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Pflanzen Der Buchs und seine Alternativen

Er verschönert Parkanlagen genauso wie Privatgärten, ist aber auch in fast jedem Bauerngarten zu sehen: Der Buchs - eine Strukturpflanze mit Symbolkraft. Doch bekanntlich machen ihm seit vielen Jahren Krankheiten und Schädlinge das Leben schwer. Gartenexpertin Brigitte Goss gibt eine kleine Buchskunde und nennt Alternativen für den Buchs.

Stand: 25.04.2018

Buxus sempervirens var. arborescens | Bild: picture-alliance/dpa

Bedeutung

Der Buchs ist nicht nur eine unentbehrliche Strukturpflanze in der Gartengestaltung. Er war schon immer ein Symbol für ewiges Leben, immer grün und unverwüstlich. Mit seinen stark wachsenden Trieben lassen sich gerade im Frühling schöne Kränze binden. In der christlichen Symbolik bedeutet er Auferstehung, ständige Erneuerung der Lebenskraft und treue Liebe. Auch bei der Kräuterweihe darf er nicht fehlen. Im Kräuterbüschel bedeutet er Schutz vor jeglichem "Ungemach" und vor Unfruchtbarkeit. Schon bei den Römern war der Buchs eine beliebte Heckenpflanze.

Alleskönner

Da Buchs gut schnittverträglich ist, eignet er sich als niedrige und hohe Heckenpflanze, kann aber auch als Einzelpflanze in verschiedenste Formen geschnitten werden. Im Bauerngarten ist der Buchs Strukturgeber, schützt die Gemüsekulturen vor Wind und schafft ein gutes Kleinklima. Im Winter bieten größere Buchspflanzen diversen Käfern und Insekten "Winterschutz".

Tipp

Schnecken mögen Buchs nicht und meiden die Pflanze. Zur Schneckenabwehr einfach etwas Buchsschnitt um die frisch gepflanzten Salatpflänzchen streuen.

Brigittes Tipp: Buxus sempervirens var. arborescens - ein relativ robuster, starkwachsender Buchs

Buxus sempervirens var. arborescens

  • geeignet für größere Hecken, als Solitärpflanze oder für verschiedene kugelförmige oder quadratische Formen oder Figuren, da dieser Buchs sehr gut durch Schnitt zu formen ist
  • Wuchsform: eher höher als breit, rundlicher bis kegelförmiger, sehr dichter Pflanzenaufbau, kurze Seitenzweige, fehlender oder sehr geringer Austrieb im Spätsommer
  • Blätter: dunkelgrün, leicht glänzend, Ellipsenform, flach, gebogen, mittelgroß
  • Blüte: mittel bis stark blühend (Bienenpflanze)
  • idealer Standort: viel Sonne, luftiger Standort und durchlässiger sowie durchaus trockener Boden
  • Pflege: Er braucht nur mäßig Wasser. Der Topfbuchs muss im Sommer evtl. dreimal in der Woche gegossen werden. Gedüngt wird er im März und April mit einem organischen Langzeitdünger. Diesen aber nur oberflächlich in den Boden einarbeiten.
  • Übrigens: Der Buchs ist ein Flachwurzler und kann angrenzende Pflanzen "abdrängen".

Brigittes Tipps für den Schnitt

Schnittzeitpunkte

  • März bis Anfang April: vor dem Austrieb - für eine starke Korrektur oder Erziehungsschnitt
  • Ende Mai bis Anfang Juni: nach dem Austrieb und bevor die Neutriebe richtig verholzen, weil dann die Verbrennungsgefahr der Blätter noch nicht so groß ist.
  • August bis September: Nacharbeiten der Form für eine gleichmäßige Oberfläche
  • Schnittrhythmus: Durch das regelmäßige Schneiden verdichtet sich die innere Struktur des Buchsbaumes und er wird dadurch kompakter. Schneiden Sie aber höchstens einmal im Monat.
  • Brigittes Tipp: Gießen Sie den Buchsbaum vor dem Bearbeiten, dann lässt er sich besser in Form schneiden.
  • Wetter: Es sollte trocken, aber bedeckt sein. Bei praller Sonne könnten die Schnittstellen verbrennen. Ist es hingegen zu nass, könnte es zu Pilzbefall kommen.
  • Verbrennungsschutz: Ein Beschattungsnetz dient als Schutz vor Verbrennungen durch direkte Sonneneinstrahlung. Ist nach dem Buchsbaumschnitt sehr sonniges Wetter, besteht die Gefahr, dass die noch nicht an starkes Licht gewöhnten Blätter verbrennen und dürr werden. Um dem vorzubeugen, schützt man die frisch geschnittenen Formen ca. zwei Wochen lang mit einem luft- und lichtdurchlässigen Netz.
  • Werkzeug: Verwenden Sie eine scharfe Heckenschere (z. B. Buchs-Schafschere, Gehölzschere oder Buchsheckenschere), damit die Triebe beim Schneiden nicht gequetscht werden.

Schädlinge und Krankheiten, die dem Buchsbaum zusetzen

Buchsschädling "Buchsbaumzünsler"

Die Raupen dieses Schmetterlings fressen sich von innen nach außen, sodass der Schaden oft zu spät bemerkt wird. Bis vor einiger Zeit gab es keinen Vogel, der die Raupen fraß. Doch in letzter Zeit wurden Spatzen, Meisen und Rotschwänzchen gesichtet, die die Zünslerraupen fressen.

Bekämpfungsmaßnahmen

  • Bei großen Pflanzen hat sich der Einsatz eines Hochdruckreinigers bewährt. Einfach mit einem kräftigen Strahl ins Innere halten - das tötet die Raupen.
  • Im frühen Raupenstadium lässt sich gut mit Algenkalk oder Gesteinsmehl ins Innere des Buchsbaumes stäuben. (Achtung: Tragen Sie zum Schutz vor dem Staub Zellstoffatemmasken!) Die Rauben "ersticken" dadurch.
  • Im Handel sind einige Mittel zugelassen, die den Buchsbaumzünsler durch ein Bakterium bekämpfen. Hier ist es allerdings schwierig, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Die Raupen sollten noch relativ klein sein.
  • Ähnlich ist es bei Neem-Präparaten. Hier sollten die Raupen noch klein sein, damit das Mittel seine volle Wirkung erzielt. Fallen gegen den Buchsbaumzünsler zeigen an, wann der Falter fliegt und ob welche im Lande sind.

Lebenszyklus des Buchsbaumzünslers

  • März-April: Raupen der ersten Generation fressen im Innern des Buchs
  • Mai: Flug und Paarung der ersten Generation (Monitoring mit Fallen)
  • Juni-Juli: meist massiver Befall der zweiten Generation

Buchsbaumtriebsterben (Cylindrocladium)

Dieser aggressive Pilz kann ganze Hecken und den kompletten Bestand von Buchspflanzen vernichten.

Merkmal

Die Buchsblätter bekommen schwarzbraune Punkte und fallen ab. Die Stiele weisen schwarzbraune Stellen auf.

Bekämpfungsmaßnahmen

  • Erste Maßnahme ist Hygiene, da mit jedem Schnittwerkzeug oder selbst mit Schuhen die Pilzsporen verteilt werden. Desinfizieren Sie also Schnittwerkzeuge.
  • Entfernen Sie kleine und kranke Pflanzen sofort.
  • Werfen Sie kranke Pflanzen nicht auf den Kompost.
  • Ältere Pflanzen können stark zurückgeschnitten werden.
  • Stäuben mit Algenkalk oder Gesteinsmehl im zeitigen Frühjahr stärkt die Pflanze und wirkt dem Pilz entgegen. (Achtung: Zellstoffatemmaske tragen!)

Buchs-Alternativen

Bloombux

  • Wachstum: Die Pflanze ist eine Rhododendronart und blüht weiß bis rosa. Bloombux wächst langsam, in einer natürlichen, halbrunden Form.
  • Standort: Anscheinend verträgt sie - im Gegensatz zu großen Rhododendren - auch normalen, humosen, gleichmäßig feuchten Boden. Am liebsten steht der Bloombux in der vollen Sonne oder im Halbschatten.
  • Schnitt: Nach der Blüte im Mai bis Juni kann er in Form geschnitten werden.

Spindelsträucher

  • Wachstum: Im späten Frühjahr zieht der immergrüne Kleinstrauch alle Blicke auf sich, da sich dann der neue Austrieb in seiner vollen Pracht zeigt. Im Juni/Juli schmücken kleine, weiße Blüten die edle Blattschmuckpflanze.
  • Standort: Wie viele andere Gartenpflanzen auch, bevorzugt der Spindelstrauch nährstoffreiche und durchlässige Böden. Er fühlt sich sowohl an einem sonnigen, als auch an einem halbschattigen Standort wohl.

Eibe ("kleiner Grüner")

  • Wachstum: Sie wächst langsam, verzweigt sich breit-buschig und kann wie der Buchs in Form geschnitten werden.
  • Standort: Die Eibe gedeiht auch an windigen und schattigen Standorten, z. B. unter größeren Bäumen. 

Zwerg-Berberitze (Berberis buxifolia nana)

  • Wachstum: Die kompakten Pflanzen werden nur - 30 bis höchstens 70 cm hoch und im Juni/Juli in Form geschnitten. Nur die Dornen können bei der Pflege und dem Schnitt etwas unangenehm werden. Die gelbe Blüte im Mai wird gern von den Insekten angenommen. 
  • Standort: Sie liebt sonnige bis halbschattige Standorte und verträgt jeden Gartenboden und Hitze. Auch für Steingarten, Grabschmuck oder niedrige Hecken ist sie geeignet.

 

Nachzucht: So ziehen Sie Buchs selbst

Die beste Alternative zu Buchs ist Buchs. Wenn Sie im Garten noch gesunden Buchs haben, dann sollten Sie am besten die eigene Nachzucht ankurbeln

  • März-April oder Juni-Juli ca. 10-12 cm lange Stecklinge schneiden
  • Zwei Drittel der Blätter von unten entfernen
  • In sandige Erde an einen schattigen Platz unter Bäumen stecken, so dass nur noch die Spitze des Stecklings herausschaut 
  • Kräftig angießen und im Sommer nicht vertrocknen lassen
  • Im nächsten Frühjahr haben die meisten Stecklinge Wurzeln.

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