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Buchtipps Welches Buch als Weihnachtsgeschenk?

Fehlt Ihnen noch die ein oder andere Geschenkidee für Weihnachten? Wie wäre es mit einem guten Buch? Buchhändlerin Sabine Abel stellt besondere Bücher vor, die sich hervorragend als Weihnachtsgeschenk eignen.

Stand: 28.11.2019

Buchhändlerin Sabine Abel | Bild: BR

"Die schönsten griechischen Sagen" von Dimiter Inkiow

Sabine Abel: "Der Sagenstoff der griechischen Antike hatte schon immer eine starke Wirkung auf Kinder. Häufig verstehen Kinder die Texte aber oft nur mit viel Erklären und Erläutern, da die Sprache, die in den Büchern verwendet wird, zu verstaubt ist.

Ganz anders in der Ausgabe von Dimiter Inkiow. Er schafft es, den Jahrtausende alten Stoff so zu verpacken, dass daraus unglaublich spannende und lustige Abenteuer werden. Alle Sagen, die hier nacherzählt werden, stimmen bis auf das kleinste Detail mit den Überlieferungen überein. Angefangen von der Geburt des Göttervaters Zeus, der in einer Höhle von Amalthea, der Nymphe in Ziegengestalt, aufgezogen wird - bis hin zur Geschichte um den Zankapfel und dem Trojanischen Krieg. All das finden kleine und große Leser oder Vorleser in diesem Buch. Er spart auch die grausamen Geschichten nicht aus, z. B. wie Prometheus, der von Zeus an einen Felsen gefesselt wird und die Leber immer wieder aufs Neue bei lebendigem Leib von Vögeln herausgepickt wird. Er erzählt sie aber weniger blutig und nimmt ihnen mit viel Humor die Grausamkeit.

Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich meinen Kindern dieses Buch vorgelesen habe. Immer wieder wollten sie die Geschichten von Zeus, Aphrodite, Poseidon usw. hören. Vieles von dem Sagenstoff hatte ich vorher zwar schon mal gehört, mein Wissen darüber, wie all die Mythen zusammenhängen, konnte ich mit diesem Buch zusammen mit meinen Kindern lernen und auffrischen. Meiner Meinung nach ist dieses Buch eine große Bereicherung für jedes Kinderzimmer."

"Der größte Spaß den wir je hatten" von Claire Lombardo

Sabine Abel: "Claire Loombardo erzählt in diesem über 700 Seiten dicken Schmöker die Geschichte der Familie Sorenson. David und Marilyn Sorenson sind seit mehr als 40 Jahren verheiratet und haben vier erwachsene Töchter: Wendy, Violet, Liza und Grace. Die Familie hält zusammen, trifft sich regelmäßig an den Wochenenden und alle vier Töchter haben ein gutes Verhältnis untereinander und vor allem zu ihren Eltern. Für die vier Frauen hängt die Latte hoch, wenn es darum geht, eine glückliche Partnerschaft zu leben und eine gute Beziehung zu seinen Kindern zu pflegen. Für alle vier scheint das Glück ihrer Eltern jedenfalls unerreichbar. Deswegen haben sie unterschiedliche Strategien entwickelt, sich in ihrem eigenen Leben zurecht zu finden. Eine trinkt zu viel und lässt sich immer wieder mit viel zu jungen Männern ein. Die zweite stellt ihre Karriere vor alles andere. Die jüngste lebt ihrer Familie eine Lüge vor, die so gewaltig ist, dass niemand dem Nesthäkchen so etwas zugetraut hätte. Und eine Schwester hat ein Kind zur Adoption freigegeben, ohne, dass jemand aus der Familie das mitbekommen hätte. Als dieser Sohn eines Tages unerwartet vor der Tür steht, bröckelt plötzlich das Familienglück. Unangenehme Fragen werden gestellt und sogar das Eheglück von David und Marilyn steht zur Debatte. In vielen Rückblenden erzählt die Autorin diese verzwickte Familiengeschichte. Immer wieder trifft der Leser so auf neue Aspekte und muss sein Bild von den Figuren überdenken.

Für mich ist "Der größte Spaß den wir je hatten" das perfekte Buch für die Feiertage. Es ist schön dick und bei aller Tragik kommt bei Claire Lombardo der Humor nie zu kurz. Immer wieder streut sie gekonnt die ein oder andere skurrile Szene ein. Lachen, Schmunzeln und nachdenklich sein liegen in diesem Buch immer ganz nah beieinander."

"Das letzte was er wollte" von Joan Didion

Sabine Abel: "Joan Didion veröffentlichte diese spannende Geschichte bereits 1996. Jetzt wurde der Roman neu aufgelegt. Joan Didion ist eine sehr bekannte Journalistin und Essayistin. Sie besticht in ihren Geschichten und Artikeln durch eine glasklare Beobachtungsgabe und wunderbare Formulierungen. Diese Beobachtungsgabe macht sie auch zu einer großartigen Thrillerautorin. Im Mittelpunkt dieses Buches steht Elena McMahon. Sie ist, wie die Autorin selbst, Journalistin in Washington, um über den Präsidentschaftswahlkampf rund um die Kandidatur Ronald Reagans zu berichten. Hier erfährt sie auch vom Tod ihres Vaters. Sie soll in seinem Namen seine letzten Geschäfte zu Ende bringen. Was genau das für Geschäfte sind, weiß Elena nicht. Sie hält es seit früher Kindheit an für besser, nicht genau über die Machenschaften ihres Vaters Bescheid zu wissen. Jetzt aber sieht sie sich plötzlich in gefährliche Waffengeschäfte verwickelt und erkennt, dass ihr Vater ganz tief in Intrigen und dem politischen Machtpoker im Weißen Haus verwickelt war. Der besondere Kniff: Der Leser bekommt die Geschichte von einer namenlosen Journalistin etwa 10 Jahre später erzählt.

Dieser spannungsgeladene Thriller nimmt den Leser sofort mit zurück in die 80er Jahre und gibt Einblicke in die US-amerikanische Politikszene, wie ich sie bisher noch nie in einem Krimi gelesen habe. Die Perspektive der unbekannten Journalistin wirft natürlich die Frage auf, wieviel von dieser unglaublichen Geschichte Didion selbst in ihren Jahren in Washington erlebt hat. Dazu hat sie sich allerdings nie geäußert."

"Zauber der Schrift", Sammlung von Pedro Corrêa do Lago

Sabine Abel: "Der brasilianische Schriftsteller und Verleger Pedro Corrêa do Lago sammelt seit mehr als 40 Jahren handschriftliche Texte berühmter Persönlichkeiten. Seine Sammlung umfasst unzählige sogenannte Autografen aus neun Jahrhunderten. Dazu zählen Rechnungen, Notizen, Briefe, Unterschriften und viele andere Dokumente. In diesem Buch sind 140 davon abgebildet, viele zum ersten Mal. Dazu gehört z. B. eine Rechnung über Therapiestunden, die Sigmund Freud ausgestellt hat oder ein Brief, den der Maler Paul Gaugin verfasst hat. Er erzählt in diesem Brief über seinen Freund Vincent van Gogh. Man kann wunderbar sehen, wie er anfangs noch eher zögerlich schreibt, die Buchstaben wirken noch recht abgehackt und dann immer mehr in einen Schreibfluss kommt. Das Buch enthält auch einen Brief der damals siebenjährigen Königin Victoria von England an ihren Onkel. Unverkennbar ist die strenge Erziehung der Königin, die genaue Handschrift und der gehobene Schreibstil, den Victoria schon als kleines Mädchen beherrscht hat.

Das Buch ist ein echtes Kunstwerk, von außen genauso wie von innen. Noch mehr als die Abbildungen der Dokumente haben mich aber die Inhalte der Handschriften fasziniert. Sie bieten einen faszinierenden Einblick in das Leben der Personen, die sie geschrieben haben. Meiner Meinung nach ist der ´Zauber der Schrift´ das perfekte Buch für die ganze Familie an den Feiertagen."

Gewinnspiel

Hier können Sie eines von vier Büchern gewinnen - Einsendeschluss: 02.12.2019 23:59

Hier können Sie an der Buchverlosung teilnehmen

Leider zu spät, die Aktion ist beendet. Aber schauen Sie bald wieder vorbei, wir rufen regelmäßig zum Mitmachen auf.


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