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Garten "Gärtnern im Quadrat" mit Gemüse und Salat

Wer aufgrund von Platzmangel noch nicht unter die Selbstversorger gegangen ist, hat nun keine Ausrede mehr. Denn selbst auf einer Fläche von einem Quadratmeter lassen sich wunderbar Salat und Gemüse anbauen. Gartenexperte Andreas Modery erklärt das Prinzip von "Gärtnern im Quadrat".

Stand: 19.05.2021

Gärtnern im Quadrat  | Bild: BR/Andreas Modery

Gemüse und Salat selbst ziehen - dafür ist selbst auf dem kleinsten Balkon oder der Terrasse Platz und erst recht in jedem Garten. Für den Genuss des Gärtnerns und später auf der Gabel reichen ein Hochbeet oder eine Gartenfläche von rund 1 m².

Die Zauberformel lautet: "Gärtnern im Quadrat "

Der Trend des "Farming gardening" - also Selbstversorgung - meint nicht, dass man das ganze Jahr die gesamte Familie mit den Ernteerträgen des Beetes ernähren kann. Denn für diesen Anspruch der "Totalversorgung" bedarf es einer großen Anbaufläche und sehr, sehr viel Zeit.

Das Prinzip

  • "Gärtnern im Quadrat"bedeutet hingegen, bis zu 4 Kilogramm Gemüse oder Salat pro Quadratmeter auf einmal zu ernten.
  • Möglich wird das durch einen konsequent durchdachten Anbauplan und das "Square foot gardening", dem "Gärtnern im Quadrat".
  • Alle Pflanzen, die nebeneinander gepflanzt werden, müssen zusammen passen.
  • Die Fläche eines Beetes (z. B. Hochbeet) wird in gleich große Quadrate unterteilt.

Die Vorteile:

  • optimale Ausnutzung der Anbaufläche
  • Vorkultur mit rascher Erntezeit schafft Platz für Nachkultur
  • optimale Erntemengen (meist wird zu viel auf einmal ausgesät bzw. gepflanzt)
  • durch Mischkultur (guter Nachbar/schlechter Nachbar) Stärkung der Pflanzen und weniger Schädlinge
  • mehrfache Pflanzung (Aussaat) - mehrere Erntegänge

Die Aufteilung

Das Beet bzw. Hochbeet wird in Quadrate aufgeteilt. Somit entstehen 2 Reihen mit Quadratfeldern. Pro Quadratfeld wird eine Gemüse- oder Salatsorte gesetzt. Dadurch entstehen acht kleine Felder. Jedem Quadrat wird eine Gemüse-Salatsorte zugeteilt.

Die Zusammenstellung

Bei der Auswahl der Gemüse- bzw. Salatsorten müssen in und unter den Reihen folgende Kriterien berücksichtigt werden:

  • guter bzw. schlechter Nachbar (Link zum Artikel "Teamplayer oder Solisten - Welche Kräuter passen zusammen?")
  • Abstand der Pflanzen einer Pflanzgruppe (beispielsweise Salat zu Salat 20 cm)
  • schnelle Erntezeit bzw. Dauergastspiel bis Ende Herbst mit ständiger Erntemöglichkeit
  • in der ersten Runde nur sogenannte Schwachzehrer (einzige Ausnahme: Tomate, denn sie ist Dauergast!)

Beispiel für eine mögliche Zusammenstellung der Pflanzen

1. Quadratreihe: Tomate/Basilikum - Radieschen - Lauchzwiebeln - Karotten
2. Quadratreihe: Salat - Petersilie - Rucola - Zwiebel

Aussaat oder vorgezogene Pflanzen

  • kein überschüssiges Saatgut
  • einfaches Ausbringen (keine Verluste bei der Aussaat)
  • frühere Ernte als beim Saatgut

Vorteil Saatgut:

  • kostengünstiger als vorgezogene Pflanzen
  • Nachsaaten ist möglich

Gemüse

Mit Ausnahme von Radieschen kaufen wir - da es schon Mitte Mai ist - bereits vorgezogene Pflänzchen, damit wir schneller zum Ernten kommen.

  • Tomate:

Kaufen Sie am besten vorgezogene Pflanzen und gewöhnen Sie sie langsam an die "Freiluft-Zone".
Beste Sorten: Nehmen Sie samenfeste Sorten wie "Golden Currant" oder "Rote Murmel"). Diese Wildtomaten haben keine großen Pflegeansprüche, trotzen schlechtem Wetter sowie Pilzkrankheiten, haben kräftige Triebe und sind die am besten schmeckenden Tomaten.
Ernte: im Herbst

Er schützt die Tomate vor Pilzkrankheiten und liefert mit ihr großen Genuss.

Ernte: ungefähr 6 Wochen nach der Aussaat

  • Lauchzwiebeln:

Auch sie sind bereits vorgezogen. Sie werden innerhalb ihres Quadratfeldes im Reihenabstand von 20 cm und im Abstand zueinander (Abstand innerhalb einer Reihe) 8 cm gesetzt.
Abstand: 20 cm - 8 cm in der Reihe
Ernte: nach ungefähr drei Monaten

  • Karotten/Gelbe Rüben:  

Abstand: Reihe 20 cm, Tiefe 3 cm
Ernte: nach 10 Wochen, bei vorgezogenen Karotten ungefähr nach 6-7 Wochen

  • Zwiebel:

Ernte: Gesteckte Zwiebeln sind schon Ende Juli erntereif.

  • Petersilie:

Kaufen Sie am besten bereits vorgezogene Pflanzen und gewöhnen Sie sie langsam an die "Freiluft-Zone", indem Sie von Tag zu Tag langsam die Plastikhülle herunterziehen. Dadurch können sich die Stängel ausrichten und knicken nicht.

Salat


Am besten eignet sich Pflücksalat. Er bildet keinen Kopf aus und die Entwicklung der Blattrosetten geht schneller. Die größeren Blätter werden von außen nach innen gepflückt oder geschnitten. Von innen wachsen immer neue Blätter nach. (Kopf- oder Eisbergsalat wachsen hingegen nicht nach!)
Pflanzabstand: 20 cm; Setzen Sie vorgezogene Salate nicht zu tief, da ansonsten die Gefahr für Blattfäule besteht!      
Beste Sorten: "Lollo Rosso" und "Lollo Bionda"

  • Rucola:

Ernte: 4 Wochen nach der Aussaat
Schneiden Sie nur die äusseren Blätter ab, da Rucola wie der Pflücksalat von innen heraus wieder neue Blätter bildet.   

Pflanz-Tipps:

Ziehen Sie mit der Pflanzkelle ein kleines Pflanzloch oder eine Pflanzrille. Setzen Sie das Pflänzchen hinsichtlich Pflanztiefe richtig und drücken Sie mit zwei Fingern an. Anschließend gut angießen.
Wichtig: Gießen Sie nur an den Wurzelanlauf und nie auf die Blätter. Die Tülle an der Gießkanne muss deshalb weg!

Gute Ernteerträge wünschen Andreas Modery und "Wir in Bayern"!


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