BR Fernsehen - Wir in Bayern


9

Haut Aktinische Keratose - Hautkrebs-Vorstufe

Aktinische Keratose ist weit verbreitet. Vor allem ältere Männer sind betroffen. Da sich daraus Hautkrebs entwickeln kann, ist es wichtig, die Hautveränderung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Hautärztin Dr. Monique Stengel erklärt, wie Sie Aktinische Keratose erkennen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie Sie vorbeugen können.

Stand: 12.07.2019

Älterer Frau steht vor dem Spiegel und betrachtet ihre Haut. | Bild: picture-alliance/dpa

Was ist Aktinische Keratose?

Aktinische Keratosen (AK) sind Sonnenschäden der Haut, die nach Jahrzehnten der Lichteinwirkung bei hellhäutigen, lichtempfindlichen Menschen als einzelne oder mehrfach auftretende rote/rotbraune, scharf begrenzte, schuppige Flecken vorkommen können. Bei den wenige Millimeter bis zwei Zentimeter großen Flecken, die nach kleinen Verletzungen zum Bluten neigen, handelt es sich um frühe, sogenannte nichtinvasive Formen des Stachzellkrebs (Spinaliom), eine Variante des weißen Hautkrebses. Das Risiko, dass sich auf der Basis von aktinischen Keratosen ein heller Hautkrebs entwickelt, liegt in der Allgemeinbevölkerung bei bis zu 10 Prozent, bei Menschen, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems nehmen, bei bis zu 30 Prozent.

Laut Schätzungen befinden sich in Deutschland ca. 1,7 Millionen Menschen wegen AK in hautfachärztlicher Behandlung. Ca. 240.000 Menschen erkranken pro Jahr neu. Ab dem 70. Lebensjahr ist in Mitteleuropa jeder zweite davon betroffen. Körperstellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, wie die Stirn, unbehaarte Kopfhaut, Nase, Wangen, Ohren, das Lippenrot der Unterlippe und Handrücken sind am häufigsten betroffen, seltener auch die Außenseiten der Unterarme, das Dekolleté und die Unterschenkel.

Ursachen und Risikofaktoren

  • Hauptursache sind Lichtschäden durch UV-Strahlung. Wird die Haut zu häufig oder lange der Sonne ausgesetzt, kann die Erbsubstanz der Hautzellen geschädigt werden.
  • Erbliche Veranlagung: Hauttypen I und II, also rothaarige oder blonde, hellhäutige Menschen mit langjähriger Sonnenbestrahlung der Haut haben ein hohes Risiko eine AK zu entwickeln. Männer sind häufiger davon betroffen.
  • Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppression): Organtransplantierte weisen in über 30 Prozent der Fälle mehr als 5 AKs auf und haben einen schnelleren Übergang in ein Spinaliom, auch hier sind vor allem die Hauttypen I und II betroffen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Wahl der Therapie richtet sich u. a. nach der Anzahl, Größe, Dicke und Lage der Hautveränderungen und natürlich dem Allgemeinzustand sowie dem Behandlungswunsch des Patienten.

  • Vereisen mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie)
  • Abschaben mit scharfkantigem Löffel (Kürettage)
  • Lasertherapie: Abtragen der betroffenen Hautareale mittels eines Lasers (bis zu 90%ige Abheilungsrate)
  • Lichttherapie (PDT= Photodynamische Therapie) als moderne Tageslicht-PDT oder als klassische PDT: Auftragen einer lichtsensibilisierenden Substanz, die sich hauptsächlich in den erkrankten Zellen anreichert und anschließend für zwei Stunden Bestrahlung mit Tageslicht oder für einige Minuten mit Rotlicht. Die Tageslicht-PDT ist hinsichtlich der Verträglichkeit und Patientenzufriedenheit klar der klassischen PDT überlegen und das bei ähnlich hohen Ansprechraten. Außerdem treten bei der Tageslicht-PDT seltener unerwünschte Nebenwirkungen an den behandelten Arealen auf. Ein weiterer großer Vorteil der Tageslicht-PDT ist, dass sie fast schmerzfrei ist.
  • verschiedene äußerliche Medikamente (u. a. Ingenolmebutat, Imiquimod, Diclofenac)

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung ist, die Haut vor der Sonne zu schützen durch: Meiden, Kleiden und Cremen

  • Meiden Sie die intensive Mittagssonne im Sommer zwischen 11 und 15 Uhr.
  • Kleiden Sie sich mit Sonnenhut und langärmeliger, luftiger Kleidung.
  • Cremen Sie sich mit ausreichend Sonnencreme (mit UVA- und UVB-Filter) und entsprechend hohem Lichtschutz ein. Studien konnten zeigen, dass wir meist viel zu wenig Sonnencreme auftragen und damit den auf der Packung angegebenen Schutzfaktor gar nicht erreichen. Ausreichend bedeutet bei einem "durchschnittlichen" Erwachsenen für einmal Eincremen des Gesichts 1 Teelöffel und für einmal Eincremen des gesamten Körpers 4-5 Esslöffel Sonnencreme.

Tipp

Meiner Erfahrung nach ist speziell für lichtgeschädigte Haut die Verwendung von Sonnenschutzcremes mit einem DNA-Reparaturenzym zu empfehlen.

  • Verzichten Sie auf Solarienbesuche.
  • Vitamin B3: Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Einnahme von Vitamin B3 in Form von 2 Tabletten täglich einen UV-Schutz-Effekt hat und die Neuentstehung von AK deutlich verringern kann.
  • Regelmäßige Hautvorsorgeuntersuchungen

9