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Pflanzen Die zweite Runde im Beet: Gemüse pflanzen im Juli

Haben Sie schon fleißig Gemüse geerntet und nun machen sich im Beet kahle Stellen breit? Die Saison ist noch nicht zu Ende - im Juli ist die perfekte Zeit, um die zweite Runde im Beet einzuläuten. Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten, damit die nun gesäten Gemüse auch gedeihen. Gartenexperte Andreas Modery informiert.

Stand: 04.07.2018

Salat im Garten von Bauerngärtnerin Birgit Ertl in Stephansposching, Niederbayern | Bild: Wir in Bayern

Gartenexperte Andreas Modery stellt uns seine Favoriten im Gemüsegarten vor, die man im Juli aussäen kann und die bis in den Herbst und Winter geerntet werden können. So tun sich im Gemüsegarten inzwischen die ersten Lücken auf.

Übrigens: Mit der zweiten Bestellung des Beetes fördern wir auch den Bodenschutz. Die Erde bleibt dann nämlich gut durchwurzelt und beschattet und auch die Wildkräuter werden in ihrem Ausbreitungsdrang im Zaum gehalten.

Tipps zur zweiten Aussaat

  • Der Fruchtwechsel spielt bei der Nachsaat eine wichtige Rolle. Es heißt also: Reihenfolge beachten!
  • Auf dem Platz eines Starkzehrers sollte kein weiterer Starkzehrer folgen. Stattdessen besser Mittel- oder Schwachzehrer als Beet-Nachfolger einsetzen. So kann man Krankheiten und Schädlingen vorbeugen.
  • Schwachzehrer: Kräuter, Feldsalat, Rucola, Erbsen, Radieschen
  • Mittelzehrer: Spinat, Mangold, Rettich, Rote Bete, Auberginen, Kohlrabi, Karotten, Fenchel, Buschbohnen, Pastinaken, Chicorée
  • Starkzehrer: Kohl, Wirsing, Gurken, Kartoffeln, Tomaten, Zucchini, Rhabarber

Optimale Ausrüstung

Die richtige Ausstattung ist kein Muss, aber erleichtert und vereinfacht die Gartenarbeit. Beim Pflanzgut sollte man keine Abstriche machen, um eine qualitativ gute Ernte zu erreichen.

  • Saat- und Pflanzgut: gesundes, keimfähiges Saatgut bzw. gesunde Jungpflanzen von schwach- und mittelzehrenden Gemüse- und Salatsorten
  • Werkzeug: zur flachen Bodenlockerung z. B. Sauzahn, Kultivator, Handegge oder Harke bereit legen sowie Rechen, Schaufel, Pflanzwerkzeug für Jungpflanzen, z. B. Pflanzholz, -kelle, -messer.
  • Zubehör: Pflanzschnur, evtl. Etiketten

Aussäen und Einpflanzen

  • Die oberen drei bis fünf Zentimeter der Erde mit Kultivator, Sauzahn oder Harke nur flach lockern. Wenn nötig, mit reifem Kompost aufbessern und mit einem Rechen einebnen.
  • Mit der umgedrehten, kurzen Seite eines Rechens Reihen ziehen (Flachschneider oder Jäter geht auch). Den Reihenabstand, je nach Pflanze, 20 bis 25 cm mit dem umgedrehten Rechen ziehen. Gespannte Pflanzschnüre helfen, möglichst gerade und parallel verlaufende Reihen zu ziehen.
  • Rillen für die Aussaat setzen, wobei die Aussaattiefe unterschiedlich ist - je nach Gemüse bzw. Salatsorte zwischen einem und fünf Zentimetern.
  • Saatgut möglichst gleichmäßig ausbringen - keine "Häufungen", damit die Sämlinge sich gut entwickeln. Dies erspart uns später das Vereinzeln der Pflanzen. Haben Pflanzen mehr "Ellenbogenfreiheit", dann entwickeln sie sich schneller, besser und gesünder!
  • Anschließend mit dem Rücken des Rechens und einer Harke vorsichtig die Erde über die gefüllten Saatreihen ziehen und leicht andrücken. Das sorgt für den "Bodenschluss", d. h. die Samen bekommen einen Kontakt zur Erde und die Hohlräume werden geschlossen.
  • Zu guter Letzt bitte nicht vergessen: Saatreihen markieren bzw. beschriften (Etikett oder leeres Samentütchen verwenden).
  • Bei Jungpflanzen, je nach Gemüseart, im richtigen Abstand in Reihen pflanzen. Dabei werden die Pflanzen mit beiden Händen gut angedrückt und sofort angegossen.

Andreas Moderys Gemüse-Favoriten für die zweite Aussaat

Salate

Für Salate ist der Hochsommer zum Einsetzen besonders gut geeignet, da die Tage langsam wieder kürzer werden und der Salat dadurch nicht mehr so stark Gefahr läuft, verfrüht in die Blüte zu gehen und damit ungenießbar zu werden.

Die Zeit von der Aussaat bis zur Ernte ist je nach Salatsorte unterschiedlich. Grob lässt sich einteilen

  • Kopfsalat ca. 60 Tage
  • Feldsalat ca. 75 Tage
  • Eisbergsalat ca. 70 Tage

Salatköpfe sollten im Abstand von 30 x 30 Zentimetern gepflanzt werden, Feldsalat mit etwa 100 Korn pro laufendem Meter mit einem Reihenabstand von 15 Zentimetern.

Kohlrabi

Kohlrabi ist eine zweijährige Pflanze, die aber schon im ersten Jahr geerntet werden kann. Die oberirdisch wachsenden Knollen sowie die großen Blätter sind beliebt bei Schnecken, daher aufgepasst: die Knollen gedeihen nur, wenn der Blattwuchs nicht abgefressen wird. Im zweiten Jahr entwickelt der Kohlrabi den Blütenstand, der Schoten mit Samen trägt.

  • Die Zeit von der Aussaat bis zur Ernte beträgt etwa 80 Tage, die Pflanzen sollten im Abstand von 30 x 25 Zentimetern gesetzt werden.

Übrigens: Kohlrabi können je nach Sorte bis zu fünf Kilogramm schwer werden.

Knollenfenchel

Der zweijährige Knollenfenchel wird auch bereits als Einjähriger geerntet. Im Juli ist seine beste Aussaatzeit des Jahres. Wird der Fenchel früher ausgesät, bildet er nur Blüten aus. Wichtig ist eine gute Bodenfeuchte bei lockerer Erde.

  • Von der Aussaat bis zur Ernte braucht die Knolle etwa 70 Tage. Die Samen sollten im Abstand von 30 x 35 Zentimetern gesät werden.

Achtung: Knollenfenchel sollte nicht den Platz einnehmen von Karotte, Sellerie, Petersilie und Dill. Besser ist ein Beetplatz, auf dem zuvor Salate, Hülsenfrüchte, Blumenkohl oder Radieschen gewachsen sind.

Rote Bete

Rote Bete braucht ausreichend Platz, um Wurzeln und Knollen gut zu entwickeln. Stehen die Pflanzen zu eng, lassen sich einzelne Knollen nur schwer ernten. Daher sollten Sie einen Reihenabstand von 30 Zentimetern einhalten und nicht mehr als etwa 30 Korn pro laufendem Meter aussäen. Später müssen die Pflänzchen auf zehn Zentimeter in der Reihe vereinzelt werden.

  • Die Zeit von der Aussaat bis zur Ernte beträgt ungefähr 90 Tage.

Mit Beet-Partnern ist Rote Bete unkompliziert, außer mit Tomaten - diese bitte nicht in die Nachbarschaft pflanzen!

Chinakohl

Auch Chinakohl eignet sich bestens für die zweite Beet-Runde.

  • Am besten vorgezogene Pflänzchen aussetzen, bis zur Ernte dauert es etwa 55 Tage.

Der Pflanzabstand sollte nicht zu knapp bemessen sein und 40 x 40 Zentimeter betragen.

Achtung: Kohlstrünke niemals auf den Kompost werfen und untergraben, denn es besteht die Gefahr der Pilzerkrankung Kohlhernie, deren Sporen sich bis zu zehn Jahre im Boden halten können.

Spinat

  • Spinat lässt sich den ganzen Sommer über gut anpflanzen und braucht nur etwa 40 Tage von der Aussaat bis zur Ernte.

Als Mittelzehrer ist auch er gut für die zweite Beet-Nutzung geeignet.

Bei einem Reihenabstand von 20 Zentimetern und etwa 100 Korn pro laufendem Meter hat er genügend Platz zum gesunden Wachstum.

Ein weiterer Vorteil von Spinat: bei Schnecken ist er eher unbeliebt.


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