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Kräuter Heilen mit Bärlauch

Der Bärlauch hat seinen Namen vermutlich, weil sich früher die Bären nach ihrem langen Winterschlaf als erstes an frischen Bärlauch-Blättern stärkten, um ihre "Bärenkräfte" zurückzubekommen. Auch uns Menschen schadet eine stärkende Bärlauch-Kur nicht. Kräuterexpertin Daniela Wattenbach verrät gesunde und köstliche Bärlauch-Rezepte.

Stand: 03.04.2019

Bärlauch | Bild: BR

Sammel-Tipps

Um beim Sammeln den Bärlauch nicht zu verwechseln, sollten Sie auf typische Merkmale achten

  • Bärlauch steht selten alleine und wächst meist in dichten Beständen an Bachläufen in feuchten und schattigen Laub- und Buchenwäldern.
  • Die Blätter sind zunächst auf beiden Seiten eingerollt.
  • Achten Sie auf den typischen Glanz auf der Blattoberseite. Auf der Unterseite hingegen sind die Blätter matt und etwas heller.
  • Das beste Erkennungsmerkmal ist aber die markante Blattrippe auf der Blattunterseite. Diese können Sie ganz deutlich spüren. Knicken Sie das Blatt, ist ein Knacken zu hören.
  • Auf den unverwechselbaren Duft können Sie sich leider nicht verlassen, da nach kurzer Zeit Ihre Finger danach riechen und auch giftige Pflanzen dann nach Bärlauch riechen werden.
  • Verwechseln Sie ihn nicht mit den giftigen Maiglöckchen, den Herbstzeitlosen oder dem Aronstab.
  • Sie können alle Teile der Pflanze verwenden. Mit den weißen Blütendolden, die im Juli sternförmig blühen, können Sie Ihren Speiseplan noch etwas verfeinern.
  • Achten Sie beim Pflücken darauf, immer nur ein einziges Blatt von einem Trieb zu nehmen, damit die Pflanze über die restlichen Blätter genügend Energie an die Zwiebel abgeben und so auch im nächsten Jahr wieder austreiben kann.

Wirkung

  • Bärlauch enthält Allicin, das durch Zerkleinern zum heilwirksamen Allicin oxidiert. Dieses Allicin wirkt antibakteriell und keimtötend und dient daher als natürliches Antibiotikum gegen Krankheitserreger.
  • Bärlauch lässt das Blut in den Adern besser fließen und kann sich so positiv gegen Bluthochdruck auswirken.
  • Die in dem Heilkraut enthaltenen Schwefelverbindungen haben eine entzündungshemmende und entgiftende Wirkung auf den Körper. Deshalb kann der Verzehr von Bärlauch im Frühjahr ganz besonders bei einer Entgiftung helfen.
  • Zudem enthält der Bärlauch Vitamin C, das das Immunsystem stärkt und vor freien Radikalen schützt, Flavonoide, Mineralstoffe (Kalium, Magnesium und Eisen) sowie Spurenelemente.
  • Sein starker Geruch kommt von den gesunden ätherischen Ölen.

Rezepte mit Bärlauch

Bärlauch-Tinktur

Achtung
Kinder und Schwangere dürfen diese Tinktur nicht einnehmen!

Zutaten

  • eine Handvoll (ca. 50 g) jungen, zarten Bärlauch (noch vor der Blüte)
  • ca. 200 ml Alkohol (mind. 45 %)

Zubereitung

  • Schneiden Sie die frischen Bärlauch-Blätter mit einem scharfen Messer klein.
  • Füllen Sie die geschnittenen Blätter in ein Gefäß und geben so viel Alkohol darüber, bis die Blätter vollständig bedeckt sind.
  • Lassen Sie diesen Ansatz drei Wochen ziehen. Bewahren Sie das Glas an einem warmen Ort (z. B. in der Küche) auf und stellen es nicht in die direkte Sonne.
  • Schütteln Sie das Gefäß hin und wieder.
  • Nach drei Wochen können Sie die fertige Tinktur abseihen und in eine dunkle Flasche füllen.
  • Bewahren Sie die Tinktur an einem kühlen Ort auf.

Wirkung
Diese Tinktur wird als Ausleitungs- und Entgiftungsmittel eingesetzt. Sie kann Blutdruck senken und bei Magen-Darmstörungen helfen. Die Tropfen wirken verdauungsfördernd.

In der Volksheilkunde wird die Bärlauch-Tinktur vorbeugend (!) gegen Arteriosklerose (Arterienverkalkung) genommen.

Anwendung
Nehmen Sie bei Bedarf 3 mal täglich 10-20 Tropfen, vorzugsweise in einem Glas Wasser, vor dem Essen ein.

Bärlauch-Kräutersalz

Zutaten

  • 2-3 Handvoll frisch gepflückter Bärlauch (gerne auch mit anderen Kräutern mischen wie z. B. Giersch, Scharbockskraut, Knoblauchsrauke)
  • 500 g Salz

Zubereitung

  • Die Kräuter etwas kleiner schneiden und anschließend zu einem dünnen, glatten Mus pürieren.
  • Nach und nach etwas Salz hinzufügen.
  • Das feuchte Kräutersalz dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen und für mindestens 3 Stunden bei etwa 50 Grad im Backofen trocknen lassen. Die Backofentür sollte einen Spalt geöffnet bleiben, damit die austretende Feuchtigkeit entweichen kann. (Tipp: Das klappt gut, wenn Sie einen Kochlöffel in die Tür einklemmen.)
  • Ist die Masse trocken, geben Sie sie nochmal zum Pulverisieren in den Mixer.
  • Das fertige Kräutersalz am besten in ein gut schließendes Schraubglas füllen.

Haltbarkeit
ca. ein Jahr

Bärlauch-Chips

Zutaten

  • frisch gepflückte, nicht zu kleine Bärlauch-Blätter
  • gutes Raps- oder Olivenöl
  • selbstgemachtes Kräutersalz (Rezept s. o.)
  • Paprika

Zubereitung

  • Die Bärlauch-Blätter mit Raps- oder Olivenöl bestreichen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
  • Auf die Blätter nun nicht zu wenig selbstgemachtes Kräutersalz streuen.
  • Wer mag, kann auch etwas Paprika dazugeben.  
  • Die Blätter nun für ca. 15-20 Minuten bei 120 Grad in den Ofen geben. Durch das Trocknen werden sie richtig knusprig.

Tipp

Am besten schmecken diese selbstgemachten Chips, wenn sie noch lauwarm sind.


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