BR Fernsehen - Wir in Bayern


5

Gartentipps Gelb und Weiß - blühende Osterfarben

Welche Farben kommen Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Ostern denken? Neben den bunten Eiern wohl vor allem Gelb und Weiß, die Farben der Kirche. Gartenexperte Andreas Modery hat sich diese beiden Farben zum Vorbild für ein Oster-Beet genommen, an dem Sie auch im Sommer noch Ihre Freude haben werden.

Stand: 01.04.2021

Andreas Modery | Bild: BR

An Ostern dominieren in der Kirche die Farben Weiß und Gelb. Papst Innozenz III. legte diese Farbfolge im Jahre 1198 fest. In der Abhandlung "De sacro altaris mysterio" (Das Geheimnis des heiligen Altars) interpretierte er die Symbolik von Farben und Blumen aus dem Hohelied Salomos im Alten Testament.

Weiß symbolisiert Unschuld, Reinheit, Licht, Freude und Triumph. In der Osterzeit steht Weiß für die Auferstehung Jesu Christi. Gelb (eigentlich Gold) steht gegensätzlich zu Weiß für das göttliche Gegenüber. Die Farbe lässt uns an Sonne, Licht und Helligkeit denken, wir empfinden sie als sehr positiv. Die ersten Frühlingsboten - allen voran Narzissen und Osterglocken - sind ebenfalls gelb gefärbt.

Schöne Blüten, leider nichts für Bienen

Schönheit allein nützt wenig, wenn Bienen und andere Insekten in den Blüten keinen Nektar finden. Nur ungefüllte Blüten sind "natürlich". Bei gefüllten Blüten wurde durch die Zucht die Zahl der Blütenblätter für einen üppigen Blütenflor vermehrt. Die Staubblätter in der Blüte, an die bestäubende Insekten wie Wildbienen herankommen müssen, sind als Folge nicht mehr einfach zugänglich oder sogar zurückgebildet. Somit bieten gefüllte Blüten in der Regel keine Nahrung für Bienen und andere bestäubende Insekten.

Übrigens: Gefüllte und ungefüllte Blüten lassen sich leicht erkennen. Bei ungefüllten Blüten - also denen, die für Bienen brauchbar sind - erkennt man mit bloßem Auge die Staubgefäße.

Zwei Beispiele für gefüllte Blüten:

Gefüllte Ranunkeln

  • Standort: Halbschatten
  • mehrjährig

Gefüllte Gänseblümchen, Massliebchen oder Tausendschön

  • Standort: Sonnig, an halbschattigen Plätzen entwickeln die Blüten weniger Farben
  • zweijährig
  • Einpflanzen: Der Pflanzabstand sollte ca. 10 cm betragen, da sie Platz zum Entfalten benötigen.

Die Gelben Vertreter

Gemswurz

  • Blütezeit: April bis Anfang Juni, beliebt bei Bienen
  • Standort: sonnig bis halbschattig, nährstoffreiche und feuchtfrische Böden
  • Vermehrung: Nach der Blüte wird die Gemswurz zunächst ausgegraben und mit einem scharfen Messer geteilt. Die Pflanzenteile werden separat einfach wieder eingegraben.

Schöterich

  • Wuchs: aufrecht und buschig, Höhe ca. 30 - 40 cm, Ausbreitung ca. 30 - 50 cm
  • Standort: volle Sonne bis Halbschatten, eher magere Böden (sandig oder steinig)
  • Wichtig: Schöterich mag keine Staunässe, der Boden muss durchlässig sein

Pantoffelblume

  • duftendeBlüten
  • Wuchs: Polsterbildend, rosettenartig, Höhe und Breite jeweils ca. 20 cm
  • Standort: sonnig bis halbschattig, Böden sollten durchlässig, kalkfrei, nährstoffreich und sandig sein
  • Kübelbepflanzung möglich!
  • Winterhärte: Ausgestattet mit einem Winterschutz übersteht die Pantoffelblume Temperaturen von bis zu -26°C.

Strohblume

  • einjährig
  • Wuchs: aufrecht, horstbildend
  • Standort: sonnig, Böden dürfen kiesig und nährstoffarm sein
  • Mäßig gießen, nicht düngen!
  • Blütezeit: bis September
  • Tipp: Strohblumen eignen sich hervorragend als Trockenblumen, da ihre prächtige Färbung auch im getrockneten Zustand erhalten bleibt. Wichtig ist, dass Sie die Blüten schneiden, während sie noch im Knospenstadium sind. Sie öffnen sich dann erst später und sind so besonders lange haltbar. Kopfüber zum Trocknen aufhängen.

Die "Weiß-Blüher"

Hortensie

  • Standort: Kühl, wenig Sonne, am besten Halbschatten – keine pralle Sonne!
  • Pflege: täglich mit kalkarmen Wasser gießen
  • Blütezeit: bis Ende September

Margerite

  • Wuchs: buschig oder auch als Hochstämmchen
  • Blütezeit: bis Oktober, bietet Nahrung für Bienen, Schmetterlinge & Co.
  • Standort: sonnig und windgeschützt
  • Pflege: viel gießen, sie darf nie ganz austrocknen, und regelmäßig düngen, verwelkte Blüten entfernen
  • Winterhärte: nicht frosthart, muss im Haus bei ca. 15°C überwintern

Schleifenblume:

  • Blüten beliebt bei Bienen & Co.
  • Wuchs: Kompakt und polsterförmig
  • mehrjährig
  • Standort: sonnig bis halbschattig, Böden müssen durchlässig sein
  • Talent: Trockenheit- und Hitzekünstler

Zitruspflanze

  • Immergrün
  • Standort: hell, sonnig, warm
  • nicht frosthart
  • Tipp: Blühfaule Pflanzen können durch eine 4-6-wöchige Trockenphase mit reduzierter Wassergabe zu Blüte und damit Fruchtbildung angeregt werden. Ein Rückschnitt bringt neue Blüten und mehr Früchte.

Viel Freude mit dem "Oster-Beet" wünschen Andreas Modery und „Wir in Bayern“!


5