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Auto Fahrerassistenzsysteme

KFZ-Meisterin Sonja Jeschke stellt ihre Top Five unter den Fahrerassistenzsystemen vor und gibt Infos zu Funktion und Kosten.

Stand: 16.05.2018

Fahrerassistenzsysteme | Bild: privat

Die Fahrerassistenzsysteme, auch Advanced Driver Assistance Systems (ADAS), sind Auto-Zusatzfunktionen, die den Fahrer in bestimmten Situationen unterstützen sollen.

Ob beim Einparken, Rückwärtsfahren oder Geschwindigkeit halten, die Technik eröffnet immer wieder neue Möglichkeiten. Bei der Vielzahl an angebotenen Assistenzsystemen fällt es oft schwer, zu bewerten, welche Tools wirklich der Sicherheit dienen und welche eher Spielerei sind. Dies sollte man vor dem Autokauf jedoch gut für sich abwägen, denn die Zusammenstellung der Assistenzsysteme wirkt sich nicht unwesentlich auf den Preis eines Wagens aus.

KFZ-Meisterin Sonja Jeschke stellt ihre Top Five unter den Fahrerassistenzsystemen vor und erklärt, was sie können.

"Diese fünf Systeme finde ich persönlich nicht nur leicht in der Handhabung und Gewöhnung, sondern auch unter Sicherheitsaspekten wirklich sinnvoll."

Sonja Jeschke, KFZ-Meisterin

1. Einparkhilfe

Klassiker! Radarsensoren im Front- und Heckbereich des Fahrzeugs erfassen beim Rückwärts- oder auch Vorwärts-Einparken Hindernisse und weisen den Fahrer mit optischen und akustischen Signalen darauf hin. Zusätzlich kann das Fahrzeug mit einer Rückfahrkamera ausgestattet werden, die bildgebend beim Rückwärtsfahren assistiert. Die meisten Fahrzeuge haben einen extra Taster/Knopf, um das System zu aktivieren.

Weiterhin gibt es die Ausstattung einer Vogelperspektiven-Kamera (Surround View Camera System). Hier sind zusätzliche Kameras in den Außenspiegeln verbaut, so dass der Fahrer über sein Auto-Display die Aufsicht auf Fahrzeug und Umgebung von oben hat, was anfangs gewöhnungsbedürftig sein kann, aber einen guten Überblick verschafft.

"Die Einparkhilfe ist vor allem bei größeren Fahrzeugen mit schlechterer Übersicht sinnvoll, z. B. bei SUVs."

Sonja Jeschke, KFZ-Meisterin

Kosten
Parksensoren gibt es schon ab ca. 80 Euro (4er-Packung mit Kabelbaum), hinzu kommen Einbaukosten (Stoßstange ab- und anbauen, bohren und stanzen, verkabeln und anschließen), die von 200-400 Euro variieren.

Eine Rückfahrkamera kostet zwischen 50 und 500 Euro. Es gibt Modelle, die in der Kennzeichenhalterung verbaut werden, zusätzlich wird ein kleines Display im Innenraum des Fahrzeugs verschraubt. Die ab Werk eingebaute Lösung mit Verkabelung und Aktivierung beim Einlegen des Rückwärtsgangs ist wesentlich komfortabler und sicherer als nachträglich eingebaute Systeme.

Die Zusatzausstattung der Vogelperspektiven-Kamera kostet etwa 700 Euro, das Nachrüsten eines solchen Systems zwischen 1.500 und 2.000 Euro.

2. Tempolimitanzeige/Verkehrszeichenerkennung

Durch Kameras im Frontbereich des Fahrzeugs, entweder in der Frontscheibe oder der Stoßstange, werden Verkehrszeichen während der Fahrt erkannt und dem Fahrer unmittelbar im Menübild angezeigt. Die neuen Systeme sind so ausgereift, dass sie auch z. B. Baustellenschilder, die nur temporär stehen, erkennen können.

Vorangegangene Systeme haben die bekannten Geschwindigkeitslimits hinterlegt und können diese anzeigen.

"Ein sinnvolles System zur Verbesserung des vorausschauenden Fahrens, es verringert Tempolimit-Verstöße und damit einhergehende Bußgelder."

Sonja Jeschke, KFZ-Meisterin

Kosten
Das System ist ab Werk erhältlich und kostet je nach Hersteller etwa 300-750 Euro. Es müssen oft mehrere Extraausstattungen gewählt werden, um das Kamerasystem vorgerüstet zu bekommen. Wenn die Verkehrszeichenerkennung nachgerüstet werden soll, ist sie bereits ab 80 Euro zu haben, wenn die Voraussetzungen der vorhandenen Spezialkamera ausreichend sind. Dann ist auch das Codieren nicht teuer mit ungefähr 100 Euro.

3. Abstandsregeltempomat

Ein Abstandsregeltempomat, auch Adaptive Cruise Control (ACC) oder Automatische Distanzregelung (ADR), ist eine aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop & Go-Funktion und Auffahrwarnung. Durch Frontkameras, Sensoren und  Radarsysteme wird das vorausfahrende Fahrzeug erfasst und durch eine automatische Bremsfunktion der vom Fahrer gewählte Abstand exakt eingehalten. Das Fahrzeug übernimmt das Anfahren und Abbremsen, so dass der gewählte Abstand auch im zäh fließenden Verkehr und im Stau bis zum Stillstand eingehalten wird. Das System passt die Geschwindigkeit auch an, wenn z. B. ein Fahrzeug in die eigene Spur einschert. Der Abstandsregeltempomat kann je nach Hersteller bis zu einer Geschwindigkeit von 210 km/h aktiviert werden.

"Ein intelligentes System, um Auffahrunfälle zu vermeiden und komfortabel im Stau oder Stop & Go-Verkehr."

Sonja Jeschke, KFZ-Meisterin

Kostenpunkt:
Das System gibt es ab Werk ab 400-800 Euro Aufpreis. Nachrüstbar ist es ab etwa 700 Euro plus Einbau und Verkabelung.

4. Spurhalteassistent

Der Spurhalteassistent ist auch als ein Spurwechselassistent zu verstehen, wie er ebenfalls bezeichnet wird. Er prüft mit Hilfe von Radarsensoren am Front-, Heck- und Seitenbereich, ob die Fahrspur neben dem Fahrzeug frei ist und ob sich ein anderes Fahrzeug mit hohem Tempo dieser Fahrspur nähert.

Ein Spurwechsel wird durch automatische und entsprechende Lenkbewegungen unterstützt. Nach dem Spurwechsel hilft das System wiederum, das Fahrzeug in der neuen Fahrspur zu halten. Es erkennt nämlich Spurmarkierungen und warnt durch Vibration des Lenkrads, wenn ein ungewolltes Verlassen der Fahrspur droht. Bei gesetztem Blinker, also einem gewollten Spurwechsel, gibt es keine Warnung.

"Der Spurhalteassistent ist eine sinnvolle Unterstützung für mehr Sicherheit im Geschwindigkeitsbereich zwischen 70 und 180 Stundenkilometern, z. B. gegen den 'toten Winkel', auf Autobahnen und anderen mehrspurigen Straßen."

Sonja Jeschke, KFZ-Meisterin

Kostenpunkt:
Dieses System ist ab Werk erhältlich und liegt zwischen 400 und 900 Euro Aufpreis.

5. Head-up-Display

Ein Head-up-Display ist ein Anzeigesystem, das durch optische Projektion alle Daten, die für den Fahrer relevant sind, in das Sichtfeld einblendet. Meist ist das Display auf der Frontscheibe im Bereich oberhalb des Lenkrads. Der Fahrer kann so z. B. die aktuelle Geschwindigkeit oder Hinweise zur Navigation und Geschwindigkeitslimits erkennen, ohne seine Blickrichtung oder Kopfhaltung verändern zu müssen.

"Eine sehr praktisches System, durch das man sich besser auf das Fahrgeschehen konzentrieren kann."

Sonja Jeschke, KFZ-Meisterin

Kostenpunkt: 
Head-up-Displays gibt es ab Werk je nach Hersteller ab 400 Euro Aufpreis. Es gibt bereits Nachrüstmodelle, kleine Projektoren, die an das Fahrzeug angeschlossen werden können. Diese beginnen bei 50 Euro plus Einbau. Hier ist aber keine ausreichende Festigkeit und Projektion gewährleistet.


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