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Ernährung Die Gurke - eine echte Flüssigkeitsbombe!

Die Gurke zählt - ob als Snack oder in Salaten, ob gerade oder krumm - zum beliebtesten Gemüse der Deutschen. Sogar zum Gemüse des Jahres 2019 und 2020 wurde sie gewählt. Aufgrund ihres hohen Wassergehalts ist sie eine echte Flüssigkeitsbombe. Was die Gurke so alles kann und warum sie so gesund ist, verrät Ernährungsexpertin Jutta Löbert.

Stand: 01.06.2020

Salatgurke | Bild: Picture Alliance

Nicht von ungefähr wurde die Gurke zum Gemüse des Jahres ernannt. Schließlich hat sie einiges drauf und so einiges in sich - nicht nur Wasser!

Herkunft und Sorten

Gurken gehören zu den Kürbisgewächsen und sind daher mit Kürbissen und Melonen verwandt. Ihr Ursprung liegt vermutlich in Indien. Sie können in ca. 40 verschiedene Sorten unterteilt werden.

Hauptunterschied: Salat- oder Schmorgurke

Gurken werden hauptsächlich danach unterschieden, ob sie Salat- oder Schmorgurken (Gurken zum Kochen/Einmachen) sind:

  • Schmorgurken haben einen geringeren Wasseranteil und bestehen aus festerem Fleisch als Salatgurken.
  • Schmorgurken müssen geschält werden, da ihre Schale dick, hart und unbekömmlich ist, während Salatgurken auch mit Schale verzehrt werden können.
  • Schmorgurken eignen sich nicht zum rohen Verzehr, d. h. sie werden nicht für Salate verwendet. Ihr Fruchtfleisch bzw. ihre Kerne werden nicht mitgegessen.

Weitere Gurkensorten:

  • Cornichons (besonders kleine Gurken, v. a. für Mixed Pickles)
  • Minigurken (sind bis zu 15 cm lang)
  • Kiwano-Gurken (afrikanisch, orange-stachelige Gurken)
  • Korila-Gurken (mexikanisch, sehr wenig Fruchtfleisch, werden roh gegessen)

Inhaltsstoffe

  • bestehen zu 96 % aus Wasser
  • äußerst kalorienarm (100 g/ 14 kcal, 1,8 g KH, 0,6 g EW, 0,2 g Fett)
  • Vitamin A, B1 und C
  • Mineralstoffe: Phosphor, Eisen, Kalium, Calcium
  • lösliche Ballaststoffe
  • Gurken aus dem Gewächshaus: werden oft mit Brom begast - daher gründlich waschen (dient als Schädlingsbekämpfungsmittel)

Gut zu wissen!

Da die Nährstoffe unmittelbar unter der Schale sitzen, sollten Sie Gurken möglichst nicht schälen!
Aber: Personen, die eine Magen-Darm-Schonkost verfolgen sollen, verzichten besser auf Gurken mit Schale, da die sie schwer verdaulich ist!

Bitterstoffe in Gurken

Für Kürbisgewächse ist typisch, dass sie Bitterstoffe bilden. Durch Züchtung wird versucht, die Konzentration der Bitterstoffe zu senken. Diese können auch durch äußere Faktoren wie Verletzungen oder Trockenstress gebildet werden. Bei übermäßigem Verzehr von Bitterstoffen kann es zu Magen-Darm-Verstimmungen wie Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen kommen.

Gut zu wissen!

Gurken bilden die Bitterstoffe zuerst im Stielansatz. Daher sollten Sie beim Schälen zum Stiel hinarbeiten, damit sich die Bitterstoffe nicht über die gesamte Gurke verteilen. Schmeckt das Stielende der Gurke bitter, sollten Sie es großzügig abschneiden.

Gesundheitlicher Nutzen von Gurken

  • Gurken enthalten Antioxidantien, die vor freien Radikalen schützen.
  • Sie sind ein guter Feuchtigkeitsspender für die Haut - innerlich und äußerlich.
  • Gurken werden gerne für Gesichtsmasken verwendet und auf die Augen gelegt, da sie die empfindliche Haut um die Augenpartie weich und geschmeidig machen. Poren schließen sich, Schwellungen und Augenringe gehen (zumindest kurzfristig) zurück. Gurken haben eine beruhigende Wirkung auf Reizungen und Rötungen im Augenbereich.
  • Sie regen die Verdauung an!
  • Bitterstoffe (Terpene) aktivieren die Verdauungssäfte und Enzyme in Leber, Galle sowie Bauchspeicheldrüse.
  • Ballaststoffe regen die Darmperistaltik an (v. a. Pektin)
  • Sie enthalten ein dem Insulin verwandtes Enzym, das nach bisherigen Erkenntnissen den Blutzuckerspiegel senken kann. Weitere Forschungen sind allerdings notwendig.
  • Fisetin (Farbstoff) kann die Gedächtnisleistung stärken und Nervenzellen vor dem Altern schützen.
  • Im Rahmen einer Diät können Gurken reichlich verzehrt werden, da sie äußerst kalorienarm und fettfrei sind.
  • Ein regelmäßiger Gurkenverzehr kann helfen, den täglichen Flüssigkeitsbedarf zu decken.
  • Gurken bieten einen Schutz vor Wassereinlagerungen, da sie eine wassertreibende Wirkung haben.

Das sollten Sie beim Kauf von Gurken beachten

  • Je fester und glatter eine Gurke, umso frischer.
  • Gurken sollten sich auf Fingerdruck fest anfühlen und keine gelben Flecken aufweisen.
  • Kaufen Sie Gurken am besten saisonal. In Deutschland ist ihre Hauptsaison von Mai bis September, vereinzelt auch bis November.

So lagern Sie Gurken am besten

  • Gurken sind kälteempfindlich. Lagern Sie Gurken zu kalt, werden sie weich und wässrig. Optimal wäre die Lagerung in einem dunklen und mäßig temperierten Raum (12-15°C).
  • Im Gemüsefach des Kühlschranks halten Gurken ca. 1 Woche.
  • Angeschnittene Gurken sollten möglichst schnell (spätestens innerhalb von 2-3 Tagen) verzehrt werden.
  • Gurken eignen sich nicht zum Einfrieren, da sie durch Kälte matschig werden und ihre Struktur verlieren.
  • Lagern Sie Gurken nicht in der Nähe von Ethylen-ausgasendem Obst oder Gemüse wie z. B. Äpfel, da sie sonst schneller weich werden.
  • Wenn die Enden weicher als das Mittelstück sind, sollten Sie die Gurke schnell verzehren.

Smoothie-Rezept mit Gurke

für 4 Portionen

  • 1 Zitrone (50-60 ml Saft)
  • 1 Banane
  • 4 säuerliche Äpfel (z. B. Granny Smith)
  • 1 Bund Petersilie
  • ½ Salatgurke
  • 250 - 300 ml Mineralwasser zum Auffüllen

Zubereitung

  • Banane schälen und klein würfeln.
  • Äpfel waschen, vierteln und die Kerngehäuse entfernen. Das Fruchtfleisch klein würfeln.
  • Äpfel mit Bananenwürfeln und Zitronensaft mischen.
  • Petersilie waschen, trockenschütteln und klein hacken.
  • Gurke putzen, schälen, längs halbieren, entkernen und in Stücke schneiden.
  • Alle Zutaten in einen Mixer geben und fein pürieren.  

Ob roh, gedämpft, geschmort, eingelegt oder als Smoothie - lassen Sie sich die Gurke schmecken!


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