasse trinken.

Rosmarin-Einreibung

Wirkung
Dies ist ein bewährtes Hausmittel zur äußeren Behandlung bei rheumatischen Beschwerden und zur Durchblutungsförderung. Sie lockert die Muskulatur.

Zutaten

  • 50 g Rosmarinblätter
  • ¼ l Franzbranntwein (alternativ: gutes Öl, z. B. Mandel- oder Macadamianussöl)

Zubereitung
Rosmarinblätter im Mörser anstoßen und mit dem Franzbranntwein übergießen. Die Flasche für 14 Tage auf die Fensterbank stellen. Achten Sie aber darauf, dass die Flasche keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Einmal täglich schütteln. Danach die Flüssigkeit einen Kaffeefilter abseihen.

Anwendung
Die schmerzende Stelle damit massieren.

Achtung

Nur zur äußeren Behandlung, nicht zum Einnehmen geeignet!

Rosmarin-Wein

Wirkung
Rosmarin-Wein ist ein uraltes Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden. Gerade ältere Menschen greifen gerne darauf zurück, da er sehr mild ist und die Lebensgeister anregt.

Zutaten

  • 20 g Rosmarinblätter
  • 500 ml süßlicher Weißwein

Zubereitung
Rosmarinblätter klein schneiden, in ein Schraubglas füllen und mit Weißwein übergießen. Eine Woche bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Anschließend abseihen und genießen.

Anwendung
Maximal 1-2 kleine Gläschen pro Tag davon trinken.


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