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Haut Hautrötungen - Rosazea

Erweiterte Blutgefäße, Knötchen und Pusteln sind die häufigsten Symptome bei Rosazea, einer häufig vorkommenden Hauterkrankung, die einen unangenehmen Verlauf nehmen kann. Über die Behandlungsmöglichkeiten informiert Hautärztin und "Wir in Bayern"-Expertin Dr. Monique Stengel.

Stand: 03.05.2019

Eine Frau betrachtet ihre Haut in einem Spiegel  | Bild: picture alliance / dpa Themendienst

Was ist Rosazea?

Rosazea ist eine häufige, entzündliche und nicht ansteckende Hauterkrankung, die meist ab dem vierten Lebensjahrzehnt auftritt. Sie tritt vor allem im Gesichtsbereich bei hellhäutigen Erwachsenen auf (Hauttyp I-II, im Englischen daher auch "Fluch der Kelten" genannt) und hat einen chronisch schubweisen Verlauf
Typisch sind erweiterte Blutgefäße und Rötungen im Wangen- und Nasenbereich, Papeln (Knötchen) und Pusteln (Pickel). Eine Ausdehnung auf die Kopfhaut, Hals, Brust und Rücken ist möglich. Die Erkrankung kann einer Akne ähneln. Bei der Rosazea treten jedoch keine Mitesser auf und die Patienten sind normalerweise auch älter als Aknepatienten.

Die Rosazea wird in verschiedene Schweregrade eingestuft:

  • Grad I: anfangs flüchtige, später bleibende Rötung und erweiterte Blutgefäße 
  • Grad II: entzündliche, gerötete Knötchen und Pickel und ggf. Lymphödem
  • Grad II: Vermehrung von Bindegewebs- und Talgdrüsenzellen mit entzündlicher Knollenbildung (Phyme: Geschwulste, knollige Verdickungen) an Nase, Stirn, Kinn und Ohr vor allem bei männlichen Patienten

Welche Symptome hat Rosazea und wie wird sie diagnostiziert?

Die Patienten berichten über anfangs flüchtige und später bleibende Hautrötungen, die typischerweise im Wangen- und Nasenbereich auftreten. Die Rötung spart die Region unmittelbar um Augen und Mund herum aus. Weitere Symptome sind Brennen und Stechen der Haut, Lymphödeme, Hauttrockenheit und ggf. eine Augenbeteiligung
Das klinische Bild ist meist typisch und so stellt der Hautarzt die Diagnose nach genauer Untersuchung der Haut und Befragung des Betroffenen zu Symptomen und möglichen krankheitsverschlechternden Faktoren. Eine Hautprobe ist dagegen nur selten notwendig.

Welche Ursachen sind für die Entstehung der Rosazea verantwortlich?

Ursachen für die entzündliche Rosazea sind:

  • erbliche Veranlagung
  • Störungen des Immunsystems
  • Störung der Durchblutung
  • Demodex-Milben (kommen auf der menschlichen Gesichtshaut vor, treten bei Rosazea-Patienten jedoch im Durchschnitt häufiger auf)
  • chronische Schädigungen der Gesichtshaut durch UV-Strahlung

Welche Faktoren können Rosazea verschlimmern?

Faktoren, die Gefäße erweitern wie

  • äußere Faktoren: irritierende, chemische Stoffe wie Seifen oder fettige Kosmetika, UV-Strahlen, Hitze, Kälte, abrupte Temperaturwechsel
  • innere Faktoren: psychischer Stress, Kaffee, Alkohol, Tee, scharfe Gewürze (Chilli, Curry, Pfeffer), hormonelle Schwankungen in der Menstruation, Schwangerschaft und Menopause.

Kann man Rosazea heilen?

Eine Heilung ist bislang leider noch nicht möglich, aber wir können die Krankheitssymptome deutlich lindern.

Wie sieht die medikamentöse Behandlung aus?

  • Äußerliche Therapie mit verschreibungspflichtigen Cremes, die die Rötung und Knötchen bzw. Pickel bessern können. Zu den am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen zählen Brimonidin (wirkt gefäßverengend, führt aber bei etwa 20% der Patienten zu einer anfänglichen Symptomverschlechterung), Ivermectin (wirkt gegen die krankheitsmitauslösende Demodex-Milbe und entzündungshemmend), Metronidazol und Azelainsäure (wirken beide entzündungshemmend)
  • Innerliche Therapie bei therapieresistenten, leichteren Formen und schweren Formen mit Antibiotika (Tetrazykline: Doxycyclin in einer speziellen und gut verträglichen, niedrigen Dosierung oder Minocyclin). Bei schweren, therapieresistenten Fällen mit niedrigdosierter Vitamin-A-Säure

Was kann sonst noch den Hautzustand verbessern?

Allgemeine Hautpflege: wenig fetthaltige, gut verträgliche Kosmetika und milde, seifenfreie Waschlotionen verwenden. Gewöhnliche Seifen sind zu alkalisch und können den ph-Wert der Haut erhöhen, was zu Hautirritationen führt. Gesichtswasser und andere Kosmetika, die Kampfer, Natriumlaurylsulfat (Haut irritierend) oder Menthol enthalten, meiden.

Ganzjährige Sonnenschutzmaßnahmen mit UVA-und UVB-Schutz, da UV-Strahlung die Krankheit häufig verschlechtert.
Sauna, Alkohol, heiße Getränke und scharfe Speisen nach Möglichkeit vermeiden.

Laser: gegen Hautrötung und erweiterte Blutgefäße, aber auch zum Abtragen von vermehrten Talgdrüsenzellen z. B. beim Rhinophym ("Knollen-Nase") möglich

Operativ: Abtragung von Phymen/ Knollen


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