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Ernährung Mit dieser Ernährung beugen Sie Diabetes vor!

In Deutschland haben über sieben Prozent der 18- bis 79-Jährigen Diabetes. Über 90 Prozent davon sind Typ-2-Diabetiker. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass mindestens die Hälfte der Erkrankungen vermeidbar wäre. Durch Lebensweise und Essgewohnheiten lässt sich viel beeinflussen. Auf was Sie bei Ihrer Ernährung achten sollten, erklärt Ernährungsexpertin Jutta Löbert.

Stand: 26.06.2020

Diabetes  | Bild: picture alliance / PantherMedia

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass mindestens die Hälfte der Typ 2 Diabetes Mellitus (T2DM)-Fälle weltweit vermeidbar wären. Zwar gibt es keine spezielle Diabetes-Diät, mit der richtigen Lebensweise und den richtigen Essgewohnheiten können Sie jedoch viel beeinflussen.

Gründe, warum die Vorbeugung von Diabetes Typ 2 (T2DM) so wichtig ist

  • Die Anzahl der T2DM mit kardiovaskulären (Herz und Gefäße) Komplikationen steigt drastisch.
  • Die Risikofaktoren für die Entwicklung des T2DM haben substanziell zugenommen.
  • Immer mehr jüngere Menschen bekommen T2DM.
  • Diese Erkrankung bedingt - noch vor der Diagnose - schwerwiegende Komplikationen.
  • Die Behandlung dieser Erkrankung, insbesondere ihrer Komplikationen, ist ausgesprochen kostenintensiv.

Risikofaktoren für Diabetes mellitus Typ 2

  • Adipositas (Fettleibigkeit)
  • körperliche Inaktivität
  • genetische Veranlagung

Ernährungs-Tipps der Deutschen Diabetes Stiftung:

Bauen Sie Übergewicht ab und streben Sie Ihr Normalgewicht an!

Ernähren Sie sich ausgewogen!

  • abwechslungsreich
  • kalorienarm
  • Salz und Zucker sparsam verwenden
  • ausreichend Ballaststoffe (30 g/ Tag)
  • reichlich Gemüse, maßvoll Obst, Vollkornprodukte

Meiden Sie versteckte Fette!

  • Ernähren Sie sich überwiegend pflanzlich.
  • Wählen Sie bei Fleisch-, Wurst- und Käsewaren die fettarme Variante.
  • Essen Sie regelmäßig Fisch.

Verzichten Sie auf Softdrinks!

  • Limo etc. trägt zu Übergewicht und Adipositas bei und fördert die Insulin-Resistenz (= Körperzellen reagieren auf das Hormon Insulin weniger)
  • Light-Produkte fördern ebenfalls die Insulin-Resistenz (Begründung: Süßstoffe binden an die gleichen Geschmacksrezeptoren, die auch durch herkömmlichen Zucker aktiviert werden. Im Mund wird uns der süße Geschmack vermittelt. Im Darm beeinflussen diese Rezeptoren die Ausschüttung von Inkretinen (= Hormone, die im Dünndarm gebildet werden und neben z. B. Insulin einen wichtigen Einfluss auf die Blutzucker-Regulation ausüben). Inkretine steuern die Appetitregulation und verstärken die Insulinsekretion im Pankreas.)

Trinken Sie Kaffee!

  • Täglich4 Tassen - auch koffeinfreien - Kaffee können das T2DM-Risiko anscheinend senken.
  • Wichtig ist allerdings, den Kaffee mittags zu trinken, da der Zeitpunkt entscheidend zu sein scheint.

Seien Sie sparsam mit Alkohol!

  • Alkohol erhöht die Blutzuckerwerte sowie die Gefahr einer Fettleber und schädigt die Nerven.
  • max. pro Tag: Frauen 10 g Alkohol (z. B. 0,125 l Weißwein), Männer 20 g (z. B. 0,5 l Bier)

Verzichten Sie auf Nikotin!

  • Nikotin ist ein bedeutender Diabetes-Risikofaktor. Wer das Rauchen aufgibt, senkt sein Risiko für Typ-2-Diabetes um 30-50 %.
  • Schädliche Substanzen, z. B. Kohlenmonoxid, wirken sich möglicherweise schädlich auf das Fettgewebe sowie die Bauchspeicheldrüse aus. Die Folge: Der Stoffwechsel wird durch eine verminderte Insulinaktivität negativ beeinflusst. Rauchen ist "der" Blutgefäß-Killer und krebserregend.

Achtung: Zu viel Obst / Fructose unterstützt die Verfettung der Leber

Die Entstehung einer Fettleber steht in engem Zusammenhang mit der Entwicklung eines T2DM. Das Hauptrisiko: starkes Übergewicht, Unterhautfettgewebe am Bauch sowie Fettgewebe innerhalb des Bauchraums. Zu viele Kohlenhydrate, insbesondere zu viel Glucose, Saccharose (Haushaltszucker) und auch Fructose, unterstützen die Entstehung von Übergewicht sowie die Verfettung der Leber.
Bei beginnender Insulinresistenz (= die Zellen reagieren nicht mehr ausreichend auf das Insulin, um Blutglucose abzubauen bzw. in die Zellen zu schleusen) sinkt die Zuckermenge, die von Muskel- und Fettgewebe aufgenommen wird.
Die Folge: Der Blutzuckerspiegel steigt, ohne dass Glucose den Zellen zur Energiegewinnung zur Verfügung steht. Infolgedessen werden zur Energiegewinnung Fette abgebaut, und Fettsäuren freigesetzt. Diese strömen ins Blut und werden u. a. von der Leber aufgenommen. Zudem werden in der Leber aufgrund der hohen Insulinproduktion bestimmte Fette verstärkt gebildet. Eine Fettleber entsteht.

ABER:

Eine Leberverfettung kann durch einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung rückgängig gemacht werden.

Viel Erfolg bei der Umsetzung der Ernährungstipps!


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