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Service Augengesundheit Gerstenkörner

Ein Gerstenkorn am Auge hatten wohl die meisten schon mal. Es juckt und brennt und ist ziemlich schmerzhaft. Muss man damit zum Arzt? Oder genügt es abzuwarten, bis es von alleine weggeht? Und was kann man selbst tun, damit es schneller heilt? Informationen und Tipps von unserem Augenarzt Dr. Tobias Neuhann.

Stand: 19.03.2014

Großaufnahme Auge | Bild: picture-alliance/dpa

Was ist ein Gerstenkorn?

Ein Gerstenkorn ist eine Art eitergefüllter Pickel am Augenlid. In die Schweiß- oder Talgdrüsen des Lids gelangen Bakterien und führen dort zu einer Entzündung, die von einer schmerzhaften Schwellung, Jucken und Brennen begleitet wird.

Heilt ein Gerstenkorn von alleine ab?

In der Regel bildet sich im Laufe von etwa einer Woche immer mehr Eiter, bis das Gerstenkorn spontan aufplatzt. Der angesammelte Eiter fließt ab und das Gerstenkorn heilt von selbst ab.

Wie kann man die Heilung beschleunigen?

Das wichtigste ist: Finger weg von Gerstenkörnern. Drücken Sie auf gar keinen Fall daran herum, um ein vorzeitiges Platzen zu erzwingen. Dadurch können neue Bakterien in die Entzündung gelangen und diese verschlimmern. Zudem können die Eiterbakterien in die Blutbahn und sogar in die Hirnhaut gelangen. Das kann schlimmstenfalls sogar zu einer Hirnhautentzündung führen.

Die Heilung unterstützen können Sie z. B. mit Rotlichtbestrahlung. Die trockene Wärme wirkt schmerzlindernd und beschleunigt die Reifung des Gerstenkornes, wodurch es sich eher öffnet.

Nicht geeignet hingegen sind feuchte Auflagen, die die Haut aufweichen und zu einer Verteilung der Bakterien im ganzen Auge führen können.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

In der Regel ist ein Gerstenkorn harmlos und heilt von selbst wieder ab.

Wenn sich die Entzündung ausbreitet und zum Gerstenkorn z. B. eine Bindehautentzündung kommt, sollten Sie jedoch einen Arzt aufsuchen.

Auch wenn ein allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, Kopfschmerzen oder geschwollene Lymphknoten hinzukommen, sollten Sie umgehend zum Arzt gehen.

Das Gleiche gilt, wenn Sie häufiger unter Gerstenkörnern leiden, denn das kann ein Hinweis auf Diabetes oder ein schwaches Immunsystem sein.

Darf man bei einem akuten Gerstenkorn Kontaktlinsen tragen?

Wenn Sie an einem akuten Gerstenkorn leiden, sollten Sie auf Kontaktlinsen verzichten. Zudem müssen die Linsen gründlich gereinigt werden, wenn Sie sie nach dem Abheilen wieder einsetzen, damit keine neuen Bakterien ins Auge gelangen.

Wie kann man Gerstenkörnern vorbeugen?

Die beste Vorbeugung ist, sich nicht an oder in die Augen zu fassen, v. a. nicht mit schmutzigen Händen. Für Kontaktlinsenträger sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, Kontaktlinsen und Hände vor dem Einsetzen gründlich zu reinigen. Wechseln Sie Pinsel, Applikatoren und Schwämme, die Sie für Ihr Augen-Make-up verwenden, regelmäßig und meiden Sie Zugluft.


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