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Haut Gesunde Kopfhaut

Auch das Kopfhaar kennt "Problemzonen": Schuppen oder fettige Haare sind weit verbreitete Probleme, deren Ursachen allerdings bereits bei der Kopfhaut beginnen. Hautärztin Dr. Monique Stengel gibt Tipps, was Sie für eine gesunde Kopfhaut tun können.

Stand: 14.11.2019

Gesunde Kopfhaut - hier: Haarschopf unter der Lupe | Bild: picture alliance / dpa Themendienst

Das Zusammenspiel von Kopfhaut und Haaren

Eine intakte Kopfhaut ist die Basis für gesunde und gepflegte Haare. Probleme wie fettige Haare oder Schuppen entstehen nämlich nicht im Haar selbst, sondern schon auf der Kopfhaut.  In der Kopfhaut bilden sich kontinuierlich neue Hautzellen, die nach oben wandern, verhornen und schließlich als kleine Schüppchen abgestoßen werden. Gerät die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht, können Beschwerden wie Juckreiz, starke Schuppenbildung und Ekzeme die Folge sein. Sehr häufig kommen Kopfschuppen vor, sie sind die häufigste Störung der Kopfhaut überhaupt. Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann sind zeitweise von Kopfschuppen betroffen.

Die Gründe für diese Probleme sind vielfältig:

  • Äußere Faktoren: Falsche/übertriebene Pflege, trockene Heizungsluft, UV-Strahlung, Besiedelung mit Hefepilzen 
  • Innere Faktoren: Erblich bedingte Veranlagung zu Trockenheit/Ekzemen oder fettiger (Kopf)haut/Schuppenflechte, einseitige Ernährung, Stress oder hormonelle Veränderungen

Trockene Kopfhaut

Trockener Kopfhaut liegt eine verringerte Talgproduktion zu Grunde, dies fördert die Bildung von kleinen, weißlichen Schuppen, und kann auch evtl. Juckreiz und Rötung hervorrufen.

Die Ursachen sind häufig übertriebene Hygiene der Kopfhaut mit zu häufiger/zu heißer Haarwäsche bzw. heißes Föhnen, falsche Kopfhautpflege mit entfettenden Shampoos, und trockene Heizungsluft im Winter.

Tipps

  • Umstellung der Pflegeautomatismen. Gerade Männer mit kurzen Haaren waschen Kopfhaut und Haare gerne täglich, obwohl eine 2-3x wöchentliche (kurze und lauwarme!) Haarwäsche ausreicht.
  • Gerade bei trockener Kopfhaut mit einem milden Shampoo ohne Silikone, Duft-/Farb- und Konservierungsstoffe, lauwarm waschen. Nur einmal Shampoonieren, das Shampoo in die Kopfhaut einmassieren, so werden Schuppen entfernt, die Durchblutung angeregt und damit die Kopfhaut und Haarwurzeln besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.
  • Anschließend evtl. eine auf Kopfhaut und Haare abgestimmte (also bei trockener Kopfhaut eine rückfettende) Pflegespülung verwenden.
  • Nach dem Waschen die Kopfhaut nicht mit dem Handtuch trocken rubbeln! Schonender ist es, die Haare trocken zu tupfen. Kopfhaut und Haare wann immer möglich lufttrocknen lassen.
  • Zu heißes Föhnen und Föhnen aus unmittelbarer Nähe vermeiden und wenn immer möglich Kopfhaut und Haare an der Luft trocknen lassen. Wenn föhnen, dann den Föhn auf niedrigster Hitzestufe einstellen.
  • Hilfreich ist auch, einmal pro Woche eine nächtliche Ölbehandlung anzuwenden: Wenige Tropfen eines pflanzlichen Öls (z. B. Mandelöl) auf die Kopfhaut auftragen und am nächsten Morgen mit einem milden Shampoo ausspülen. 

Eine Auswahl geeigneter Inhaltsstoffe bei trockener Kopfhaut: Urea (Harnstoff), Glycerin, Panthenol, Milchsäure, Sheabutter, Jojobaöl, Arganöl, Mandelöl.

Fettige Kopfhaut

Gesteigerte Talgproduktion führt zu fettiger Kopfhaut, die Folgen sind fest haftende, gelblich fettige Schuppung, strähnige Haare, schnell nachfettender Ansatz, evtl. auch Juckreiz.

Die Gründe hierfür können erbliche Veranlagung, hormonelle Veränderungen durch Pubertät/Pille/Schwangerschaft, oder falsche Kopfhautpflege, z.B. durch nachfettende Haarpflegeprodukte, sein.

Tipps:

  • Pflege mit rückfettender Wirkung vermeiden, also z. B. Shampoos speziell für fettige Haare verwenden und auf fettende Spülungen verzichten.
  • Conditioner nur in die Haarspitzen auftragen, nicht direkt auf die Kopfhaut geben und kein Haarwachs oder Haaröl verwenden.
  • Ggf. Verwenden von medizinischen Shampoos. 

Eine Auswahl geeigneter Inhaltsstoffe bei fettiger Kopfhaut mit gelblichen Schuppen: Salicylsäure (wirkt keratolytisch, löst also festhaftende Schuppen), Mahonienrinde (wirkt keratolytisch / antibakteriell und gegen übermäßigen Talgfluss), Stiefmütterchenkraut (wirkt entzündungshemmend), Schwarztee-/Grüntee-/Eichenrindenextrakt.

Allgemeine Tipps zur Pflege

  • Auch bei stark juckender Kopfhaut Kratzen vermeiden, da es zu ausgedehnten Entzündungen führen kann.
  • Gut zur Kopfhaut- und Haarpflege sind Naturborsten-Bürsten, weil sie das Fett der Kopfhaut im Haar verteilen und gleichzeitig die Durchblutung der Kopfhaut und damit den Nährstofftransport verbessern. Am besten eignen sich Bürsten mit abgerundeten Borsten und Kämme mit nicht so dicht stehenden Zinken.
  • Prozeduren wie Färben, Bleichen, Dauerwelle, Haarglättung strapazieren Kopfhaut und Haare - das heißt je seltener sie erfolgen, desto besser.
  • Möglichst Dauerstress vermeiden, da durch Stress Botenstoffe ausgeschüttet werden, die den Hormonhaushalt und damit die Talgproduktion beeinflussen.
  • Auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung achten: z. B. kann ein Eisenmangel trockene Haut und Haarausfall verursachen, aber auch das Spurenelement Zink (viel enthalten in Austern/Emmentaler/Haferflocken/Rindfleisch) und das Vitamin Biotin (= Vitamin H, ist viel enthalten in Leber/Eigelb/Nüssen und Haferflocken) sind essentiell für eine gesunde Haut und Haare.
  • Bei Schuppen die Kopfhaut nicht unter einem Hut oder Mütze verstecken. Besser ist frische Luft, damit die Haut atmen kann.

Gehen Sie zum Hautarzt bei starkem Juckreiz, bei nässenden/verkrusteten/blutenden Stellen an der Kopfhaut und übermäßiger Schuppenbildung, da auch immer eine Hauterkrankung wie z. B. Neurodermitis, Schuppenflechte, eine Pilzinfektion oder eine Allergie hinter hartnäckigen Kopfhautproblemen stecken kann.


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