BR Fernsehen - Wir in Bayern


5

Pflanzen Verschiedene Erden für Garten und Balkon

Das A und O für einen schönen Garten ist ein guter Boden bzw. für gut wachsende Pflanzen die richtige Erde. Doch was macht eigentlich einen guten Boden aus? Und welche Erde nehme ich für welche Pflanzen? Tipps von Gartenexperte Andreas Modery.

Stand: 30.07.2018

Hornspäne | Bild: picture-alliance/dpa

Was macht einen guten Gartenboden aus?

Beim Boden kommt es auf die richtige Mischung der Bestandteile an, um den Pflanzen ein möglichst gutes Wachstum zu ermöglichen. Ein guter Boden zeichnet sich durch fünf Dinge aus

  • krümelige Struktur
  • ausreichende Wasserspeicherung
  • gute Durchlüftung
  • Bereitstellung von Nährelementen
  • leichte Bearbeitung

Dafür zuständig sind Sand, Lehm, Ton und Humus. Doch den perfekten Boden bzw. die perfekte Erde gibt es nur ganz selten. Deshalb nehmen Sie am besten Zuschlagstoffe zur Bodenverbesserung.

Bodenverbesserer und Nährelemente-Lieferanten:

Düngen mit Hornspänen

Neben Kompost und Gründüngung zählen Hornspäne zu den beliebtesten organischen Düngern. Dabei handelt es sich um zerkleinerte Hörner und Hufe von Rindern. Das relativ feine Hornmehl kann ganzjährig ausgebracht werden, die Nährstoffe stehen dem Boden schnell zur Verfügung. Gröbere Hornspäne versorgen den Boden länger, dafür aber erst nach ca. drei Monaten mit Nährstoffen.

Mikroorganismen für besseren Gartenboden:

Der japanische Agrarwissenschaftler Prof. Teruo Higa fand bei seiner Forschungsarbeit über Böden eine Mischung aus 13 verschiedenen Bakterienstämmen (z. B. Milchsäurebakterien, Hefen und Photosynthese-Bakterien), die für ein aktives Bodenleben sowie hohe Bodenfruchtbarkeit sorgen und sogenannte "gestörte Kreisläufe im Boden" wieder voll funktionsfähig machen. Diese positiv wirkenden Bakterien werden von den Mikroorganismen gefördert, schadhafte Keime und Pilze unterdrückt. Sie helfen dabei, organisches Material im Boden in Nährelemente für die Pflanzen umzuwandeln. Dadurch verbessern sie die Bodenstruktur und die Keimfähigkeit des Saatguts, fördern die Wurzelbildung und helfen gegen Krankheiten sowie Schädlinge. Die Pflanzen werden robuster, blühen schöner, tragen mehr Früchte - Obst und Gemüse sollen sogar besser schmecken.

Anwendung: In das Gießwasser geben und auf den Boden gießen. Diese Mikroorganismen fördern übrigens auch die Rotteprozesse des Kompostes.

Gründüngung im Herbst stärkt Gemüsepflanzen

Starkzehrer wie Gurken und Tomaten entziehen während ihres Wachstums der Gartenerde viele Nährelemente, die auch für die nachfolgende Fruchtbildung wichtig wären. Daher müssen diese Nährstoffe dem Boden zurückgegeben werden, sofern in den nächsten Jahren dort Pflanzen kräftig wachsen sollen. Eine bewährte Methode ist die Gründüngung:

Bestimmte Pflanzensamen, wie z. B. Perserklee, Gelbe Lupine oder Phacelia, werden im Herbst als Nachsaat auf freie Flächen ausgebracht. Sie geben dem Boden neue Kraft für das nächste Frühjahr. Diese Pflanzen wachsen sehr schnell, bedecken den Boden und lockern diesen mit ihren Wurzeln. Sobald sie (voraussichtlich nach wenigen Wochen) ausgewachsen sind, werden sie abgeschnitten und in den Gartenboden eingearbeitet. Daraus entsteht nun - dank Kleinlebewesen und Mikroorganismen - ein perfekter Humus.

1 m² Gartenboden mit einer Tiefe von ca. 20 cm besitzt ca. 10 Milliarden Strahlenpilze, viele 100 Millionen Einzeller sowie ca. 150 Regenwürmer. Diese verwerten und zersetzen das Grünmaterial. So entsteht ein wertvoller Humus mit vielen Nährelementen.
Wer Gründüngung einsetzt, schließt den natürlichen Kreislauf des Bodens und braucht daher keinen zusätzlichen Dünger!

Die bekanntesten Erden

Blumenerde

Hochwertige Blumenerde eignet sich für alle Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen. Das auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmte Düngerdepot wirkt sofort und gewährleistet bis zu acht Wochen eine optimale Nährstoffversorgung. Perlite Atmungsflocken und ausgewählte Rohstoffe sorgen für eine lockere, luftige Struktur sowie gute Wasseraufnahme des Substrats.

Torffreie Erde

Erde ohne Torf ist eine Allrounderde zum Topfen und Umtopfen von Zimmerpflanzen, für Balkon und Terrasse und sogar zur Anzucht von eigenem Biogemüse. Die einzigartige Zusammensetzung aus ausgewogen dosierten und rein natürlichen Ausgangsstoffen und Düngern bietet beste Voraussetzungen für das Gärtnern auf biologischer Basis.

Anzuchterde

Anzucht- und Kräutererde ist ein Kultursubstrat. Die hochwertige Spezialerde ist abgestimmt auf die Bedürfnisse von Aussaaten, Kräutern, Stecklingen und Jungpflanzen. Sie garantiert eine sichere Keimung sowie kräftiges Wachstum durch den Wurzel-Aktivator Agrosil. Perlite Atmungsflocken und eine spezifische Aufbereitung der eingesetzten Rohstoffe sorgen für eine besonders feine, lockere Struktur des Substrates.

Rhododendronerde

Rhododendron- und Azaleenerde eignet sich für alle Pflanzen, die einen niedrigen pH-Wert des Bodens benötigen. Die Spezialerde ist ideal für Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Hortensien, Azaleen, Kamelien und Heidepflanzen. Wertvoller Hochmoortorf (schwach bis mittel zersetzt) schafft optimale Voraussetzungen für ein kräftiges Wachstum und eine prächtige Blütenentwicklung. Der enthaltene Start-Dünger versorgt die Pflanzen über einen Zeitraum von bis zu vier Wochen.


5