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Buchtipps Lesetipps für Kinder und Jugendliche

In andere Welten eintauchen und die Sorgen um sich herum vergessen - das geht am besten mit der Lektüre eines guten Buches. Ob für ganz kleine Leseratten, Leseanfänger oder Jugendliche: Buchhändlerin Sabine Abel hat Literaturempfehlungen für jeden. Wir verlosen wir je ein Buch der vorgestellten Buchtipps. Die Verlosung läuft bis Mitternacht.

Stand: 15.04.2020

Stefanie Gerstenberger: Die Wunderfabrik - Keiner darf es wissen! | Bild: S. Fischer Verlage

Keine Langeweile trotz Corona-Krise. Die Zeit daheim lässt sich gerade wunderbar nutzen, um sich in aller Ruhe einem guten Buch zu widmen. "Wir in Bayern" hat Buchhändlerin Sabine Abel nach Lektüretipps für Kinder und Jugendliche gefragt - hier sind ihre Empfehlungen:

Tipp für Jugendliche:

Zoran Drvenkar: Licht und Schatten

"Wir befinden uns Anfang des 18. Jahrhunderts, irgendwo im kalten, verschneiten Sibirien. In einem kleinen Dorf wird ein Mädchen geboren. Es ist ein ganz besonderes Mädchen. Von vielen Menschen wurde seine Geburt sehnsüchtig erwartet, von vielen Wesen seine Geburt gefürchtet, einige von ihnen haben es auf die Seele des Neugeborenen abgesehen. Vida, so der Name des Mädchens, soll das Licht zurück auf die Erde bringen.

Bei ihrer Geburt stirbt Vidas Mutter. Sie wächst beim Vater und den Tanten auf. Der Vater ist Schmied und beschützt sein kleines Mädchen vor allem Bösen. Die drei Tanten, Schwestern der Mutter, bringen ihrer Nichte alles bei, was sie im Leben wissen muss, vor allem aber einen freien und unvoreingenommenen Blick auf die Welt. Sie lernt, die Welt mit offenem Herzen zu sehen.

Vida entwickelt sich zu einer neugierigen, lebensfrohen jungen Frau mit einem starken Willen. Die Tanten erklären Vida auch ihre besondere Aufgabe. Sie erzählen ihr, dass ihr Vater und ihre Mutter und auch sie selbst schon seit Bestehen der Welt da sind und das Licht auf der Welt beschützen müssen. Durch den schrecklichen Verrat einer der Schwestern, konnten die dunklen Mächte siegen. Jetzt ist es an Vida, diesen Fehler auszumerzen und die Welt zurück ins Licht zu holen.

Eines Tages ändert sich Vidas Leben: Der Architekt der Zeit findet sie. Damit ist es von nun an allen bösen Mächten möglich, Vida zu finden. Sie ist in großer Gefahr und so verlässt sie ihren Vater und die Tanten. Sie macht sich auf den Weg, ihre Bestimmung zu erfüllen.

Aren, der Erzähler der Geschichte, nimmt seine Leser mit in eine fremde Welt voller Mythen und Märchen. Es bleiben stets offene Fragen und es scheint, als könnte man die vielen Rätsel des Buches nie alle lösen.

"Licht und Schatten" ist ein Märchen für junge Erwachsene und alle, die fantastische Literatur mögen. Dieses Buch steckt voller russischer Mythologie, Bildern und Motiven, die man aus vielen Märchen kennt. Der Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Schatten. Trotzdem ist diese Geschichte neu, unglaublich spannend, manchmal auch gruselig. Das perfekte Lesefutter, wenn man mal wieder in eine ganz eigene Welt eintauchen will."

Tipp für 10- bis 12-Jährige:

Stefanie Gerstenberger: Die Wunderfabrik – Keiner darf es wissen!

"Die zwölfjährige Winnie, ihre große Schwester Cecilia und ihr kleiner Bruder Henry sollen die Ferien bei ihren Großeltern in Wales verbringen. Das Seltsame daran: Eigentlich kennen sie ihre Oma und ihren Opa kaum. Die Eltern, beide Wissenschaftler in dringender Mission unterwegs, sehen aber keine andere Lösung.

Also werden die drei Kinder zu den seltsamen Großeltern gebracht, die im absoluten Nirgendwo im Süden von Wales leben. Schnell wird klar, dass sich die schlimmsten Befürchtungen der Geschwister bewahrheiten sollen. Das Haus ist alt und unheimlich, Internet gibt es keines. Ausflüge ins nahe Dorf sind verboten. Die Großeltern sind streng und recht unnahbar. Außerdem müssen die Kinder jeden Tag stundenlang in der Lakritzfabrik des Großvaters arbeiten.

Nach ein paar Tagen bemerken die Kinder, dass es außer den Großeltern noch andere Mitbewohner im Haus gibt. Ein schrulliges Trio, das bei den Großeltern wohnt und in der Fabrik und dem Laden mitarbeitet. Diese drei komischen Figuren sind außerdem dazu da, die Kinder zu beobachten und jeden Versuch, heimlich das Haus zu verlassen, zu verhindern.

Für Winnie und die anderen beiden ist sicher: Sie müssen hier weg. Ihre Eltern haben sicher keine Vorstellung davon, wie sie hier behandelt werden. Doch egal, was die Geschwister unternehmen, um die Fabrik oder das Haus zu verlassen, immer ist das Trio oder sind die Großeltern selbst zur Stelle und verhindern die Flucht. Ob das mit rechten Dingen zugeht?

Als Winnie dann in der Lakritzfabrik versehentlich die Zutaten falsch mischt und plötzlich seltsame Dinge passieren, wissen die Geschwister, in diesem Haus passieren magische Dinge! Bald entdecken die drei, dass es in ihrer Familie ein Geheimnis gibt, das auf keinen Fall in falsche Hände geraten darf.

Dieses Buch macht von der ersten bis zur letzten Seite Spaß. Die Dialoge sind witzig und frech, genauso wie die Figuren der Kinder. Die Geschichte ist oft schräg und hat fast schon slapstickartige Elemente. Dabei kommt aber auch die Magie und die Spannung nie zu kurz."

Tipp für 6- bis 8-Jährige (auch zum Vorlesen bestens geeignet):

Dimiter Inkiow: Ich und meine Schwester Klara

Buchcover von "Ich und meine Schwetser Klara" | Bild: ellermann

"In diesem Buch erzählt Dimiter Inkiow gleich 24 Geschichten über den Ich-Erzähler und seine ältere Schwester Klara. Und ganz egal, was die beiden anfangen, eines ist sicher: Es kann nicht gutgehen!

Einmal füttern sie die Goldfische der Nachbarin, auf die sie während deren Urlaub aufpassen sollen, mit Wiener Würstchen. Ein anderes Mal wollen sie nur einen winzigen Finger voll Sahne von der Mamas Torte naschen - was für die Mutter mit einer bösen Überraschng endet.

In einer anderen Geschichte wollen sie der alten Frau aus dem Haus gegenüber helfen und für die sie Einkäufe erledigen. Die alleinstehende alte Dame braucht nur ein Stück Butter und ein wenig Milch. Weil sie aber kein Kleingeld mehr zuhause hat, gibt sie den Kindern einen großen Geldschein mit. Tja, da kann man der lieben Frau doch einen Gefallen tun und gleich noch ein paar Vorräte dazu besorgen, oder? Dann muss sie sich ganz lange um nichts mehr kümmern.

Eines Tages hat Clara die Idee, dass ihr kleiner Bruder dringend schwimmen lernen muss, bevor der Sommer kommt und sie gemeinsam ins Schwimmbad wollen. Wo lernt man das am besten und am ungefährlichsten? Natürlich in der Badewanne. Dass auch da was gehörig schiefgeht, können wir uns vorstellen…

Die Geschichten von Klara und ihrem Bruder sprühen vor witzigen Ideen. Spätestens nach den ersten Episoden hat man das Geschwisterpaar in sein Herz geschlossen. Egal, ob man 6 Jahre alt ist, oder 60.
Jetzt gibt es die Geschichten in einer neuen Ausgabe mit sehr schönen Bildern. Ein Klassiker, der in jedes Kinderzimmer muss!"

Tipp für Kindergartenkinder:

Stefanie Schütz und Susanne Göhlich: Pit und Pelle gehen einkaufen

"Pit und Pelle sind Brüder. Wie sich das für brave Kinder gehört, helfen sie Mama und Papa gerne im Haushalt. Manchmal klappt das prima, manchmal nicht. Einmal wollten sie den Küchenboden wischen und haben das Putzmittel mit dem Zitronensirup verwechselt. Da hat das Helfen nicht so gut funktioniert. Blöd, wenn man noch nicht lesen kann.

Eines Tages kommt der Vater von Pit und Pelle auf die Idee, die beiden könnten noch schnell ein paar Sachen für das Abendessen besorgen. Der kleine Supermarkt, den die beiden gut kennen, ist um die Ecke. Statt einen Einkaufzettel zu schreiben, malt er einen. Pit und Pelle finden alles, was auf dem Zettel steht und noch vieles mehr. Wieso hat Papa keine Schoko-Cornflakes aufgeschrieben? Und keine Partywürstchen? Und keine Nusscreme fürs Frühstück? Die beiden Brüder sind sich sicher, dass nichts davon mehr zu Hause ist. Außerdem finden die beiden ein Zelt. Was, wenn Oma im Sommer kommt? Dann brauchen sie doch ein Gästezimmer. Aber das Zelt ist dann doch ein wenig zu sperrig.

Tja, Einkaufen ist schon eine große Herausforderung! Besonders für kleine Anfänger wie Pit und Pelle. Die beiden schaffen es nur über etliche Umwege nach Hause - wo die Eltern schon kurz davor sind, die Polizei zu rufen. Was für ein aufregendes Abenteuer!

Dieses Bilderbuch wird aus Sicht der beiden Brüder erzählt und lässt alle Dinge, die passieren, sehr logisch erscheinen. Dass es sich dabei um die Logik eines Vierjährigen und eines Sechsjährigen handelt, macht die Geschichte umso lustiger. Von Seite zu Seite wird es chaotischer. Die Jungs finden zwar für jedes Problem eine Lösung. Ob ihre Eltern diese Lösungen gut fänden oder nicht, sei dahingestellt. Auf jeden Fall müssen sich alle, die dieses Buch anschauen und vorlesen, dabei kaputtlachen. Das liegt zum einen an der wilden Geschichte, zum anderen an den großartigen Illustrationen."

Extra-Tipp:

Unterstützen Sie Ihren kleinen Buchladen ums Eck! Viele kleine Buchhandlungen bieten in der Corona-Krise einen Lieferservice an und bringen Ihnen die Bücher nach Hause.
https://www.genialokal.de/


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