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Feuerwehr Gasleitungsleck - So reagieren Sie richtig!

Heizen mit Erdgas ist weit verbreitet. Immer wieder kommt es jedoch aufgrund von Gasleitungslecks zu Explosionen, bei denen die Bewohner verletzt werden oder sogar sterben. Klaus Heimlich von der Münchner Feuerwehr erklärt, wie Sie bei einem plötzlichen Gasaustritt richtig reagieren, um sich und Ihre Nachbarn nicht in Lebensgefahr zu bringen.

Stand: 15.11.2018

Eine brennende Flamme eines Gasherdes. Foto: M. Baumann, Energie_405807 (c)adpic_27.12.2011 | Bild: adpic/M. Baumann

Erdgas, ein hochexplosiver Brennstoff

Erdgas ist ein hochexplosiver Brennstoff. Bereits ab einer Gaskonzentration von etwa 4,5 Volumenprozent, kann es zu einer Explosion kommen. Tritt Gas, zum Beispiel durch ein Leck in der Leitung oder ein defektes Gerät aus, ist dieser Wert in Wohnräumen schnell erreicht, vor allem jetzt im Herbst und Winter, wenn nicht mehr so viel gelüftet wird. Es besteht akute Explosionsgefahr und damit Lebensgefahr für alle, die sich in unmittelbarerer Nähe befinden.

Bei Gasgeruch richtig reagieren


Da Erdgas von Natur aus farb- und geruchlos ist, wird ein Duftstoff beigemischt, der stechend nach faulen Eiern riecht. So soll sichergestellt werden, dass eine Anreicherung der Raumluft mit Gas frühzeitig erkannt werden kann.
Falls Sie Gasgeruch wahrnehmen:

  • Bewahren Sie Ruhe
  • Öffnen Sie alle Fenster, damit das Gas entweichen kann und die Gaskonzentration im Raum sinkt. Aber keinesfalls den Dunstabzug oder einen Ventilator einschalten!
  • Schließen Sie den Gashaupthahn, vorausgesetzt Sie bringen sich dadurch nicht in Gefahr. So kann kein weiteres Gas ausströmen.
  • Machen Sie kein Feuer an und löschen Sie gegebenenfalls Kerzen, Gasherd o. ä., denn ein kleiner Funke kann bereits zu einer Explosion führen.
  • Betätigen Sie keine elektrischen Geräte (Lichtschalter, Türklingel o. ä.), da auch dadurch kleine Funken entstehen, die eine Explosion verursachen können.
  • Warnen Sie Ihre Nachbarn (nicht klingeln!).
  • Verlassen Sie das Haus und begeben Sie sich in einen sicheren Abstand zum Gebäude.
  • Verständigen Sie von außerhalb die Feuerwehr (112). Diese wird sich auch mit dem Bereitschaftsdienst Ihres Energieversorgers in Verbindung setzen.

Vorgehen der Feuerwehr

Die Feuerwehr misst zunächst die Gaskonzentration in dem betroffenen Gebäude.
Zeitgleich wird entweder der Gashahn der betroffenen Wohnung zugedreht oder die Hauptversorgung abgesperrt, sowie der betroffene Bereich belüftet und das Gebäude gegebenenfalls evakuiert.

Erdgasmelder

Erdgasmelder lösen ab einer bestimmten Erdgaskonzentration einen Alarm aus, ähnlich wie Rauchmelder. Es ist sinnvoll, diese in jedem Raum anzubringen, denn im Schlaf ist der Geruchssinn "ausgeschaltet". Hier kann der Melder zuverlässig warnen.
Bringen Sie Erdgasmelder ca. 30 cm unter der Decke an, aber nicht in der Nähe von Fenstern oder Türen, da der Luftzug die Auslösung verzögern kann. Um zu verhindern, dass der Melder bei Stromausfall einfach Pause macht, ist außerdem eine Pufferbatterie sinnvoll.

Tipp

Achten Sie beim Kauf darauf, dass es sich um den richtigen Meldertyp handelt: für Erdgas, nicht für CO- oder Propangas. Das TÜV- oder GS-Siegel garantiert, dass der Erdgasmelder auf eine einwandfreie Funktion getestet wurde. Außerdem ist es sinnvoll, auf eine lange Lebensdauer zu achten, welche beispielsweise über eine lange Garantiezeit abgesichert ist.

Gasunfällen vorbeugen

Ab der Haupt-Absperreinrichtung des Hausanschlusses sind die Eigentümer bzw. Mieter für die Sicherheit der Gas-Installationen verantwortlich.

  • Schrauben Sie als "Hobbyheimwerker" nicht selbst an Gasgeräten oder Leitungen herum.
  • Lassen Sie Ihre Gasleitungen alle 10 bis 12 Jahre vom Fachmann kontrollieren bzw. warten.
  • Zudem sollten sie jedes Jahr prüfen bzw. von einem Fachbetrieb prüfen lassen, ob:
  1. die Absperreinrichtungen frei zugänglich sind.
  2. die Leitungen unbeschädigt und gut befestigt sind.
  3. bei verkleideten Rohren die Lüftungsöffnungen nicht verstopft oder zugestellt sind.
  4. die Verbrennungsluftöffnungen (in der Regel in der Wand oder Tür des Raumes, in dem sich ein Gasgerät befindet) offen sind.
  5. die Leitung vom Herd zur Gassteckdose nicht geknickt ist.
  6. die sichtbare Flamme am Gasgerät durchgehend blau brennt. Ist das nicht der Fall (die Flamme brennt mehr gelb als blau), sollten Sie das Gerät dringend warten lassen.
  7. die Geräte ungewöhnliche Geräusche machen, seltsamen Geruch verströmen oder Rußspuren aufweisen.

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