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Ernährung Ernährungstipps für Diabetiker

Diabetes ist eine Volkskrankheit. Die Zahl der Erkrankten in Deutschland wird auf 6,7 Millionen geschätzt - 95 Prozent von ihnen leiden an Diabetes Typ 2. Mit der richtigen Ernährung lässt sich Diabetes Typ 2 jedoch gut in den Griff bekommen, bzw. in der Anfangsphase die Insulinresistenz sogar wieder umkehren. Tipps von Ernährungsexpertin Jutta Löbert.

Stand: 15.10.2018

Gesunde Ernährung bei Bluthochdruck: Gemüse | Bild: Colourbox

Lange Zeit ging man davon aus, dass Diabetes eine reine Zuckerkrankheit (Störung des Kohlenhydratstoffwechsels) ist. Deshalb sollten Diabetiker auf normalen Zucker verzichten und genau auf ihre Broteinheiten (BE) achten. Heute weiß man jedoch, dass Diabetes keine reine Zuckerkrankheit ist, sondern auch eine Störung des Eiweiß- und Fettstoffwechsels umfasst. Deshalb sollte Ziel der Ernährung sein, nicht nur die Blutzuckerwerte, sondern auch die Blutfettwerte und den Blutdruck zu senken sowie Übergewicht abzubauen. Häufig normalisieren sich die Blutzuckerwerte bei Patienten mit Diabetes Typ 2 wieder von alleine, wenn sie Übergewicht reduzieren, sich regelmäßig bewegen und ihre Ernährung umstellen.

Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist aber keine spezielle Diät notwendig. Für Diabetiker gelten die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für gesunde Personen: fettarme, ballaststoffreiche Kost, d. h. möglichst viel Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte verzehren. Auf fette Wurst und Süßigkeiten sollte möglichst verzichtet werden.

Tipp

Diabetiker, die Insulin spritzen oder bestimmte Medikamente zur Senkung des Blutzuckerwertes einnehmen, müssen bei der Zusammenstellung ihres Speiseplans die Menge und Art der Kohlenhydrate in den Lebensmitteln berücksichtigen. Je nach Therapie muss die Kohlenhydrataufnahme auf die Insulindosis und den Zeitpunkt der Insulinspritze beziehungsweise umgekehrt abgestimmt sein.

Zucker und Kohlenhydrate

Kohlenhydrate spielen in der Ernährung von Diabetikern eine große Rolle, da sie als einziger Nährstoff den Blutzucker beeinflussen.

  • Diabetiker sollten kohlenhydrathaltige Lebensmittel mit möglichst niedriger Blutzuckerwirksamkeit (Glykämischer Index = GI) bevorzugen, denn schnell verwertbare Kohlenhydrate (mit hohem GI) gehen rasch vom Darm ins Blut über und verursachen so einen schnellen Blutzuckeranstieg. Sie sind z. B. in Zucker, Konfitüre, Fruchtsäften oder Weißmehlprodukten enthalten. Diese Lebensmittel sollten deshalb, wenn überhaupt, zusammen mit anderen Lebensmitteln in einer Mahlzeit verzehrt werden. Zusätzlich aufgenommenes Fett, Eiweiß und Ballaststoffe führen dann dazu, dass die Mahlzeit langsamer verdaut wird und der Blutzuckerspiegel nicht so schnell ansteigt.
  • Kohlenhydrathaltige Lebensmittel mit einem niedrigen GI (z. B. Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsenfrüchte) sind zu bevorzugen. Sie lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen.

Fruchtzucker

Auch Fruchtzucker lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen. Deshalb ist es für Diabetiker ratsam, immer nur kleine Obst-Portionen zu essen. Zudem sollten Sorten bevorzugt werden, die weniger Zucker, aber viel Wasser und Ballaststoffe enthalten. Dazu zählen z. B. Birnen, Äpfel oder Papaya. Das sind Obstsorten mit einem niedrigen glykämischen Index (unter 45). Weniger empfehlenswert sind zuckerreiche Obstsorten wie Weintrauben oder Datteln.

Tipp

Trockenobst ist deutlich kalorienreicher und zuckerhaltiger als frisches Obst, denn durch den Entzug von Wasser steigt der Zuckergehalt bezogen auf das Gewicht um ein Vielfaches.

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe

Süßstoffe (z. B. Acesulfam, Aspartam, Cyclamat oder Saccharin) sind in der Regel kalorienfrei und liefern keine Kohlenhydrate, so dass der Blutzuckerspiegel unbeeinflusst bleibt. Sie können von Diabetikern in alltagsüblichen Mengen verwendet werden.

Auch Zuckeraustauschstoffe (z. B. Isomalt, Lactit, Maltit, Mannit, Sorbit, Fructose oder Xylit) lassen den Blutzuckerspiegel nicht oder nur schwach ansteigen. Sie enthalten allerdings fast genauso viel Kalorien (2 bis 4 kcal pro Gramm Zuckeraustauschstoff) wie Haushaltszucker.
Zu beachten ist, dass Zuckeraustauschstoffe, wie z. B. Fruchtzucker, nicht unbegrenzt verzehrt werden können. Bei übermäßigem Verzehr kann es zu Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall kommen.

Alkohol

Diabetiker sollten ihren Alkoholkonsum einschränken, denn Alkohol lässt den Blutzucker erst schnell ansteigen und dann rapide absinken, was zu einer (mitunter lebensbedrohlichen) Unterzuckerung führen kann. Nach Absprache mit ihrem Arzt können Diabetiker gelegentlich ein Glas Wein oder Bier trinken. Dieses sollte jedoch am besten in Verbindung mit einer Mahlzeit, z. B. zum Abendessen, getrunken werden.


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