BR Fernsehen - Wir in Bayern


4

Ernährung Gesunde Ernährung bei Bluthochdruck

Der auch als Hypertonie bezeichnete Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit, der man mit einem gesunden Lebensstil begegnen sollte. Neben ausreichend Bewegung, möglichst wenig Stress und Verzicht auf Alkohol und Zigaretten hat die Ernährung eine besondere Bedeutung. Lesen Sie, welche Lebensmittel gut bei Bluthochdruck sind und welche Sie hingegen meiden sollten.

Stand: 24.09.2018

Gesunde Ernährung bei Bluthochdruck: Gemüse | Bild: Colourbox

Unter Bluthochdruck (Hypertonie) leiden in Deutschland etwa 35 Millionen Menschen. Die Volkskrankheit kann genetische Ursachen haben, wird jedoch von vielen Risikofaktoren begünstigt. Neben Alkoholkonsum, Rauchen, Stress und Bewegungsmangel gehört auch Übergewicht zu diesen Risikofaktoren. Dem kann man u. a. durch eine gesunde Ernährung auf der Basis vollwertiger Mischkost entgegenwirken. Dabei sollte es jedoch nicht nur um Normalgewicht gehen, sondern auch um Lebensmittel, die den Blutdruck nicht belasten. Welche das sind und welche es wiederum zu vermeiden gilt, erklärt Ernährungsexpertin Jutta Löbert.

Unbedingt Salz vermeiden!

Schlecht bei Bluthochdruck sind alle Lebensmittel, die viel Kochsalz enthalten. Die tägliche Salzzufuhr sollte sechs Gramm nicht überschreiten, wobei dies sogar eine generelle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist, also auch für Gesunde gilt.

Bei Bluthochdruckpatienten kommt hinzu, dass eine Reduzierung von Kochsalz die Wirkung blutdrucksenkender Medikamente verstärkt. Es gibt auch nicht salzsensitive (salzresistente) Menschen, doch auch sie sollten die Menge von sechs Gramm täglich nicht überschreiten.

Laut Lebensmittelinformations-Verordnung müssen alle verpackten Lebensmittel bei den Nährwertangaben den Kochsalzgehalt aufweisen.

Beispiele für stark kochsalzhaltige Lebensmittel, die Sie vermeiden sollten:

  • Konserven
  • Fertiggerichte
  • Räucherschinken
  • Räucherlachs
  • Matjeshering
  • Gepökeltes
  • Chips und Salzgebäck

Günstige Lebensmittel

  • frische, nicht industriell verarbeitete Lebensmittel
  • natriumarme Lebensmittel (= < 120 mg Natrium pro 100 g)

Beispiele für Lebensmittel, die Sie (salzarm gewürzt) essen sollten:

  • Obst
  • Gemüse
  • Kartoffeln
  • Nüsse
  • Hülsenfrüchte
  • Getreideerzeugnisse wie Mehl, Nudeln Getreideflocken, Früchtemüsli, Gries und Reis
  • Joghurt, Quark, Buttermilch

Tipps zur salzarmen Ernährung

Reichlich Kräuter und Gewürze einsetzen.

  • Gerichte bei Tisch nicht nachsalzen.
  • Frische oder tiefgefrorene Nahrungsmittel gegenüber Konserven bevorzugen.
  • Natrium kann auch über Getränke eingespart werden: Trinkwasser, Kaffee, Tee, Erfrischungsgetränke und Obstsäfte enthalten meist wenig oder kein Natrium. In Gemüsesäften wie beispielsweise Karotten- und Tomatensaft können jedoch größere Mengen enthalten sein. Ähnliches gilt für Mineralwasser.
  • Günstig sind Mineralwässer mit weniger als 20 mg Natrium pro Liter. Natürliche Mineralwässer mit den Hinweisen „Geeignet für natriumarme Ernährung“ oder „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ enthalten weniger als 20 mg Natrium pro Liter.
  • Alkohol meiden; höchstens 20 g pro Tag und besser nicht täglich (0,5 l Weißbier entspricht 18 g Alkohol)
  • Für Salatsoßen kräftig schmeckende Öle einsetzen, z. B. selbst angesetztes Kräuter- oder Knoblauchöl, Haselnuss-, Walnuss- oder Olivenöl; frisch geriebener Meerrettich, reichlich frische Kräuter, Zwiebeln etc.
  • Anwendung von Garmethoden, die den Eigengeschmack der Nahrungsmittel fördern, z. B. Grillen und Braten.
  • Zur Geschmacksverbesserung von selbst gebackenem, natriumarmem Brot
  • z. B. gerösteten Sesam, Sonnenblumenkerne, Nüsse, Zwiebeln, Kräuter und Gewürze zufügen.

4